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Warum alle gerade so besessen von Hamburg sind

Moin, moin! Sicherlich haben Sie in letzter Zeit von Hamburg gehört, denn die Stadt ist nicht nur die Heimat des besten Nachtlebens der Welt, sondern auch eine der Top-Städte zum Besuchen und Leben. Aber Hamburg ist nicht einfach aus dem Nichts aufgetaucht; tatsächlich halten viele Menschen in Deutschland (mich eingeschlossen) Hamburg für die Hauptstadt der Coolness – sogar noch mehr als Berlin. Es ist eine Stadt mit vielen Gesichtern, die für jeden ein einzigartiges Erlebnis bietet – egal ob man auf der Suche nach dem Punk, dem Schick oder (wie die Einheimischen sagen) dem „typischen Hamburch“ ist. Bis vor kurzem wurde die Stadt von ausländischen Reisenden oft übersehen, aber sie entwickelt sich schnell zum heißesten Ziel in Deutschland. Wenn Sie sich also fragen, „warum Hamburg besuchen“, lassen Sie mich Ihnen ein paar Hinweise geben.

Hamburg ist die Heimat des besten Nachtlebens der Welt

Sein Ruf ist mittlerweile in der ganzen Welt bekannt: Hamburg hat das beste Nachtleben der Welt. Ob Sie nun auf einen Drink oder zwei oder eine wilde Nacht aus sind, Hamburg wird Sie nicht enttäuschen. Für Ersteres empfehle ich das Sternschanzenviertel und für Letzteres den Stadtteil St. Pauli – zu Ihrem Glück liegen beide Gebiete buchstäblich direkt nebeneinander! In der Sternschanze (meist einfach „Schanze“ genannt) gibt es mehrere Bars; das Publikum ist hier etwas lokaler und die Atmosphäre eher böhmisch. Der beste Platz zum Essen und Trinken ist die Kreuzung von Schulterblatt und Susannenstraße, direkt an der Roten Flora – Deutschlands berühmtestem besetzten Haus. Die Schanze ist übrigens auch die beste Adresse der Stadt für Kaffeespezialitäten und Craft Beer und beherbergt die renommierte Kleinbrauerei Ratsherrn. Wundern Sie sich nicht, wenn Sie an einem warmen Sommerabend mehr Menschen auf dem Bürgersteig ein Bier genießen als in einem Club; das nennt man hier „Cornern“ und ist besonders im Bereich der Sternschanze beliebt.

St. Pauli ist das Zentrum des pulsierenden Hamburger Nachtlebens. Das hat eine lange Tradition, denn St. Pauli wurde früher von Seeleuten auf Urlaub besucht. Auf dem Kiez befindet sich die Reeperbahn, die auch als Deutschlands sündigste Meile bezeichnet wird und zusammen mit der Großen Freiheit das Herzstück des Hamburger Rotlichtviertels ist. Wenn Sie auf der Suche nach Bars und alternativen Clubs in St. Pauli sind, gehen Sie auf den Hamburger Berg (eine Straße direkt an der Reeperbahn). Noch besser ist es, von den Hauptstraßen wegzugehen, um einige sehr coole und weniger überfüllte Orte zu finden! Ein guter Ort, um den Abend zu beginnen, ist das Kosmos St. Liederlich, eine Bar, in der jeden Montag ein internationales Treffen stattfindet. Lust auf etwas Ausgefalleneres? Uebel und Gefährlich, der berühmteste Club der Stadt, ist in einem riesigen Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg untergebracht und bei der alternativen Szene sehr beliebt.

Eine Vielfalt, die man schmecken kann

Hamburg ist so vielfältig wie es nur geht. Als Hafenstadt steht Hamburg schon seit langer Zeit in direktem Kontakt mit der Welt und ist daher eine sehr offene und internationale Stadt – was mich zum Teil überhaupt erst hierher gezogen hat. Das ist ein Aspekt der Stadt, den Feinschmecker sicher genießen werden, denn diese Vielfalt spiegelt sich auch in der kulinarischen Landschaft der Stadt wider. Hamburg hat sogar sein eigenes kleines portugiesisches Viertel, bekannt als Portugiesenviertel, wo Sie die gefährlich süchtig machenden Pasteis de Nata finden. (Die kennen Sie vielleicht schon aus Lissabon, denn es gibt sie in so ziemlich jedem Café der Stadt). Das Portugiesische Viertel beherbergt auch schwedische, finnische, norwegische und dänische Kirchen, die für Seeleute aus diesen Ländern auf Urlaub in Hamburg gegründet wurden. Diese Kirchen veranstalten auch ihre eigenen (äußerst beliebten) Weihnachtsmärkte, so dass Sie bei einem Besuch der Stadt im Dezember unbedingt auf einen Vinglögg und nordische Spezialitäten vorbeischauen sollten. Das nenne ich mal Vielfalt!

Es gibt nur ein St. Pauli

Der Ruf von St. Pauli als Ort der Unterhaltung ist weithin bekannt. Im Laufe der Zeit zog der Ruhm des Kiezes Punks, Drag Queens und sogar die Beatles an, die in St. Pauli lebten und auftraten, bevor sie berühmt wurden. Bewegt man sich jedoch von den Partygebieten weg, findet man sich im Zentrum eines lebendigen, alternativen Viertels voller Straßenkunst, Second-Hand-Läden und viel Lebensgefühl wieder. Um zu verstehen, wie sich das Viertel im Laufe der Jahre verändert hat, sollten Sie Ihren Streifzug mit einem Besuch im St. Pauli Museum verbinden.

Eine Sache, die Ihnen überall in der Gegend (und in ganz Hamburg) begegnen wird, sind die Piratenflaggen des FC St. Pauli, des kultigen Profifußballvereins aus dem Viertel. Der Verein und seine Fans sind in ganz Deutschland (und der Welt!) bekannt, weil sie sich gegen Rassismus und Homophobie einsetzen, und ihr Stadion ist für seine unglaubliche Atmosphäre bekannt. Mit Fanclubs von Barcelona bis Buenos Aires ist der FC St. Pauli wirklich Hamburgs bekanntester Export. Heimspiele sind in der Regel ausverkauft, aber Sie sollten versuchen, Tickets zu bekommen, da es wirklich ein einzigartiges Erlebnis ist!

Reichsarbeitsdienst …!? Von Ernst Diestel

Am 19. Februar 1940 erhielt ich meine Einberufung zum Arbeitsdienst.

Nach kurzer Ausbildung an Schaufel, Spaten und Hacke,  wurden wir nach Polen, ca. 80 KM  hinter Warschau verlegt. Unsere Aufgabe war, für die Luftwaffe Unterkünfte,  also Baracken zu bauen und als zweite Aufgabe Munitionslager, der Tarnung wegen, in  Wäldern anzulegen.

Eines Tages erhielten wir den Auftrag, 3 Güterwagen zu entladen. Die Türen wurden geöffnet und als wir dann auf Befehl unseres Oberfeldmeisters ( im Range eines Oberleutnants) in die Wagen stürmten, waren wir genau so schnell wieder draußen,  denn der Inhalt bestand aus ungelöschtem Kalk, der von uns in Säcke umgefüllt werden sollte. Unsere Augen tränten und brannten  wie Feuer, trotzdem wurden wir immer wieder von dem Vorgesetzten in die Wagen gejagt.

Plötzlich hatte dieser Sadist von Oberfeldmeister eine andere Idee. Wir wurden zu anderen Arbeiten eingesetzt und er ließ sich von unserem Fahrer in einem LKW nach Warschau fahren.

Nach ca. 2 Stunden kam der Wagen zurück mit lauter Männern, die er aus Warschau geholt hatte. Es waren meist ältere Männer schlecht gekleidet, man konnte erkennen,  dass sie wahrscheinlich einfach so aus ihren Wohnungen herausgeholt worden waren.
Die wurden jetzt unter dem Gebrülle dieses Sadisten in die Wagen getrieben und mussten die Wagons entladen.

Als die Männer fertig waren und dort mit roten und verweinten Augen standen, das Zeug was sie am Leibe trugen völlig verdreckt und nun darauf warteten zurückgebracht zu werden,  trat unser Fahrer vor und fragte,  ob er sie zurück fahren sollte. Unser Vorgesetzter baute sich vor dem Fahrer auf und schrie den Fahrer an: „Wollen Sie unser Benzin vergeuden?  Das Pack soll gefällig zu Fuß gehen.“

Wir, die wir am Bahndamm arbeiteten,  konnten es kaum glauben. Er merkte, dass wir seine Anordnung nicht gut hießen. Jetzt brüllte er uns an: „Euch werde ich beibringen, wer hier der Herr im Haus ist.“

Die polnischen Männer gingen nun nach Hause –  80 KM bis Warschau! Einer drehte sich um und ich sah in seine Augen……

Ich habe den Blick bis heute nicht vergessen.

As Luftwaffenhelfer (schw.zbv. 2./414) upon the Flaktower VI in Hamburg-Wilhelmsburg

Hamburg-Wilhelmsburg, ein Flakturm mit vier 128mm-Zwillingskanonen, eine pro Turmecke, war für uns, die ehemaligen Monschauer Gymnasiasten, die dritte und letzte Stationierung, nach der Aktion in Aachen. In Aachen hatte uns die U.S.Artillerie den Stecker gezogen und nach einem Gastspiel in Langenbochum im Ruhrgebiet bei der Zeche „Schlegel & Eisen“ kamen wir schließlich hier in Hamburg an. Auf zur letzten Schlacht! Wir kamen am 14. November 1944 in Hamburg an. Als kleiner Junge war ich in dieser Stadt aufgewachsen und kannte mich gut aus. Was für ein Anblick war Hamburg jetzt! Die Binnenalster war mit Tarnnetzen bedeckt, der Hauptbahnhof hatte eine Abdeckung aus Strohmatten in Straßenbreite, und über der Außenalster hatte man mit ähnlichen Tarnmatten eine Attrappe der Lombardsbrücke errichtet. Aber die britischen Bomber hatten schon im Juli 1943 furchtbare Verwüstungen angerichtet…das war Luftangriff Nr. 70, das sogenannte „Gomorrha“-Unternehmen, 41.800 Einwohner verloren ihr Leben und 125.000 wurden getroffen, so die offizielle Statistik. Wir sammelten uns auf freiem Feld an der Rothenbaumchaussee, damals Hauptquartier der Luftwaffe, heute international bekannte Tennisplätze. Ein Teil unserer Gruppe wurde dem Flakturm in Wilhelmsburg zugeteilt. Es war mein heimlicher Wunsch, zur Geschützbedienung eingeteilt zu werden, und ich hatte das Glück, zugewiesen und als „K1“ ernannt zu werden, verantwortlich für die Seitenaufwicklung des Geschützes „Dora“.

