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Besuch des ICE-Werks in Hamburg

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Besuch des ICE-Werks in Hamburg

ice-werk


Am 10. März 2009 pünktlich um 9.30 Uhr trafen sich 30 Damen und Herren des Seniorennet-Hamburg e. V.  vor der baufälligen Pförtnerbude des ICE Werks Eidelstedt der DB Fernverkehr AG.  Umsonst gibt es bei der Bahn bekanntlich gar nichts und so konnten wir erst, nach dem Alle 6,50 € gelöhnt hatten, einen orange-gelben Helm im Empfang und im Besprechungsraum Platz nehmen.

Robert Höppner von der Pressestelle des ICE Werks Eidelstedt begrüßte die Senioren und erklärte uns souverän die mit 385 Länge und 8 Betriebsgleisen größte Triebzughalle für Fernzüge der Deutschen Bahn auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofes Eidelstedt. Ein Film und eine raffinierte Powerpointpräsentation verdeutlichten uns die Betriebsabläufe. Auf acht nebeneinander liegenden Gleisen kann auf drei Ebenen gleichzeitig an den in der Halle stehenden Zügen gearbeitet werden.

ice2Während auf der obersten Ebene z.B. Arbeiten an den Stromabnehmern vorgenommen werden, können unter dem Zug in kürzester Zeit komplette Radsätze getauscht werden. In der mittleren Ebene haben Mitarbeiter des Werkes direkten Zugang in die Wagen und die Triebköpfe. Von hier aus wird der Zug gereinigt, das Bordrestaurant wird versorgt und Reparaturen innerhalb des Zuges werden von hier aus durchgeführt.

Mit dieser ausgeklügelten Arbeitsweise ist es möglich, einen ICE nur eine Stunde nach der Ankunft im Werk wieder auf die Reise zu schicken.

In jedem ICE ist ein Rechnersystem installiert, welches Störungen z.T. automatisch erfasst, Dieses System meldet schon während der Fahrt z. B. in Göttingen, ob und welche Störungen aufgetreten sind. Diese Arbeiten werden meistens nachts durchgeführt. Diese Inspektion wird alle 8000 Kilometer durchgeführt. Alle 24 000 Km wird eine zweistündige Durchsicht vorgenommen und eine über neunstündige Inspektion ist alle 1,4 Millionen Km fällig. 45 ICE I Triebzüge mit 13 Wagons können in 24 Stunden hier betreut werden. Die 59 ICE I Züge sind seit 17 Jahren 400 000 000 Kilometer gefahren. Also 10 000 Mal um die Erde. Insgesamt fahren für die DB 255 ICE Triebzüge der verschiedenen Baureihen. Hier in Eidelstedt werden die ICE I gewartet. Zwei Triebköpfe mit 700 Tonnen Gewicht und einer Leistung von 13 000 PS. 12 Wagen und 700 Sitzplätzen und 1 Million Stehplätzen, wie uns Herr Höppner unglaubhaft versichert.  Der ICE I kann mit 280 Km/h durchs Land jagen. Die Lebensdauer dieser Züge beträgt 30 Jahre und länger. Dann gibt es noch den ICE T, der keine Triebköpfe hat, sondern 16 angetriebenen Achsen und eine raffinierte Neigetechnik, die es ermöglich noch schneller durch die Kurven zu sausen. Was machen die Leute mit der ersparten Zeit?

Dann durften wir uns alle in den Führerstand des ICE begeben. Da gibt es einen Störungsmelder. Einice3 Kilometerzähler, der auch anzeigt, dass dieser Zug schon über 8,4 Millionen Km gefahren ist. Mehrere Steuerhebel zum Beschleunigen und Bremsen werden von uns ausprobiert. Bremsen dauert unendliche zwei Kilometer. Einige Hebel sind nur dafür da, um Festzustellen, ob der Zugführer Bierholen gegangen oder eingeschlafen ist. Ansonsten ernüchternd wenig Instrumente. Das einzig bunte im Führerstand war ein Weihnachtsmannaufkleber. Schlecht ist es, wenn man den Schlüssel stecken lässt. Dann muss nämlich der Ablöser bald einen Kilometer laufen, um den Schlüssel am anderen Ende des Zuges zu entfernen.

Gewaschen wird der ICE automatisch in 38 Minuten in einer riesigen Waschstraße. Bis zu 70 Mitarbeiter sollen an einem Zug gleichzeitig arbeiten können. Ich habe aber nur vereinzelt einige Arbeiter gesehen. In der Kantine waren viele Mitarbeiter. Die Kantine war so voll, dass die durstigen und hungrigen Seniorennetler  nicht mit an das Büfett durften und so zogen wir am Schluss ungelabt von dannen.

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Fachsimpelei über Bahntechnik auf der mittleren Plattform

Ingrid und Hans-Hermann Schulz sind wir wieder mal zu Dank verpflichtet. Die beiden haben sehr viel Mühe aufgewandt, um uns diese interessante Besichtigung zu ermöglichen.

Heiner Fosseck

 

Organisation: Ingrid Schulz, Bericht: Heiner Fosseck
Bilder: Heiner Fosseck
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