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Berichte der Mitglieder"Winterliche Fahrt nach Oslo" |
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"Winterliche Fahrt" |
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Winterliche Fahrt nach Oslo |
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Eigentlich wird niemand unbedingt Anfang Januar mit dem Schiff von Kiel nach Oslo fahren wollen. Was soll man da. Dort herrschen Minustemperaturen von bis zu 19 Grad Celsius und dass dieses dunkle Oslo zu dieser Jahreszeit eine Offenbarung ist, wlrd niemand ernsthaft behaupten wollen. Aber trotzdem machten wir uns freudig erregt auf, um für knapp drei Tage mit der „Color Fantasy“ von Kiel nach Oslo und retour zu fahren. Erleichtert wurde unsere Entscheidung durch das wirklich günstige Angebot von 490 € für vier Leutchen, die in zwei Kabinen nach Oslo und zurück fahren durften. Zweimal Abendessen (Büfett) und zweimal Frühstücksbüfett waren inkl. So kamen wir auf 122,50 € pro Person für alles. Die „Color Fantasy“ ist eigentlich eine große Autofähre, die bis zu 900 PKW mitnehmen kann. Aber der Bereich der Passagiere ist vom Feinsten. Jede Menge Restaurants, vornehmes Spielcasino, großer Wellnessbereich und eine Shoppingmall. Die Geschäfte hatten gerade Winterschlussverkauf und ich kam nicht umhin, mir ein schickes Höschen mit vielen knutschenden Elchen als Andenken zu erstehen. Ich möchte jetzt keine süffisanten Kommentare hören!
Die Kabine war wie im Schlafwagen erster Klasse. Das Fenster ging zur Mall hinaus. Eine Außenkabine ist teurer und zu dieser Jahreszeit unsinnig, da eh draußen alles dunkel ist. Wir waren natürlich nach dem Bezug unserer Kabinen plietsch wie wir waren, sofort auf das Observationsdeck gestürmt, um dort hoch oben in der Bar die Aussicht und die Ausfahrt der „Color Fantasy“ aus der Kieler Förde zu beobachten. Aber wir mussten feststellen, dass es noch schnellere und clevere Mitreisende gab, denn es war hier schon alles belegt. Nur ich konnte noch einen Platz erwischen und mich irgendwo dazwischen quetschen. Als ich einmal ein Foto machte und aufstand, war auch dieser Platz besetzt. Ich verzog mich weit nach hinten zu den Meinigen. Hier wurden schon superteure schicke Cocktails gesüffelt und die Stimmung ging schon hoch. Anschließend wollten wir einmal nachsehen, was das Wetter draußen im Dunkeln macht und als die Schiebetür aufging, kamen mindestens 100 Kubikmeter eiskalte Luft herein.
Einkaufspassage auf der „Color Fantasy“ Wie immer beim Büfett isst man viel zuviel. Lachs und Kaviar aus Deutschland, und Rostbeaf und dergleichen mehr. Ich hielt mich an das Kinderbüfett und aß den Kleinen die Wiener Würstchen und Pommes weg. Dafür habe ich den Lütten wie ein gelernter Eismann das Schokoladen-Eis aus der Kühltruhe gekratzt. Um 21 Uhr war im Theater-Saal die übliche Abendshow. Ein wunderschöner freier Platz hart an der Bühne erwies sich als untauglich. Nur geeignet für Taubstumme und Ignoranten. Lastwagengroße Lautsprecherboxen wummerten uns in die Gehörgänge. Ich flüchtete an die Bar, wo blonde Wikingertypen ihre stämmigen Norwegermädels bettreif knutschten. Auch interessant zu sehen. Nächsten Morgen waren wir in Oslo. Die riesige „Color Fantasy“ legt fast mitten in der Innenstadt von Oslo an und überragt alle hohen Häuser weit und breit. Wir sofort runter vom Schiff und rein in den Rundfahrtbus. Die Stadtrundfahrt hat fast ein Drittel unseres Reiseetats verschlungen. Die neue Oper von Oslo wurde besichtigt. Behalten habe ich vom Vortrag der Reiseleiterin nur, dass die Deutsche Bundeskanzler in, Angela Merkel, ein offenherziges Dekollete bei der Einweihung trug, und nicht nur die Norweger aus dem Häuschen vor Freude waren. Sie hat sich damit um Deutschland verdient gemacht. Oben über Oslo wird eine neue supermoderne Sprungschanze gebaut und dafür wurde eine alte supermoderne Sprungschanze abgerissen. In Oslo herrschten Winter Schnee und Eis, wie in Deutschland. Tagsüber noch minus 10 Grad. Den verschneiten Skulpturenpark von Gustav Vigeland durcheilten wir wegen der Kälte im Laufschritt. Die vielen Figuren waren verschneit und der Wind fegte uns ins Gesicht. Das Fram-Museum war auch eine Pleite. Der alte Kahn “Fram“ war mit Planen verdeckt und wurde gerade restauriert. Meine Frage, ob man nicht besser das naheliegende Museum mit dem Oseberg-Wikingerboot besichtigen sollte, wurde rüde abgelehnt. Um Punkt 14 Uhr machte die „Color Fantasy“ wieder kehrt und fuhr den langen Oslo-Fjord hinunter, um durch das Kattegat und Kleinen Belt wieder nach Kiel zu gelangen. Ich habe nicht erlebt, dass das Schiff sich auch nur einmal merklich in der rauen See bewegte. Dieses große Schiff fährt wie auf Schienen und legte pünktlich am nächsten Tag um 10 Uhr am Oslo- Kai in Kiel an, so dass wir um 10.26 Uhr in dem Zug nach Hamburg saßen. Ich könnte diese Fahrt immer wieder machen. Sie hat uns Spaß gemacht. Wie viel Energie dieses Schiff im Winter pro Passagier verbraucht, ist eine andere Frage und die Ökologen und Umweltaktivisten werden ihre Hände über den Kopf zusammen schlagen ob der Ökobilanz. Heiner Fosseck
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21.03.2012 |
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