Es erforderte technisches Verständnis und Fingerspitzengefühl, um die exakte Übereinstimmung zwischen den Doppelzeigern (die den Soll- und den Ist-Wert anzeigten) und der Drehgeschwindigkeit des kongruenten Zeigers – diese entsprach exakt der Drehgeschwindigkeit der Pistole – abzuwägen und zu halten. Man saß auf einem Metallsitz, wie auf dem Sitz eines Traktors, mit dem Handrad davor und der großen Skala des Doppelzeigers dahinter. Mit dem Handrad wurde die Rotationsgeschwindigkeit der Kanone eingestellt und mit dem „K2“ die Zielwinkelposition.

Es war eine Freude, dass alles mittels Servomotoren funktionierte, im Gegensatz zum 88mm-Geschütz, das notwendigerweise mittels Muskelkraft fokussiert wurde. Hier in Hamburg waren wir ständig auf dem Sprung. Jeden Abend gegen 20 Uhr gab es Fliegeralarm und man konnte seine Uhr danach stellen. Bomberverbände auf dem Weg nach Berlin nutzten die Elbmündung und den Fluss als Einflugschneise. Natürlich waren der Hamburger Hafen und die Öltanks und Raffinerien im Bezirk Harburg und hier in Wilhelmsburg regelmäßige Ziele dieser schweren Luftangriffe. Es gab höllische Kampfsituationen, aber man hatte gerade hier das Gefühl, dass man sich verteidigen konnte. Allerdings litten wir unter sehr schwierigen Kampfbedingungen, denn die Munition vom Kaliber 128 mm, die wir verschossen, stammte aus einer Munitionsfabrik, in der „Zwangsarbeiter“ und wahrscheinlich auch Häftlinge beschäftigt waren, die Sabotage betrieben. Sie sabotierten die Granate, indem sie sie anbohrten, so dass das Treibmittel und der Sprengstoff der eigentlichen Granate beim Abfeuern entzündet wurden. Das Ergebnis war im günstigsten Fall ein geborstener, im ungünstigsten Fall ein explodierender Lauf. Nach einem der zahlreichen schweren Luftangriffe fanden wir unser zerfleddertes Rohr in 100 m Entfernung in der Nachbarschaft wieder und es sah aus wie die Schale einer Banane, die in Streifen abgerissen worden war. In der Hitze des Luftangriffs hatten wir nicht sofort bemerkt, dass wir nur mit dem Stumpf des Fasses feuerten. Die Feuerrate war enorm: 7 Schuss pro Minute für jedes Geschütz bedeuteten insgesamt etwa 4000 Schuss pro Stunde.

Wir hatten zwar Ersatzfässer im Keller, aber das Fass mit dem Kran nach oben zu hieven und dann zu montieren (Position „Null“), dauerte einige Zeit, während wir nicht einsatzbereit waren. Das Auswechseln eines Laufes kam während meiner Zeit dort mehrmals vor. In Bezug auf die Geschützrohre erinnerte uns mein Freund Kurt an einen Vorfall: „In unserer letzten Batterie im Ruhrgebiet haben wir sogar einige Rohrexplosionen erlebt, von denen eine wirklich bemerkenswert war. Sie ereignete sich in der Nähe des Geschützverschlusssystems. Als die Granate explodierte, gab es sowohl von der Granate als auch vom Rohr Splitter, einige sogar in einer Größe von 50x20x10cm. Einer der Splitter schlug in einen der umliegenden Munitionsbunker ein. Abgesehen von zertrümmerten Trommelfellen wurde niemand ernsthaft verletzt. Einem der Kanoniere wurde der Helm abgerissen und wir scherzten später mit ihm über seinen hochgehenden Helm (zufälligerweise war zu dieser Zeit ein beliebter Schlager von Ilse Werner „Wir machen Musik – da geht euch der Hut hoch…“)

Der Schulunterricht war seit unseren Aachener Tagen im Juli 1944 kein Thema mehr. Die ständigen Fliegeralarme und -vorbereitungen machten es den Lehrkräften unmöglich, den Unterricht mit so vielen Unterbrechungen fortzusetzen. Jedenfalls hatten wir in Hamburg mehr Lehrlinge als Gymnasiasten. Es waren eifrige und zuvorkommende Burschen, von denen die meisten als Maschinenschlosser bei Blohm & Voß in den Werften oder in den Flugzeughallen auf Finkenwerder beschäftigt waren. Sie waren aus der Lehre entlassen worden und wurden von uns, den Schülern, mit ihrer praktischen Tätigkeit und ihrer realen Berufserfahrung sehr bewundert. In den Wochenendferien haben sie sich wie Fürsten herausgeputzt, in Bowler und feinen Klamotten, und sind mit ihren Verlobten und jungen Mädchen losgezogen. Beneidenswert! Diejenigen unter uns, die im Bunker blieben, holten ihr altmodisches Grammophon heraus und hörten Rosita Serranos „Roter Mohn…“ („Roter Mohn…“).

Der Flakturm Wilhelmsburg, baugleich mit dem in Wien, Arenberg Park, war das Neueste auf dem Gebiet der Sicherheit für den Geschützstab: Der Stab war vielmehr durch einen Bogen eines Stahlbeton-Daches geschützt. Vergleiche dazu das erste Bild „Turm aus der Vogelperspektive“.

Die Flakturmbatterien bestanden, wie die in Wilhelmsburg, aus zwei Türmen. Der Geschützturm, ein quadratischer Massivbau aus Stahlbeton mit einer Seitenlänge von 47 m und einer Höhe von 43 m, war im Innern in acht plus ein Stockwerk aufgeteilt, in dem die Bewohner der umliegenden Nachbarschaft bei Fliegeralarm in den unteren drei Stockwerken Zuflucht suchen konnten. Unser Quartier befand sich im 8. Stockwerk, über dem sich die Geschützplattform befand. In jeder Ecke der Plattform stand ein Zwillingsgeschütz in einem Rondell, mit Munitionsbunkern rundherum. Die Besatzung für ein Zwillingsgeschütz bestand aus 21 Kanonieren. Außerhalb des 7. Stocks gab es auch einen umlaufenden Balkon, auf dem ursprünglich leichtere Ack-ack-Waffen installiert werden sollten, die aber während meines Aufenthaltes nie installiert wurden. Wir mussten den Balkon einmal schrubben, aber nur zehn Minuten lang mit einer Zahnbürste wegen irgendeines Mickey-Mouse-Vergehens. In Hamburg war sonst kein Drill und kein Geplänkel angesagt…das hatten wir schon in Aachen ausgiebig ertragen.

Der andere Turm war der Feuerleitturm, etwas schmaler gebaut mit dem FuMG = Radargerät und B1, dem normalen Entfernungsmessgerät. (In diesem Turm war mein Freund Kurt beschäftigt). Ebenerdig zwischen den beiden Türmen, die in einem Abstand von etwa 160 m zueinander standen, befanden sich Baracken mit Kantine, Arbeitsschuppen, Friseur, Schuster und anderen Einrichtungen. Überall herrschte eine normale, vollständige Lageratmosphäre.

Wilhelmsburg, südlich zwischen der Innenstadt und dem Stadtteil Harburg gelegen, war vom eigentlichen Stadtzentrum Hamburgs mit seinem Hafen und der Alster ein gutes Stück entfernt. Eine zweite Turmbatterie befand sich im Stadtteil St. Pauli, Feldstraße, in unmittelbarer Nähe zur Reeperbahn (allen Seefahrern der Welt bekannt, die jemals in Hamburg angelegt haben), und deren umliegenden Straßen, die damals das Zentrum des Schwarzmarktes waren, insbesondere die Talstraße. Wer dort im Turm stationiert war, hatte den Vorteil, nicht allzu weit vom Zentrum von St. Pauli entfernt zu sein.

Eines Tages lieferte ein Lastwagen eine Ladung Cognac in unseren Turm, wo er zur Sicherheit gelagert und für eine geplante Festlichkeit der „Untergruppe Hafen“, also des Hafenpersonals der Luftwaffe, verwendet werden sollte. Die Kisten wurden mit einem der Fahrstühle nach oben befördert. Es stellte sich heraus, dass die hellen Waffenspezialisten die Lagerung aufmerksam verfolgten und eine Kiste zur Seite stellten. Es war die erste Kiste der Ladung, und sie wurde in Sekundenschnelle geöffnet und die Flaschen unter uns verteilt. Auf der unteren Ebene waren die 30 Kisten auf dem Aufzug gestapelt und auf der oberen Ebene wurde die 29. Kiste abgerechnet…aber auf die 30. Kiste wartete man vergeblich. „Die steckt bestimmt irgendwo auf dem Aufzug fest…“. Doch inzwischen war sie völlig verschwunden.

Einer der älteren Kanoniere in einer der Geschützmannschaften, der etwas um die Kurve war, war das Objekt von viel Beinarbeit. Er war im Zivilleben Maurer gewesen. Einige der Jungs überredeten ihn, ein Betondach auf die Toiletten zu bauen, um zu verhindern, dass jemand, der die Toiletten während eines Luftangriffs benutzte, von Splittern getroffen wurde. Sie erzählten ihm, dass er für einen Orden empfohlen worden sei, weil er selbst die Notwendigkeit vorausgesehen und das Dach auf die Toilette gebaut habe (die Dicke der Decke darüber betrug übrigens 3,5 m). Der Dumme glaubte ihnen und das führte dazu, dass er vom Kommandanten angeschnauzt wurde.

Unsere Unterkunft befand sich im 8. Stockwerk, dem obersten Stockwerk des Turms, und jedes Zimmer beherbergte 6 oder 8 Mann, entsprechend der allgemein üblichen Baracken-Zimmereinteilung. Wie es der Zufall wollte, befand sich in unserem Zimmer eine unauffällige Tür, deren Kenntnis durch absolutes Stillschweigen geschützt war und außer uns nur vertrauenswürdigen und diskreten Kameraden zur Kenntnis gebracht wurde. Durch diese Geheimtür hatten wir freien Zugang zum Eingang eines Schachtes, der mehrere Kabel und Rohre enthielt. Dieser quadratische, schornsteinähnliche Aufbau hatte Sprossen an der Wand gegenüber der Tür und reichte vom Keller bis zur obersten Plattform. Wir benutzten diese Geheimtür immer dann, wenn wir für eine kleine Pause in unserer Routine hinausgehen wollten und keinen offiziellen Militärpass hatten, den wir der Wache an der Haupttreppe zeigen konnten. So konnten wir nach 20 oder 30 Sprossen abwärts, auf der nächsttieferen Etage, aussteigen und von dort aus die Treppe benutzen. Unten hat niemand nach einem Ausweis gefragt, da das Treppenhaus für Schutzsuchende während eines Luftangriffs offen gehalten wurde.

