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Großbäckerei Kamps läßt schnuppern

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Großbäckerei Kamps läßt schnuppern

Schon auf dem Parkplatz der Bäckerei Kamps in Lokstedt empfingen uns herrliche Düfte! 15 unserer Mitglieder durften sich daran erfreuen und wurden von Herrn Kaiser in Empfang genommen.
Ab 17.3.08 wird aus der Kamps AG die Lieken AG und wer mehr über die Geschichte dieser Firma wissen möchte, sollte sich auf die Webseite www.kamps.de begeben.
kampsgruppeUnsere kleine Gruppe wurde erstmal in weiße Kunststoffmäntel gehüllt und bekam Papiermützen auf die Köpfe. Damit war schon erstmal eine lustige Stimmung gegeben.
H. Kaiser (nicht unser Bernie) führte uns ins Rohstofflager für die Brotbäckerei, wo Berge von Papptüten und Säcke mit Korn, Haferflocken, Vollkorn, Sesam und Leinsaat u.a. herumstanden. Das erforderliche Mehl wird in 4 Silos gelagert und wird direkt nach Siebung von der Teigmacherei durch Rohre zu dem einzigen Mischtrog gezogen.
In der Teigmacherei werden computergesteuert die einzelnen Teige für Brote wie Lüneburger, Kiekeberger, Krusten u.a. vorbereitet. Der Monitor zeigt an, wie viel an Zutaten für das jeweilige Brot benötigt wird. Ein Beispiel : für ca. 25o Brote einer Sorte werden 57 kg Sauerteig, 69kg Mehl, Salz, Wasser, Hefe benötigt. Nach 24 Stunden Gärzeit für den Sauerteig, wird der Teig 15-20 Min. geknetet. Damit der Bäcker nichts an Zutaten vergisst, wird die Monitoranzeige automatisch gelöscht, wenn alles in Ordnung ist.
Weiter geht’s mit dem Brotteig aufs Laufband, wo es in Körnern gewälzt, geformt und schließlich in einen Gärkorb gelegt wird (von Hand). Dieser kleine Gärkorb war früher aus Peddigrohr, jetzt ist er aus Kunststoff und hat einen Überzug aus Stoff, der bemehlt wird.
feinbäckerei01Nun ging’s erstmal weiter in die Feinbäckerei! Die Herstellung der verschiedenen Produkte können nur angedeutet beschrieben werden. Gesehen haben wir die Herstellung der Berliner im Fettbackbereich. Riesige Bleche mit geformten Berlinern rutschen in siedendes Öl, werden 2 x gewendet und sind nach 6 ½ Minuten fertig, kommen in den Abtropfbereich, wo dann mit einer Nadel die entsprechende Marmelade (2o g ) eingegeben wird. 3000 Stück schafft die Maschine pro Stunde. Überall duftete es köstlich!
Andere Kleinteile( Amerikaner, Schnecken) werden im Glasurbereich aprikosiert, damit wird verhindert, dass der Guss ins jeweilige Gebäck eindringt. In 6 Stickenöfen (wie Heißluftöfen) dreht sich das Backgut ununterbrochen bis es fertig gebacken ist.
Kleine Brotlein-Formen (wie Muffin-Form) nehmen in Kürbiskernen gewälzte Teige auf, dieser wird portionsweise aus einer Maschine in die Kürbiskerne gespuckt.
Weiter ging’s zum unteren Brotbackbereich! Dort gibt es einen 25 m langen Durchlaufofen auch Netzbandofen genannt. Ein Bäcker gibt von Hand die Brote auf ein Gitter. Das Brot wird mit Wasser besprüht, dadurch bekommt es Glanz und läuft in 50-60 Minuten durch diesen Ofen bei ca. 250° C. Danach geht’s auf Förderbändern direkt in die Spedition.
berliner01Für große Hausbrote 2 kg haben sie Durchlauföfen mit mehreren Etagen, die von 2 Bäckern bedient werden. Recht kräftige Kerlchen arbeiten überall, man sieht ihnen den Beruf an!
Dann kamen wir zur eigentlichen Attraktion, zu den alten Holzöfen, die schon 1932 von Hand gemauert wurden und immer noch in Betrieb sind. Ohne technische Hilfsmittel wird hier gearbeitet. Keine Zeituhr, kein Thermostat hilft, hier darf der Bäcker noch selbst denken.
11 große Steinöfen mit je 2 Etagen und 350 qm Liegefläche können bis zu 250° erhitzt werden. Die Grundhitze wird mit Gas erzeugt, dann wird mit Holz nachgefeuert, damit die Brote den „Holzofengeschmack“ bekommen. Die Öfen dürfen nicht auskühlen, sogar an Feiertagen wird beheizt. Wir haben gesehen, wie 4 kg

dickerbäcker02Brote in den Ofen geschoben wurden. Der Bäcker steht in Augenhöhe zum Einschub und schiebt mit einer 4 m langen Holzstange mit Schaufel die Brote in die Luke direkt auf die Steine – eine Erinnerung an Frau Holle.
Zwischen den Öfen steht noch ein Gärofen, dort drin ist es so heiß wie in der finnischen Sauna!
Mit hochroten Köpfen unterm weißen Käppi kamen wir
in die Expedition, wo jede Hamburger Filiale eine Nummer hat und entsprechend große Stellplätze für die Kisten. Jede Filiale bestellt selbst und wird in Franchise betrieben. Retouren werden nur in geringen Mengen zurückgenommen. Anderes überschüssiges Backgut wird an die Tafeln und Hagenbeck verteilt. Um Mitternacht läuft der Betrieb in der Expedition auf Hochtouren und die Backwaren werden dann an die 108 Filialen im

Hamburger Raum ausgeliefert. Es wird in einer Schicht ab 16.oo gearbeitet.
Interessant ist noch, dass Kamps selbst nicht ausbildet, aber ein Abkommen mit den kleinen Handwerksbetrieben hat, dass sie die ausgebildeten Bäcker von dort übernehmen. Es gibt in Deutschland 5 große Fertigungsbetriebe, alle sind spezialisiert!
frischesbrot

 

 

 

Durch unsere Nasen liefen herrliche Düfte und zur Belohnung bekam jeder von uns ein frischgebackenes, warmes Brot in einer Kamps-Tasche. Ich nehme an, dass es bei uns 15 Leutchen abends ein leckeres frisches Butterbrot gab, wie Rolf es so schön dargestellt hat.
So Leute , das war`s, ich habe jetzt vielleicht einen Hunger!!
Ingrid lässt grüßen.

Organisation und Bericht: Ingrid Schulz
Bilder: Michaela Nehrbass, Nikolaus Johann, Rolf Paulsen, Herbert Krampe
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