Als Luftwaffenhelfer 1944 in Berlin und bei Leuna

Den letzten Tagesangriff auf dem Humboldthain-Turm erlebten wir am 29.April; und ich, schon mit einem verbundenen Fuß im Holzpantoffel, fotografierte die entstandenen Brände im Süden Berlins, die aber recht weit entfernt wüteten. Eine Woche später schickte man mich ins „Revier“ in den Flakturm Friedrichshain, nachdem eine Wundinfektion von unseren Sanitätern nicht gestoppt werden konnte. Unterwegs wurde ich von Berliner Hausfrauen laut und heftig bedauert, als ich von der S-Bahnstation zum Turm humpelte: „Ist doch ne Schande, jetzt machen se auch noch so junge Kerle kaputt…“Dort lag ich dann mehrere Wochen im Erdgeschoss und erlebte die schweren Tagesangriffe am 7., 8. und 19.Mai auf den Berliner Osten im sicheren Bunker, wobei eine Phosphorbombe direkt unter unserer, natürlich während des Angriffs fest geschlossenen Stahl-Blende abbrannte und zahlreiche aus den Kellern ausgegrabene Verletzte im Verbandsraum versorgt wurden. Einmal besuchte mich auch unser Betreuungslehrer Prof.L. freundlicherweise, und auch zwei Freunde erschienen an meinem Bett und berichteten von ihren Erlebnissen bei den letzten Angriffen. Als der Fuß einigermaßen verheilt war, bekam ich sogar – auf meine Bitte hin – von dem freundlichen Stabsarzt ein paar Tage Genesungsurlaub genehmigt.

Schon bei bedrohlichen Radio – „Luftlage“- Meldungen begann, wie hier im Sommer 1944 vor dem G-Turm am Zoo die in der Nähe wohnende Bevölkerung Berlins in die Flak-Türme zu strömen, welche als nahezu absolut sichere Schutzräume gelten konnten.
Ertönten dann die Sirenen, eilten die Menschen im Laufschritt zu dem einzigen Eingang, viele mit ihrem Notgepäck und einem Klappstühlchen

Den 20.Juli 1944 erlebten wir, kaum einen Kilometer von der Bendlerstraße entfernt, zunächst damit, dass um die Mittagszeit je ein LWH im Treppenhaus auf jedem Stockwerk, mit einem Karabiner bewaffnet, aufgestellt wurde, ohne dass jedoch bekannt war, auf wen denn zu schießen wäre! Ich hatte für den nächsten Morgen meinen Urlaubsschein für den lang ersehnten „Heimaturlaub“ (10 Tage + 2 Reisetage!) in der Tasche und erfuhr dann zu meinem Ärger, dass ab sofort absolute Urlaubssperre angeordnet war. Erst spät in der Nacht hörten wir im Radio eines Kameraden, längst in unseren Betten liegend, durch Hitlers gutturale Stimme selbst, was da vorgefallen war. Ich muss gestehen, dass ich damals einen maßlosen Zorn auf die Attentäter hatte, weil sie mir meinen Heimaturlaub verpatzt hatten…! Doch schon am nächsten Vormittag wurde die Urlaubssperre aufgehoben. Ich musste zwar nun erneut von einem zum andern laufen, um die nötigen Unterschriften für einen neuen Urlaubsschein einzusammeln, aber am 22.Juli fuhr ich vom Anhalter Bahnhof tatsächlich nachhause.


Auch für den Kurz-Urlaub über das Wochenende bekam der Luftwaf-fenhelfer einen richtigen Wehr – machtsfahrschein und durfte damit sogar mit Fronturlauber-Zügen reisen.
Im Mai 1944 wurden diese Fahrten aber schon häufiger durch die Ta-gesangriffe der USAF unterbrochen oder die Züge mussten umgeleitet werden

Als ich mich schließlich im Flakturm Zoo aus dem Urlaub zurückmeldete (die Batterie war Anfang Mai dorthin umgezogen), war die ganze Truppe zum Schießen nach Dramburg in Pommern ausgerückt. Hans K. feierte seinen 16.Geburtstag auf der Fahrt dorthin in einem Güterwagen auf dem Bahnhof Stargard und erzählte mir später, wie sie dort mit der neuen 3.7 cm Waffe Luftsäcke, Ballons und Panzerattrappen durchlöchert und mit den Leuchtspurgeschossen die Heide in Brand gesetzt hatten. Ich dagegen in Berlin hatte noch ein paar Tage viel freie Zeit, für einen Oberfähnrich ab und zu Botengänge in der großen Stadt Berlin erledigend. Dabei stellte ich erstaunt fest, dass besonders im alten Zentrum noch vieles heil geblieben war. Am 21.Juni 1944 sahen wir vom Zoo-Turm aus bei einem gewaltigen Tagesangriff diese Gegend in Flammen aufgehen, wobei der Turm des Doms mit einer grünen Kupfer-Flamme brannte und die Sonne hinter den Rauchwolken über der Stadt verschwand. Wir standen wie immer untätig herum.

Ein einziges Mal wären wir beinahe zum Schuss gekommen: Als Flugmelder Richtung Norden blickend, sah ich während eines Tages-Angriffs plötzlich mehrere einmotorige Jäger tief über den Häusern aus „Richtung 2“, kommen , brüllte vorschriftsmäßig Alarm, die Kameraden drehten die Geschütze in diese Richtung. Dann hörte man schon die 3,7 cm der Flaktürme Humboldthain und Friedrichshain ballern, und während die erste Maschine nach unten stürzte und dort eine dunkle Rauchwolke entstand, sahen wir vier „Mustang“ der USAF steil nach oben ziehen, von einigen krepierenden 3.7 cm-Flakgeschossen verfolgt, aber außerhalb der Reichweite unserer eigenen Geschütze. Die etwas neidische Begeisterung über den Abschuss war groß; als später das Telefon in der Stellung läutete, musste ich den Fähnrich an den Apparat holen, der eine Meldung mit dem Bemerken „So ein Mist“ entgegennahm und dann zu mir sagte: „Das war eine Focke-Wulf, die da am Rosenthaler Platz runtergefallen ist, keine Mustang. Aber sag’s niemandem weiter!“ Offenbar hatte jener deutsche Jäger, verfolgt von den Mustangs, versucht, auf dem Tempelhofer Feld zu landen.

Als wir von Prof.L., eine Woche nach der Invasion, das Aufsatzthema gestellt bekamen :“Worauf begründen wir unsere Siegeshoffnungen?“ saß ich verstört vor dem linierten Papier und wusste zum ersten Mal in meinem Schüler-Dasein nicht, was ich schreiben sollte. Prompt erhielt ich dafür ein 3 minus (sonst an viele Aufsatz-Einsen und allenfalls -Zweien gewöhnt), und Prof.L. hatte rot an den Rand geschrieben: „Und die Wunderwaffen ?“ Die hatte ich nicht erwähnt,(erst am 16.Juni flog die erste V 1 nach London) ja, wo waren sie, die wirksamen Wunderwaffen?
Einen sozusagen endgültigen Schock erlebte ich aber, was jene „Siegeshoffnungen“ anbelangt, im August, als ich einmal Fahrstuhl-Dienst hatte, und, begleitet von gewaltigem Hackenknallen, der „Reichs-Marschall“ Göring im Eingang erschien, gleichzeitig allerdings auch die eigentliche Fahrstuhlführerin: „Komm, hau ab, den Hermann muss ick selba fahn“, nämlich hinauf in das Prominenten-Lazarett; aber ich sah doch für Sekunden in sein gesenktes düsteres Gesicht, ein völlig anderes als jenes auf dem Balkon der Reichskanzlei nach dem siegreichen Frankreichfeldzug, angesichts der jubelnden Massen im Sommer 1940, in jener Wochenschau…

Ich ließ Fahrstuhl Fahrstuhl sein und hastete hinauf in unsere Unterkunft, wo die Kameraden – natürlich – beim Skat hockten, und der Helmut L. am Ansagen war, und ich: „Wißt Ihr was ? Ich habe eben den Göring gesehen, mit soonem Gesicht… D e n Krieg ham wr verlorn!“ Helmut S. sagte noch: “ 24 – 27 – passe“ und dann: „Na, wenn de das j e t z erscht märgst…!“ Dem LWH Hans K., welcher aus ihm heute nicht mehr erklärlichen Gründen besonders oft oben an den Geschützen Wachdienst hatte, begegnete dort der Luftwaffengeneral Bodenschatz im Schlafanzug, seit dem Attentat am 20.Juli mit gänzlich verbundenen Armen, und der Ernährungsminister Backe mit quittegelbem Gesicht, wohl als Folge einer schweren Hepatitis. Sie fragten den kleinen LWH freundlich nach seinen häuslichen und schulischen Verhältnissen aus. Ihm kam freilich ein gelbsuchtkranker Ernährungsminister irgendwie sonderbar vor!

Dem Fahrstuhldienst verdanke ich noch ein weiteres Erlebnis mit Prominenten jener Jahre, das aber nicht gerade zu meinem Ruhm ausging: Es betraten einmal der hochdekorierte Jagdflieger Galland (welcher den Krieg lange in Südamerika überlebt hat und m.W. einmal feier-lich im Rathaus ein Mädchen unserer Heimatstadt geheiratet hatte) und ein SS-General mit Ritterkreuz den Fahrstuhl und verlangten, zum Lazarett hinaufgefahren zu werden, wo noch vom 20.Juli her der Fliegergeneral Bodenschatz seine verletzten Hände ausheilte. Während ich da mit meiner Kurbel hantierte, fragte mich der berühmte Galland – etwas gönnerhaft freilich – „Na, mein Junge, Du willst doch sicher auch mal Jagdflieger werden…“; und ich, vollkommen ehrlich und ihn richtig titulierend, antwortete zackig: „N e i n, Herr Generalinspekteur, ich bleibe bei der FLAK !“ Er drehte mir daraufhin gekränkt den Rücken zu, der SS-General grinste jedoch über sein ganzes Gesicht. Ich hatte mich nämlich tatsächlich wenige Tage zuvor bei der Luftwaffen-Flak freiwillig gemeldet als Reserveoffizier (nahezu jeder von uns tat dies, wegen der verkürzten Grundausbildungszeit, und in der Hoffnung, später einmal nicht sofort verheizt zu werden). Beeindruckt von den Flak-Waffen , und weil wir damals schon an zwei Kalibern ausgebildet worden waren (es wurden später ja sogar vier!!), hatte ich mich dazu entschlossen..

Allerdings wurde ich eines Tages Ende März oder Anfang April 1945 zuhause zum Schrecken meiner Eltern in die Kaserne bestellt, wo mir aber ein freundliches älteres Mädchen nur mitzuteilen hatte, dass meine Bewerbung bei der Luftwaffe leider abgelehnt worden sei, aber ich könne mich ja nun bei der Infanterie bewerben, da würden doch Offiziere jetzt gewiss gebraucht… Ich könne die Bewerbung gleich hier ausfüllen! Ich zog es aber vor, die Formulare mit nachhause zu nehmen und sie dort wegzuwerfen.

Von unserem Balkon aus beobachteten wir bei jedem Alarm das Hereinströmen der in der Nähe wohnenden und noch nicht ausgebombten Berliner Bevölkerung in den Turmeingang; das begann schon, wenn die Luftlagemeldungen im Radio verlauten ließen, dass ein „Bomberverband nördlich Braunschweig mit Kurs Ost“ unterwegs sei, und die Sirenen noch nicht einmal den „Voralarm“ verkündet hatten. Die Schutzsuchenden bevölkerten dann das Erdgeschoss und die großen Wendeltreppen in den Ecktürmen. Es sollen manchmal mehrere tausend gewesen sein ! Im letzten Moment, wenn die Schwere Flak am westlichen Rand der Stadt schon zu schießen begann, sahen wir noch einige hohe Offiziere aus dem „Bendler-Block“, manche mit roten Biesen an den Hosen, in den Turm eilen.

Der Flakturm Zoo war von den drei Berliner Türmen der sozusagen „vornehmste“; nicht nur wegen des Prominenten-Lazarettes in einem Stockwerk, sondern auch mit einem Kinosaal ausgerüstet, auf dessen Bühne wir sogar einmal eine Wehrbetreuungsveranstaltung erleben durften, wobei allerdings die Tänzerinnen der berühmten Dresdner „Palucca-Schule“ von den Flaksoldaten im wesentlichen nach ihren Proportionen begutachtet wurden. Dort stand auch ein Flügel, auf dem mein Freund Otto M. gelegentlich – die Tür zur Bühne war unverschlossen – damals gängige Schlager hören ließ, wie „Kauf Dir einen bunten Luftballon…“ oder „In der Nacht ist der Mensch nicht gern alleiné…“, und, ganz zart hingetupft und verswingt, Horst Wessels Leierkastenmelodie „Die Fahne hoch…“ Schon damals hatte ich mich, halb unbewusst, über die traurig fallenden Tonfolgen dieses Parteiliedes gewundert, das so gar nichts Aufrüttelndes und „Heldisches“ an sich hatte. Tatsächlich soll es sich um eine einfach zur zweiten National-Hymne umfunktionierte Moritaten-Melodie gehandelt haben! Da war die Italienische Faschisten-Hymne schon eine andere Sache, flott und forsch gespielt, der wir allerdings (1944!) den Text unterlegten: „Wiiir sind tapfre Italieeener, uuunser Land wird immer kleeener…“

Im September verließen uns die Schulkameraden des Jahrgangs 1927; sie wurden zum „Arbeitsdienst“ eingezogen. Uns aber schickte man mit allen Dienstgraden nach Rüdersdorf im Osten von Berlin zu einer 8,8 cm Batterie. Und da landeten wir mit einem Mal wieder im Grünen, die Baracken und die Aborte waren ungewohnt primitiv, aber die nächsten Äcker waren ganz nah, und ich sehe noch uns drei, Otto, Christian und mich, abends dort umherstreifen, von einem Möhrenhaufen einige mitnehmend, den Bauern beim Rüben-Abfahren zusehen, wobei ein Wagen steckenblieb und schließlich ein Ortscheit zerbrach, wie der Christian mitleidig und sachverständig feststellte, und es wurde mir deutlich, dass er , vom Dorf stammend, noch mehr als ich (der ich schon neun Monate von meinem Garten getrennt war) unter dem Mangel an Landschaft und dem Fehlen des Geruchs nach Stalldung und frisch gepflügter Erde gelitten hatte…

Landschaft blieb uns dann bis zum Schluss treu; in Rüdersdorf war die Ausbildung an der 8,8cm, wie sich schon eine Woche später herausstellte, überflüssig gewesen, obwohl es natürlich für einen technisch interessierten Schüler wie mich, wieder etwas Neues war, zumal ich nicht Ladekanonier spielen musste wie mein Freund Otto M., was ja bei der 8,8 eine ziemliche Schinderei war, besonders, wenn fast senkrecht geschossen wurde.

Ich erinnere mich noch an die nächtliche Reise über Leipzig nach der Station Eytra, wo unser Wagen morgens im Herbstnebel abgestellt stand, und wir zum ersten Mal jenen Braunkohlen-Schweldunst einatmeten, der uns dann bis zum 30.Januar 1945 nicht mehr aus der Nase gehen sollte. Wir wurden auf die Dörfer Scheidens und Seegel verteilt und lagen im Gasthaussaal von Seegel auf Stroh und wurden von der Wirtin gefragt, ob wir vielleicht „billarden“ wollten… Der Leutnant ging mit der jungen Dorfschullehrerin auf der Straße spazieren, und es war recht idyllisch dort, bis auf einen Angriff auf das in der Ferne sichtbare Werk Böhlen, als wir, im Straßengraben außerhalb des Dorfes liegend, den Bomberpulk genau über uns hinweg ziehen sahen und die Bomben die Erde erzittern ließen.

Bald zogen wir weiter südlich um nach Lucka, nur, um dort wieder auf Stroh, zunächst im Saal eines Gasthofes am Markt, dann in einem Fabrikraum zu liegen, während wir am Rande des Ortes anfingen, eine Flak-Stellung auszuheben, aber auch im Schulgebäude Unterricht hatten durch einen Lehrer der Zittauer Oberschüler, mit denen man uns vereinigt hatte. Sie hatten eine für uns seltsame Sprachfärbung mit einem rollenden „R“.

Pünktlich, am 14.Oktober 1944, wurden wir zum „Luftwaffen-Oberhelfer“ befördert, was den Kauf einer silbernen Litze nötig machte, die dann an der Schulterklappe befestigt wurde. Und für den Ausweis musste ein neues Passbild beschafft werden, m i t Litze!

Die Karte an der Wand des Fabrikraumes zeigte uns, wie nah wir inzwischen an die Heimat herangerückt waren, und da der Dienst zu den Wochenenden sehr locker gehandhabt wurde, beschlossen wir, mal eben am Freitagabend nachhause zu fahren, um am Montagmorgen, und zwar mit Fahrrädern, wieder zu erscheinen. Wir, Eberhard S. , ich und noch ein Dritter entfernten uns also mit der Eisenbahn von der Truppe, blieben aber schon zwischen Meuselwitz und Altenburg stecken, weil ein Angriff auf das Hydrierwerk Rositz am 20.Oktober wenige Stunden vorher die Gleise zerstört hatte. Ein Bauernwagen nahm uns schließlich bis Altenburg mit, und irgendwann langten wir schließlich zuhause an. Zur Rückfahrt trafen wir uns am Sonntagabend vor unserem Haus. Die nächtliche Fahrt war doch recht anstrengend, wir trafen aber im Morgengrauen in der Unterkunft ein und schlichen uns auf unseren Platz auf dem Stroh. Der Unteroffizier, der mit im Raum schlief, sah uns, grinste, und ließ die Sache auf sich beruhen – er dachte wohl, wir wären bei einem Mädchen gewesen…!

Als in der folgenden Woche bekannt wurde, dass wir wieder verlegt würden, vollführten wir das Ganze am nächsten Wochenende noch einmal, in umgekehrter Reihenfolge, und wieder, ohne erwischt zu werden.

Tatsächlich fuhren wir dann alle am 31.Oktober mit der Bahn nach Merseburg, marschierten im strömenden Regen bis zu einem Rot-Kreuz-Haus, wo wir , nass und müde, wie die Heringe dicht gepackt, auf dem blanken Fußboden übernachteten. Am nächsten Vormittag erreichten wir die 10,5 cm – Stellung zwischen dem Flugplatz Merseburg und dem Buna-Werk Schkopau und zogen in eine inzwischen für uns geräumte Baracke ein; wir fanden da einen Stamm von Merseburger Oberschülern vor, welche ein selbst für uns schauerliches Sächsisch sprachen. Und dort begann die Ausbildung an der vierten Flak-Waffe, von der wir gleich am nächsten Tag bei einem schweren Angriff auf das Leuna-Werk einen Begriff bekamen. Wir hatten dabei lediglich die großen Geschosse zuzureichen und konnten so das Geschehen am Himmel beobachten, zusammen mit Russen, die, ihre eigenen Helme tragend, ängstlich die genau über uns hinziehenden Bomberpulks betrachteten. Immerhin sah ich e i n e n der Bomber in Stücke brechen und die Teile silbern glänzend herunterwirbeln. Zu unserer Überraschung öffneten sich kurz darauf dort einer, zwei, drei, vier Fallschirme, die vom Westwind auf das inzwischen brennende Werk zu getrieben wurden. Später haben wir Bomber-Trümmer, manchmal einen ganzen Teil des Rumpfes oder fast die komplette Tragfläche einer „Fortress“, auf den umliegenden Feldern aufgesucht und Einzelteile, die uns wertvoll erschienen, mitgenommen.

Aber das war schon oberhalb von Mücheln, südwestlich von Merseburg, und nur 14 km westlich der Leuna-Werke, wohin wir schließlich Ende November verlegt worden waren, nun mit sechs eigenen Geschützen des eben „erlernten“ Kalibers 10,5 cm und einem Funkmessgerät. Untergebracht waren wir bis Mitte Dezember im Saal des „Schützenhauses“, welches oberhalb des Ortes und nicht weit von der schon fast fertig ausgebauten Stellung lag. Als wir dort eintrafen, war keine Verpflegung da, und es gab ein Mittagessen, das nur aus Kohlrabi-Suppe bestand; zum ersten Mal betraf auch uns der zunehmende Mangel, nachdem wir mit der ewigen Leberwurst und dem Kunsthonig bisher noch gerade einigermaßen satt geworden waren. Wir lagen natürlich wieder auf Stroh, und ein Kanonenofen hatte den großen Saal zu heizen; der Stubendienst hatte allenfalls die Strohreste aus dem schmalen Gang zwischen den Strohlägern zu entfernen; mehr gab es für ihn nicht zu tun.

Mehrmals im Dezember (so am 6.u.12.12.44) flog die USAF Angriffe auf Leuna, und zum ersten Mal hockte ich nun auf einem Sitz unseres eigenen Geschützes „Berta“, über die Kopfhörer noch den Stahlhelm gestülpt und brachte die beiden Zeiger auf den Wecker-großen Uhren „zur Deckung“, während es in schneller Folge knallte und der Himmel mit Flakwölkchen gesprenkelt wurde. Wir konnten zwar noch die „Pfadfinder-Bomber“ silbern glänzend aus Westen daherkommen sehen (auf die seltsamerweise nicht geschossen wurde), mussten uns aber vom ersten Schuss an – „Rrring-Klappklapp-tschuick-klack-Wumm!“ (Feuerglocke – Ladeschalen – Einzug-Rollen – Verschluss zu – Schuss) ganz auf die Uhren konzentrieren, so dass wir selten einen Blick auf mögliche Erfolge des unglaublich massierten Geschießes am Himmel werfen konnten. Vom Leuna-Werk sah man schon vor dem Angriff nichts mehr, denn es wurde stets rechtzeitig eingenebelt, und die Schornsteine hatte man beträchtlich gekürzt. Aber nach jedem Angriff stieg dort schwarzer Qualm auf, denn in der Regel waren die Angriffe offensichtlich erfolgreich, und die Benzinproduktion war wieder für Wochen lahm gelegt. Nur einmal soll der ganze Bombenteppich, als Folge starken Westwindes, auf die dahinter liegenden Felder gefallen sein, ein Fehler, der aber durch einen zweiten Angriff sehr bald kompensiert wurde. Auch uns wurde nun bewusst, dass selbst eine solche Massierung von Flakartillerie (mit „Großbatterien“ zu 36 Geschützen wie z.B. bei Schortau!) diese empfindliche Industrie nicht vor der Zerstörung schützen konnte.

Mitte Dezember bezogen wir Baracken im Ort Mücheln selbst, wo es dann etwas weniger primitiv zuging; auch Schulstunden wurden dort wieder gehalten. Je die Hälfte unserer LWH-Besatzung durfte zu Weihnachten, die andere zur Jahreswende 1944/45 auf Kurzurlaub fahren. Um für diesen Silvester-Urlaub meinen Antrag abzugeben, betrat ich am Weihnachtsabend die Schreibstube, wo in einem Winkel Offiziere und der Hauptwachtmeister um ein Radiogerät hockten. Ein Unteroffizier kam recht unwirsch an die Theke: „Was willste denn jetzt – also gut, gib her, wir hören doch gerade die Ansprache vom englischen König…!“

Und was ich im Warteraum des „Reviers“ in Frankleben, wo ein Furunkel behandelt werden sollte, (StR.W. zeigte sich sehr besorgt wegen eines solchen über meinem Auge und schickte mich dahin) von einigen alten Obergefreiten zu hören bekam, war von bissiger Resignation und schlichtem Defaitismus geprägt, wie: „Euch wernse schon auch noch verheizen…“

Schließlich erlebten wir noch einen schweren Nachtangriff der RAF auf die Stadt Merseburg, wobei bald nur noch vier Geschütze unserer Batterie schossen; zuerst drehte das Nachbargeschütz sein Rohr waagerecht, dann ging auch bei uns ein Schuss nicht los, und es hieß, der Schlagbolzen sei gebrochen; Ersatz war nicht da und musste erst am nächsten Tag durch einen Kurier aus Berlin geholt werden. Und so lehnten wir in unseren schweren Übermänteln in der kalten Nacht auf dem bereits schön warm geschossenen Rohr (was freilich verboten war) und sahen dort in der Stadt die Brände sich ausbreiten, und wie jede Explosion der Luftminen die angeleuchteten Brandwolken auseinander riss.

In unsere Stellung fiel keine Bombe; ja, in unserer ganzen LWH-Zeit hatten wir keine Verluste erlitten, und keiner war verwundet worden.

An einem klaren Wintermorgen marschierten wir, begleitet von zwei Unteroffizieren, über Landstraßen Richtung Westen bis ins Unstrut-Tal nach Laucha, wo die Musterung des Jahrgangs 1928 stattfand; alle wurden für kriegsverwendungsfähig befunden, und wir fuhren über Naumburg zurück nach Merseburg, blieben aber in Großkorbetha wegen eines weiteren Luftangriffs stecken, von dem wir nur noch einige Tiefflieger sahen, vor denen wir uns vorsichtshalber in die Bahnsteigunterführungen verzogen.

Nachdem am 10. Januar 1945 die Rote Armee die Weichsel überschritten hatte und sich rasch der Reichsgrenze näherte, wurde wohl beschlossen, die ohnehin wenig wirkungsvolle Verteidigung der schwer beschädigten Leuna-Werke durch die Flak einzuschränken und sogar die hoch-komplizierten 10,5 cm – Geschütze an der Ostfront einzusetzen. Am 30.Januar wurden die meisten LWH gänzlich unfeierlich aus dem LWH-Dienst entlassen mit dem Bemerken, wir würden unsere Einberufung zum Arbeitsdienst schon zu Hause vorfinden. So stand ich in der Abenddämmerung auf einem Bahnsteig des Bahnhofs Merseburg und sah, wie die restlichen Soldaten der Batterie die Geschütze auf Tieflader zogen, bereit zum Abmarsch an die Oder.

(Vier Jahre später traf ich in Jena unseren Oberfähnrich wieder, der berichtete, dass die Batterie nicht sehr weit östlich der Oder, noch auf den Bahngleisen, nach der Sprengung der Geschütze, aufgerieben worden sei und außer ihm, der westlich der Oder zurückgeblieben war, niemand überlebt habe…). LWH Hans K., der nicht mit den anderen entlassen worden war, erlebte dann noch bis Ende Februar in der Feuerleitstelle der Großbatterie Rossbach die ersten Anzeichen der Auflösung auch hier an der „Heimatfront“ nach weiteren Angriffen.

Auf der Heimfahrt, wieder in Zivil, verschlief ich den Umsteige-Bahnhof Werdau, wo ein Politischer Leiter in seiner „Goldfasan“-Uniform zugestiegen war, der sich fast verzweifelt über die Mutlosigkeit des Volkes äußerte: Heute, zum 12.Jahrestag der Machtübernahme, seien nur ganz wenige zur angesetzten „Großkundgebung“ erschienen, und er habe bemerken müssen, dass die Menschen nicht mehr an den Endsieg glaubten, ja am Genie des Führers zweifelten; das sei doch wirklich undankbar…(An diesem Tag hatten die sowjetischen Panzerspitzen bereits die Oder zwischen Frankfurt und Küstrin erreicht und waren in das Oberschlesische Industriegebiet eingedrungen!). Bis Reichenbach fühlte ich mich nun genötigt, den betrübten Parteisoldaten mit all den ihm doch eigentlich hinreichend vertrauten Phrasen und dem illusionären Gerede über die doch sicher bald kommenden Wunderwaffen so weit aufzurichten, dass er mir vor dem Warteraum im Bahnhof Reichenbach, wo ich nun die Nachtstunden zu verbringen hatte, begeistert die Hand schüttelte, froh, „dass Deutschland nicht untergehen wird, solange solche aufrechten Jungen …usw.“

DFÜ-Netzwerkzugang mit T-Online (PPP)

Sind Sie es leid, als T-Online-Nutzer immer mit dem speziellen T-Online-Decoder ins Internet gehen zu müssen? Es geht auch anders: Probieren Sie doch einmal, T-Online über das normale DFÜ-Netzwerk zu benutzen!

Der gute alte T-Online-Decoder ist ein  recht einfacher Zugangsweg ins Internet. Allerdings ist er nicht gerade die Performance in ihrer reinsten Form und auch das integrierte Mailprogramm läßt bisweilen zu wünschen übrig – insbesondere beim Öffnen von Anlagen.

Insider gehen deshalb über das normale DFÜ-Netzwerk mit T-Online ins Internet. Wer BTX weiterbenutzen möchte z.B. wegen Online-Banking, sollte zumindest den Decoder nicht deinstallieren.

Wie kommen Sie nun über das DFÜ-Netzwerk mit T-Online in’s Internet? Die wichtigsten Zugangsinformationen finden Sie am Ende des Textes, so daß Insider mit diesen Daten eine DFÜ-Verbindung auch auf einem anderen Betriebssystem installieren können:

Installation unter Windows 95/98

    • Das Kommunikationsgerät
    • Voraussetzung ist an dieser Stelle, daß Sie schon ein Modem oder eine ISDN-Karte auf Ihrem System installiert haben.

Bei einer ISDN-Karte ist darüberhinaus zu beachten, daß Windows DFÜ-Verbindungen nur über Modems realisieren kann. Für ISDN-Karten muß also zusätzlich zu den normalen Treibern eine Simulation vorhanden sein, die dem System vorgaukelt, ein Modem sei installiert. Diese Simulierungen nennen sich, je nach Hersteller, „CAPI-Port“ oder „Miniport“, nicht zu verwechseln mit der sowieso erforderlichen „CAPI“, die die eigentlichen Treiber der ISDN-Karte bezeichnet.

Wenn Sie nachprüfen wollen, ob für Ihre ISDN-Karte schon der CAPI-Port installiert ist, können Sie dies ganz einfach in der Systemsteuerung unter „Modems“ machen. Sind hier Einträge vorhanden, die den Namen Ihrer ISDN-Karte enthalten, sind die CAPI-Ports schon installiert. Wichtig ist hierbei der CAPI-Port, der die Bezeichnungen „PPP“ und/oder „Internet“ enthält, aber alles der Reihe nach. 🙂

Nähere Informationen zur Installation der CAPI-Ports, falls diese noch nicht auf Ihrem System vorhanden sind, finden Sie in der Dokumentation zu Ihrer ISDN-Karte oder auch auf der Homepage des Herstellers.

    • Die Systemkomponenten
    So, kommen wir nun zur eigentlichen Installation des DFÜ-Netzwerks: Zuerst wollen wir einmal sehen, ob die erforderlichen Netzwerkkomponenten schon installiert sind. Hierzu gehen wir in die Systemsteuerung und doppelklicken dort auf „Netzwerk“. Hier sollten die Komponenten „DFÜ-Netzwerk“ und „TCP/IP“ vorhanden sein. Falls etwas fehlt, können Sie dies durch den Button „Hinzufügen“ nachinstallieren; „DFÜ-Adapter“ findet sich unter „Netzwerkkarte“ und dem Hersteller „Microsoft“, „TCP/IP“ unter „Protokolle“ und ebenfalls beim Hersteller „Microsoft“
    • Nun sollten wir in der Liste der installierten Netzwerkkomponenten die Bindung des DFÜ-Netzwerks überprüfen. Doppelklicken Sie hierzu auf „

DFÜ-Netzwerk

    • “ und klicken Sie im sich öffnenden Fenster auf die Registerkarte „

Bindungen

    • „.

Die Bindung „TCP/IP -> DFÜ-Adapter“ sollte unbedingt aktiviert sein, sonst ist alle Mühe vergebens.

Zu guter Letzt schauen wir nocheinmal kurz die Einstellungen des „TCP/IP“ durch. Doppelklicken Sie hierzu in der Liste der installierten Netzwerkkomponenten auf „TCP/IP“ bzw „TCP/IP -> DFÜ-Adapter“. Folgende Angaben sollten gemacht sein, Angaben für jede Registerkarte getrennt:

„IP-Adresse“
„IP-Adresse automatisch beziehen“ aktivieren

„WINS Konfiguration“
„WINS-Auflösung deaktivieren“

„Gateway“
– keine Einträge –

„Bindungen“
ggf. nur auf „Client für Microsoft-Netzwerke“ und/oder „Microsoft Family-Logon“

„Erweitert“
– keine Einträge –

„NetBIOS“
NetBIOS sollte nicht aktiviert sein, falls deaktivierbar

„DNS Konfiguration“
„DNS deaktivieren“ aktivieren (ja, wirklich)

Bestätigen Sie nun alle Fenster mit „OK“. Falls Windows nun unbedingt neugestartet werden will, so tun Sie ihm den Gefallen. 🙂

    • Die eigentliche DFÜ-Verbindung

 

    • Jetzt endlich können wir die eigentliche DFÜ-Verbindung einrichten. Doppelklicken Sie dazu „Arbeitsplatz“ und dort „DFÜ-Netzwerk“. Wenn Sie hier noch nie eine Internet-Verbindung eingerichtet haben, geht gleich der Assistent auf Sie los. Ansonsten doppelklicken Sie auf „Neue Verbindung“.

Das erste, was der Assistent wissen möchte, ist der zukünftige Namen der Verbindung, der Sinn und Zweck dürfte klar sein (Beispiel: T-Online). Weit wichtiger ist das Gerät, über das die Verbindung aufgebaut werden soll. Haben Sie ein Modem, wählen Sie hier Ihr Modem aus. Wenn Sie eine ISDN-Karte mit installierten CAPI-Ports haben (ohne die geht’s absolut nicht, siehe oben), wählen Sie hier denjenigen aus, der für PPP-Verbindungen zuständig ist, meist steht auch das Wort „Internet“ gleich dabei. Mit den anderen CAPI-Ports geht’s ebenfalls nicht, probieren kostet nur unnötig verbratene Telefoneinheiten.

Auf der nächsten Seite möchte der Assistent die Rufnummer. Das Vorwahlfeld lassen wir aus und geben in das Rufnummernfeld die Nummer 0191011, das ist die PPP-Einwahlnummer von T-Online. Landesvorwahl ist selbstverständlich Deutschland oder natürlich das Land, in dem Sie sich gerade aufhalten.

Mit weiteren Klicks auf „Weiter“ haben Sie dann auch den Assistenten überstanden und sind stolzer Besitzer einer eingerichteten DFÜ-Verbindung.

Die Feinarbeit an der DFÜ-Verbindung

Was nun kommt, ist die Feinarbeit. Diese sollten wir trotz der Komplexität nicht vernachlässigen, um eventuellen Ärger von vornherein zu vermeiden. Klicken Sie deshalb im Fenster „DFÜ-Netzwerk“ mit der rechten Maustaste auf Ihre neue DFÜ-Verbindung und wählen Sie im Pop-Up-Menü die Option „Eigenschaften“.

Wir sind nun auf der Registerkarte „Allgemein“. Als erstes können wir hier „Landes- und Ortskennzahl verwenden“ deaktivieren, nun sollte nur noch das Feld mit der Rufnummer aktiv sein. Weiter unten finden Sie nochmal das verwendete Kommunikationsgerät (Modem, ISDN-Karte), hier ist also Möglichkeit, eine Fehlentscheidung beim vorher absolvierten Assistenten wiedergutzumachen.

Klicken Sie nun auf die Registerkarte „Servertypen“.

Als Typ des DFÜ-Servers sollte ganz oben „PPP: …“ eingestellt sein. Unter „Erweiterte Optionen“ sollten Sie alle (!) Felder deaktivieren, unter „Zulässige Netzwerkprotokolle“ sollte nur „TCP/IP“ aktiv sein. Klicken Sie anschließend auf „TCP/IP-Einstellungen“:

  • Die Einwahl
      Hier sollte „Vom Server zugewiesene IP-Adresse“ und „Vom Server zugewiesene Namesserveradressen“ gewählt sein. Unten sollte „IP-Header-Komprimierung“ und „Standard-Gateway im Remote-Netzwerk verwenden“ aktiv sein. Bestätigen Sie nun alle Fenster mit „OK“. Die eventuell weiteren Registerkarten in Ihrer DFÜ-Verbindung sind für die Verbindung zu T-Online ohne Interesse.
    • Doppelklicken Sie im Fenster des DFÜ-Netzwerks Ihre erstellte DFÜ-Verbindung zu T-Online. Nun erscheint ein Fenster für Ihre Benutzerdaten (Login/Passwort). Die haben es bei T-Online wahrlich in sich, spitzen Sie den Bleistift. 😉

Der Benutzername setzt sich aus Ihrer zwölfstelligen Anschlußkennung, Ihrer T-Online– und Ihrer Mitbenutzernummer zusammen. Tippen Sie also in das Feld für den Benutzernamen zunächst Ihre zwölfstellige Anschlußkennung ein und gleich dahinter (also ohne Leerschritt oder Bindestrich!) Ihre T-Online-Nummer. Sehr wichtig: Falls diese T-Online-Nummer weniger als zwölf Stellen hat, müssen sie unbedingt hinter diese T-Online-Nummer eine Raute („#“) setzen! Dahinter kommt dann Ihre Mitbenutzernummer.

Das erforderliche Paßwort ist im Gegenzug dafür umso einfacher, schreiben Sie es einfach in das Paßwort-Feld, wie es auf Ihrem Schreiben von der Telekom steht.

Die besten Dinge, die man in Hamburg jetzt tun kann

Mit mehr als 50 Museen, 45 Theatern und rund 100 Musikspielstätten und Clubs hat sich Hamburg still und leise zu einem Kulturmekka entwickelt, das fast auf Augenhöhe mit Berlin ist. Im Januar 2017 feierte die Stadt sogar die Eröffnung eines der größten und akustisch fortschrittlichsten Konzerthäuser der Welt, der Elbphilharmonie – ein großer Coup. Aber abgesehen von der neu gewonnenen kulturellen Vormachtstellung machen die reiche maritime Geschichte und die Nähe zur Nordsee Deutschlands zweitgrößte Stadt und den größten Hafen auch zu einem Paradies für (See-)Feinschmecker, mit atemberaubenden Hafenansichten an so ziemlich jeder Ecke. Von einem Spaziergang über die berüchtigte Reeperbahn über die größte Modelleisenbahn der Welt bis hin zu einem Gin Basil Smash in einer Bar, die behauptet, ihn erfunden zu haben – dies sind die besten Dinge, die man in Hamburg tun kann.

1. Rotlichtviertel Reeperbahn

Hamburgs „sündigste Meile“ auf der Reeperbahn ist eine der Hauptattraktionen der Stadt. Mit lebhaften Restaurants, Bars und Clubs, gemischt mit all den Stripclubs, Sexshops und Bordellen, ist dieser Teil von St. Pauli aber auch eine der belebtesten Gegenden für Essen, Trinken und Live-Musik. Auf der berühmt-berüchtigten Herbertstraße, wo Frauen verboten sind, treiben sich Prostituierte herum (man munkelt allerdings, dass einige mit der richtigen Verkleidung durchschlüpfen). Und um Weihnachten herum finden Sie den unanständigsten Weihnachtsmarkt der Stadt, den Santa Pauli Markt, mit Stripshows nur für Erwachsene, Live-Musik und einem Zelt für Erwachsene, in dem einige ziemlich sexy Weihnachtsgeschenke angeboten werden. Die Gentrifizierung bedeutet, dass es den erotischen Spielplatz auf der Reeperbahn vielleicht nicht mehr lange geben wird – sehen Sie ihn, solange Sie können.

2. Tour durch den Hamburger Hafen

Erwarten Sie hier keine Natur; bei diesen Bootstouren geht es eher darum zu sehen, wie Deutschlands größter Hafen tickt. Mit 9.000 Schiffsanläufen pro Jahr, fast 300 Liegeplätzen und 27 Meilen Kaianlagen für Seeschiffe ist der Hamburger Hafen eine geschäftige Meeresautobahn. Auf einer Barkassenfahrt wie der Maritimen Rundfahrt kommen Sie dem Treiben der Containerschiffe näher. Oder Sie entfliehen den Zwängen an Land mit einer schwimmenden Techno-Party auf dem Love Boat. Wenn Sie auf Geschwindigkeit stehen, sollten Sie die RIB-Piraten ausprobieren, den einzigen Speedboat-Anbieter, der im Hamburger Hafen zugelassen ist. Auf dem letzten Abschnitt dieser Tour erreichen Sie Höchstgeschwindigkeiten auf einem Schlauchboot, das mit 60 Meilen pro Stunde über die Wellen gleitet.

3. Das Portugiesische Viertel

Seltsamerweise ist Hamburg – mit der offensichtlichen Ausnahme von Portugal – einer der wenigen Orte auf der Welt, an dem man wirklich wie die Portugiesen leben kann. In der Gegend um die Ditmar-Koel-Straße in der Neustadt haben sich seit den 60er und 70er Jahren spanische und portugiesische Einwanderer angesiedelt, und diese malerische Gegend ist der Ort, an dem die Club-Kids nach einer durchzechten Nacht auf einen Galão (Espresso mit gedämpfter Milch) und Pastel de Nata (eine Puddingtorte) gehen. In der Nähe des Hafens ist es auch der richtige Ort, um den Hunger nach frischen Meeresfrüchten zu stillen. Probieren Sie eine Schüssel mit gedämpften Muscheln in einem der Dutzenden von Restaurants, die die beste mediterrane Küche der Stadt anbieten.

4. Literaturhauscafé

Das Literaturhauscafé befindet sich in einem schönen alten Gebäude aus dem Jahr 1839, aber das war nicht immer so. Es diente früher als Tanzschule und Mädchenheim und war dann jahrelang dem Verfall preisgegeben. Zum Glück finanzierte 1985 ein anonymer Philanthrop die Restaurierung, und jetzt hängen glitzernde Kronleuchter von den kunstvoll gestalteten Stuckdecken über Reihen strahlend weißer Tischdecken. Das Literaturhauscafé ist vielleicht nicht das billigste Restaurant, aber es ist perfekt für einen besonderen Anlass oder wenn Sie sich einfach nur etwas gönnen wollen. Die Speisekarte besteht aus frischen, saisonalen und regionalen Gerichten.

5. St. Pauli Fischmarkt

Fischmarkt“ ist ein etwas irreführender Name. Hier gibt es zwar frischen Fisch und Meeresfrüchte, aber auch Trödel, Blumen, Obst und Gemüse, Fleisch und Kleidung. Seit 1703 werden auf dem Fischmarkt alle möglichen Dinge gehandelt, er ist also gut etabliert und sehr belebt, wenn er jeden Sonntagmorgen öffnet. Wenn Sie nicht nur frische Zutaten, sondern etwas Fertiges suchen, können Sie hier auch Snacks wie Krabbenbrötchen bekommen oder in der angrenzenden Fischauktionshalle brunchen und sich von einer Live-Jazz- oder Skiffle-Band unterhalten lassen.

Dinge zu tun und zu sehen in Hamburg, Deutschland

Hamburg ist eine geschäftige Hafenstadt in Norddeutschland, die mit Booten übersät und mit malerischen Cafés und Restaurants übersät ist. Mit einem der größten und verkehrsreichsten Häfen in Europa ist Hamburg seit Hunderten von Jahren kulturell und historisch bedeutsam, ein dynamisches Zentrum für Handel, Wirtschaft und Gewerbe. Die erstaunliche Architektur, die weitläufigen Parkanlagen und eine Reihe einzigartiger Museen machen die Stadt zu einem aufregenden Ort, den man einen Tag lang erkunden kann. Möchten Sie einen bunten Markt durchstöbern, auf dem Fluss segeln oder eine leckere, traditionelle Schokolade probieren? Hier ist unsere Liste der 10 besten Dinge, die man in Hamburg tun und sehen kann.

Chilehaus

Das vom deutschen Architekten Fritz Höger entworfene und zwischen 1922 und 1924 errichtete Chilehaus ist ein zehnstöckiges Bürogebäude in Hamburg und ein außergewöhnliches Beispiel für eine Architektur, die als Backsteinexpressionismus bekannt ist. Das Gebäude ist berühmt für sein Dach, das stark an einen Schiffsbug erinnert, und für seine Strukturen, die sich oben in einem sehr spitzen Winkel treffen. Die beste Sicht auf das Gebäude hat man von Osten, und durch die betonte Vertikale sowie die geschwungenen Außenwände strahlt das Gebäude trotz seiner Größe eine gewisse Leichtigkeit aus. Zusammen mit der Speicherstadt und dem Kontorhausviertel in Hamburg wurde das Chilehaus 2015 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt.

SpeicherstadtDie im Hamburger Hafen gelegene Speicherstadt ist die größte Speicherstadt der Welt, in der die Gebäude auf Holzpfahlfundamenten stehen. Der Bau des einzigartigen Gebiets, das als Freizone errichtet wurde, in der Kaufleute ihre Waren zollfrei umschlagen konnten, begann 1883 und wurde erst 1927 abgeschlossen. Das Viertel liegt direkt am Wasser und zeichnet sich durch seine bunten roten Backsteine und die neugotische Architektur aus. Um die Lagerhäuser aus nächster Nähe zu sehen, sollten Sie eine Bootsfahrt um den Hafen machen, wo die Kanaltouren direkt am Rande des Viertels vorbeifahren.

Der Hamburger Fischmarkt ist ein traditioneller, belebter Sonntagmorgenmarkt. Kommen Sie hierher, um eine Vielzahl von Meeresfrüchten, frischem Obst, Blumen, Kleidung und vieles mehr zu kaufen. Der Markt beginnt früh, um 5 Uhr morgens, und selbst wenn Sie kein Morgenmensch sind, wird die energiegeladene Live-Musik, die in der Auktionshalle gespielt wird, Sie sicher in Schwung bringen, egal zu welcher Tageszeit. Und während Sie hier sind, nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um in den Himmel zu schauen; ein früher Besuch hier ist eine großartige Gelegenheit, um den spektakulären Sonnenaufgang über dem Fluss Norderelbe zu beobachten.

Hamburger Dom

Der Hamburger Dom ist eine Messe und ein Festival mit einer reichen und abwechslungsreichen Geschichte, die zum ersten Mal im Jahr 1329 stattfand und jedes Jahr über 10 Millionen Schausteller und Fahrgeschäfte anzieht. Der Jahrmarkt findet dreimal im Jahr statt und wird je nach Jahreszeit Winter-, Sommer- oder Frühlingsdom genannt. Jede Kirmes dauert etwa einen Monat und ist damit die längste und größte Kirmes in Norddeutschland. Die Besucher können sich an den Spielbuden austoben und mit den gigantischen Achterbahnen im Looping fahren. Für einen tollen Abschluss der perfekten Nacht können Sie jeden Freitag um 22:30 Uhr das kaleidoskopische Feuerwerk erleben.

Elbstrand

Der Elbstrand ist ein malerischer Sandstrand in Hamburg, der von klarem Wasser und prächtigen Villen umgeben ist und einen fantastischen Blick auf den Hafen bietet. In den Sommermonaten erwacht der Strand zum Leben und wird ab Ende Mai von zahlreichen Besuchern besucht, die sich hier bei Volleyballspielen und gemütlichen Bootsfahrten vergnügen. Viele beliebte Bars und Restaurants säumen die Ufer des Strandes und bieten den Gästen die Möglichkeit, sich mit einem Cocktail zurückzulehnen, während sie die fantastische Aussicht auf die Bucht genießen.

Alster

Die Alster ist ein 160 Hektar großer See im Herzen Hamburgs, ein Paradies für Segler, Ruderer und Schwimmer. In dem ruhigen und sauberen Gewässer kann man oft viele anmutige Schwäne beobachten, die hier fröhlich dahin gleiten. Im Sommer wimmelt es nur so von begeisterten Frisbee-Fans, die auf den grasbewachsenen Ufern spielen. Im Winter verwandelt er sich in ein Bild winterlicher Schönheit, wenn der Fluss charmant zufriert und eine schöne, spiegelglatte Fläche zum Schlittschuhlaufen bietet.

Super nützliche Tipps für den Besuch in Hamburg, Deutschland

Wenn es um die Arten von Reisezielen geht, die man in Europa antrifft, sind meiner Meinung nach die Hafenstädte dort einige der kuriosesten des Kontinents. Anstatt mit Geschichte oder großartiger Schönheit beladen zu sein, scheinen diese Orte immer vor Charakter zu strotzen. Ich weiß selten, was mich erwartet, wenn ich eine Stadt betrete, und verlasse sie in der Regel immer noch, um zu verarbeiten, was ich gesehen habe. So geht es mir auch nach meinem Besuch in Hamburg im März dieses Jahres.

Es gab nie einen Zweifel daran, dass Hamburg auf meiner Deutschland-Reiseroute liegen würde. Leute, die dort waren, erzählten mir, wie sehr ihnen die Stadt gefiel, aber nie auf eine Art und Weise, die deutlich machte, was so besonders an der Stadt war. Ich musste diese Stadt mit eigenen Augen sehen. Nachdem ich 3 Tage in Hamburg verbracht habe, um diese Stadt in Norddeutschland zu besichtigen, kann ich klar erkennen, wie komplex und einzigartig Hamburg ist. Nur wenn ich jetzt zurückblicke, kann ich die Ähnlichkeiten zwischen ihr und anderen Hafenstädten, in denen ich in Europa gewesen bin, erkennen.

Wie auch immer, um Ihnen bei Ihrer Reise zu helfen, hier sind meine Tipps für einen Besuch in Hamburg, basierend auf meinem kürzlichen, nachdenklich stimmenden Besuch.

Sehen Sie nicht nur die Speicherstadt

Als ich meinen Hamburg-Besuch plante, gab es einen bestimmten Teil der Stadt, den ich unbedingt sehen wollte. Die Speicherstadt hatte sich dank der vielen Fotos, die ich auf Instagram gesehen hatte, fest in meinem Kopf verankert. In meinem Kopf war das Bild von roten Backsteinspeichern, die sich über engen Wasserstraßen erheben, das, was ich von Hamburg erwartete. Die Erkundung der Speicherstadt hat diese Erwartungen definitiv erfüllt und ist ein Ort, der anders ist als alle anderen, die ich in Europa gesehen habe, aber das sollte nicht alles sein, was Sie von Hamburg sehen.

Was ich vor meinem ersten Aufenthalt in Hamburg nicht wusste, war, dass diese riesige Stadt eine Menge zu sehen und zu tun hat. Ich hatte kein Problem damit, drei Tage mit Sightseeing zu füllen und von einem Teil der Stadt zum nächsten zu hüpfen. Das Tolle ist, dass es diese Attraktionen in vielen Formen gibt. Nehmen Sie zum Beispiel den Alten Elbtunnel, in den Sie hinabsteigen können, um zu Fuß oder mit dem Fahrrad unter dem Fluss hindurch zu gehen. Er wurde 1911 erbaut und ist damit der älteste Flusstunnel Europas, und die alten Aufzüge, mit denen man hinunterfahren kann, sind etwas ganz Besonderes!

Ein weiterer Anblick, der mich umgehauen hat, war das Innere der St. Michael’s Church. Ich habe schon viele europäische Kirchen gesehen, und doch zeigte mir diese Kirche immer noch etwas Neues. Mit ihrem üppigen barocken Design und den Ringen von Balkonen fühlte sie sich mehr wie ein Theater als eine Kirche an. Ich bin nicht einmal auf den 132 Meter hohen Turm geklettert, um die Aussicht auf die Stadt zu genießen, und ich bin trotzdem beeindruckt. Zu den anderen Sehenswürdigkeiten komme ich gleich noch, aber das sollte Ihnen auf jeden Fall ein paar Ideen für den Anfang geben.

Beginnen Sie Ihren Besuch mit dem Rathausmarkt

Anstatt direkt in die Speicherstadt zu gehen, sollten Sie Ihren Hamburg-Besuch mit dem Rathausmarkt beginnen. Dieser Platz im Herzen Hamburgs liegt eingekeilt zwischen einer Reihe faszinierender Sehenswürdigkeiten, nicht zuletzt dem Hamburger Rathaus. Der Neo-Renaissance-Look des Rathauses hat es in sich, vor allem mit seinem zentralen, hoch aufragenden Turm. Sie können auch ins Innere gehen, um einen Blick auf die großen Säle zu werfen und weiter in den kunstvollen Innenhof zu gehen.

Nicht weit vom Platz entfernt liegt die Binnenalster, ein malerischer See, von dem aus man einen tollen Blick auf das Hamburger Stadtbild hat. Um dorthin zu gelangen, empfehle ich, den Kanal der Kleinen Alster zu überqueren und durch die charmanten Alsterarkaden zu gehen. Wenn Sie sich weiter vom Hauptplatz entfernen, stoßen Sie auf mehrere Kirchen wie die St. Petri Kirche. Außerdem sehen Sie eines meiner liebsten historischen Gebäude in Hamburg, das Hulbe Haus. Mit seinem gemusterten Backsteinmauerwerk und den Erkern scheint es ein seltener Anblick in Hamburg zu sein.

Wenn Sie mit dem Rathausmarkt beginnen, bekommen Sie gleich mehrere Hamburger Sehenswürdigkeiten zu sehen. Sie sind dann in einer erstklassigen Position, um sich leicht durch die Stadt zu bewegen, wo auch immer Ihr nächster Halt sein mag.

Kein Stress, bleiben Sie in der Superbude

Ein entmutigender Teil eines Hamburg-Besuchs ist die Frage, wo man in der Stadt übernachten sollte. Sobald eine Karte mit Hotels und Hostels vor Ihnen auftaucht, ist Verwirrung vorprogrammiert. Aufgrund des Layouts von Hamburg können Ihre Unterkunftsoptionen in alle Richtungen verteilt sein. Nur direkt im Stadtzentrum scheint es nicht viel zu geben. Das mag im ersten Moment entmutigend wirken, aber keine Sorge, das ist völlig normal.

Aufgrund der dezentralen Lage Hamburgs und der hervorragenden öffentlichen Verkehrsmittel werden Sie wahrscheinlich nicht mitten in der Stadt wohnen. Das bedeutet, dass Sie bei Ihrer Suche andere Dinge wie Kosten, Qualität und Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr priorisieren müssen. Hier kommt das Superbude Hotel Hostel St Georg ins Spiel.

„Die Paulsens“

Unser Programm Frühjahr/Sommer 2007:

Nachdem unser neuer Tutor Jörg Müller den Kenntnisstand der „Paulsener“ ermittelt hat –wobei er doch so manche Wissenslücke entdeckt hat–, werden wir an den Übungsabenden in diesem Frühjahr unsere Kenntnisse in „Word“ weiter auffrischen. Wir werden folgende Themen behandeln:

  • Zeichenformatierung
  • Absatzformatierung
  • Schreiben (Lineal, Einzug, Rechtschreibung, Autokorrektur, Tabstops)
  • Text ergänzen (Graphiken, Textfelder/Textfluss, Material aus dem Internet, Rahmen/Schattierung) Seitenlayout , Abschnitte, Kopf-/Fußzeilen
  • Formatvorlagen, Inhaltsverzeichnis, Index
  • Tabellen in Word
  • Sonderthemen wie Etiketten/Umschläge u. ä.
  • Dokumentenvorlagen
  • Privat- und Geschäftsbrief
  • Serienbrief
  • Formulare, Steuerelemente, Makros

Da die „Paulsens“ eine fortgeschrittene Gruppe sind, ist es denkbar, dass wir nicht für jedes Thema einen ganzen Übungsabend benötigen. Wir können daher nicht angeben, welches Thema an welchem Tag behandelt wird. Das bedeutet, daß Interessierte, die bisher nicht bei den „Paulsens“ geübt haben, sich darauf einstellen müssen. Am besten vorher bei Helmut Haas anfragen

Nachkriegserinnerung Deutsch-russische Freundschaft von Christa Renken

Die ungewöhnliche Freundschaft zwischen einem Deutschen und einem Russen begann im Frühjahr 1946, knapp ein Jahr nach dem Ende des zweiten Weltkrieges. Trauer, Verzweiflung und Ratlosigkeit beherrschte die Menschen, die um das Weiterleben und ihre Existenz kämpften.

Auch an meiner Familie waren die Schrecken des Krieges nicht vorübergegangen. Mein Bruder und viele Cousins waren gefallen, weitere Verwandte und Freunde zählten zu den Vermißten. Zweimal wurde unser gesamtes Hab und Gut ein Opfer des Bombenkrieges. Viele Familien waren durch das Kriegsgeschehen noch getrennt. Meine Eltern und ich betrachteten es als Glück im Unglück, daß wir uns nach langem Umherirren in unserer Heimatstadt Magdeburg wiedergefunden hatten Bomben hatten die Stadt im Januar 1945 fast völlig zerstört. Viele Menschen lebten in Trümmern oder mit mehreren Familien in einer Wohnung. Wir bewohnten mit zwei weiteren Familien eine Wohnung, die von der Zerstörung verschont geblieben war. Das Leid, das jede Familie durch den Krieg erfahren hatte, ließ uns zu einer Schicksalsgemeinschaft werden.

Deutschland war von den Siegermächten besetzt. In unser Gebiet war die Sowjetarmee einmarschiert. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wurde uns die Sinnlosigkeit des Krieges und der zahllosen Opfer bewußt. Den Tod meines Bruders empfanden wir umso schmerzlicher. Das unendliche Leid hat die Menschen verstummen lassen. Wir lernten leiden, ohne zu klagen und uns den neuen Verhältnissen anzupassen, jeder auf seine Weise.

Die Trümmerbeseitigung stand an erster Stelle. Somit wurde ich in einem Industriegebiet außerhalb der Stadt als Tiefbau-Hilfsarbeiterin bzw. „Trümmerfrau“ , eingesetzt. Meine Mutter widmete sich der Flüchtlingsbetreuung, während mein Vater, der bei der Bank beschäftigt war, arbeitslos wurde. Ansonsten mußten hauptsächlich meine Eltern oft stundenlang vor den Geschäften anstehen, um die zugeteilten Lebensmittel zu erhalten. Und so hofften wir von Tag zu Tag auf ein wenig Glück, vor allen Dingen auf eine Tätigkeit für meinen Vater. Seine ständigen Bemühungen hatten schließlich Erfolg, wobei ihm seine Ausbildung als Musiker zugute kam. Einige Cafés und Gaststätten hatten mit bescheidenen Mitteln wiedereröffnet.

Mein Vater gründete eine Kapelle und sorgte zuerst nachmittags, später auch abends für die musikalische Unterhaltung der Gäste. Es war wie ein Erwachen aus einem bösen Traum. Die Menschen konnten für wenige Stunden den Alltag vergessen. Ich war sehr stolz auf meinen Vater. Es fanden sich aber nicht nur deutsche Gäste, sondern eines Tages auch russische Besatzungsangehörige ein. Diese erste friedliche Begegnung mag bei manchem die Erinnerung an die zahlreichen Opfer des Krieges hervorgerufen haben, ganz sicher auch bei meinem Vater. Die ungezwungene Fröhlichkeit wich einem befangenen Schweigen und einer Fremdheit, die kaum überbrückbar schien. Mein Vater sah keine andere Möglichkeit, als unverdrossen weiterzuspielen, womit er schließlich die erste Annäherung unter den Gästen erreichte. Im Laufe der Zeit wurden diese deutsch-russischen Begegnungen zur Selbstverständlichkeit.

So fiel es auch nicht besonders auf, als an einem Nachmittag ein russischer Offizier das Café betrat und zielbewußt auf die Kapelle zusteuerte. Meinem Vater fiel vor Schreck fast die Geige aus der Hand, denn der Offizier sah meinem gefallenen Bruder zum Verwechseln ähnlich. Alexander, so hatte er sich vorgestellt, zeigte für die Musik besonderes Interesse und äußerte auch gleich seine Wünsche. Wie sich im Laufe des Gesprächs herausstellte, hatte Alexander, der ein wenig deutsch sprechen konnte, Geigenunterricht erhalten, den er in Deutschland gerne fortsetzen wollte. Zwischen den beiden entstand eine spontane Sympathie, die keinerlei Vorbehalte, Zweifel oder gar Fremdsein aufkommen ließ.

Für meinen Vater war es eine Selbstverständlichkeit, Alexander den gewünschten Geigenunterricht zu erteilen. So machten auch wir, meine Mutter und ich, seine Bekanntschaft und wurden zu seiner Ersatzfamilie. Die gemeinsamen Stunden waren für uns alle eine Bereicherung und Ablenkung von den täglichen Problemen. Besonders meine Eltern, die er liebevoll Vater und Mutter nannte, halfen Alexander, die Sehnsucht nach seiner Familie und Heimat zu lindern. In dem Café, in dem mein Vater musizierte, wurde Alexander bald ein gern gesehener Gast. Die größte Freude erlebte Alexander, als ihn seine Frau aus Rußland besuchte. Da ihr Aufenthalt von kurzer Dauer war, konnte sie nur meinen Vater kennenlernen. Es war eine harmonische und für alle Beteiligten eindrucksvolle Begegnung. Später berichtete Alexander, daß seine Frau deswegen beruhigt heimgefahren war, weil sie ihn in unserer Familie gut aufgehoben wußte.

Neben den Nachmittagskonzerten organisierte mein Vater mittlerweile auch Tanzabende, die regen Zuspruch fanden und auch für Alexander eine vergnügliche Ablenkung waren. Das nahende Pfmgstfest brachte meinen Vater auf den Gedanken, auch das traditionelle Pfingstkonzert wieder aufleben zu lassen. Er fand ein Gartenlokal außerhalb der Stadt und traf entsprechende Vorbereitungen. Teils mit der Straßenbahn und teils zu Fuß erreichten die Gäste das Ziel, wo sie mit flotter Musik empfangen wurden. Der Beifall nahm kein Ende. Jeder hatte sich eine karge Verpflegung mitgebracht, die zu den Getränken verzehrt wurde. Aber die Menschen waren glücklich und in echter Pfingstlaune, bis ein russischer Wagen vorfuhr, dem mehrere Offiziere entstiegen. Für einen Augenblick herrschte absolute Stille.

Meine Eltern und ich glaubten unseren Augen nicht zu trauen. Einer der Offiziere war Alexander. Schwer bepackt gesellten sich die Russen zu den deutschen Gästen, die sich über unsere herzliche Begrüßung wunderten. Noch größer war die Verwunderung, als die Offiziere Brot und Dosenwurst verteilten und die Gäste zum Essen aufforderten. Gemeinsam wurde noch stundenlang weitergefeiert.

Fast ein Jahr konnten wir die Freundschaft mit Alexander genießen, bis er nach Rußland zurückversetzt wurde.. Wir blieben auch nicht in unserer Heimatstadt. So verloren wir uns aus den Augen. Ich bin aber sicher, daß sich Alexander genau so oft und gerne an uns erinnerte, wie wir an ihn. Mißtrauen, Zweifel oder gar Feindseligkeit hatten in unserer Freundschaft keinen Platz. Nicht zuletzt durch die Musik war sie ein kleiner Beweis für die mögliche Völkerverständigung ganz einfach von Mensch zu Mensch.