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Uschis und Heiners China/Tibetreise, Teil 1: Lost in Shanghai
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Heiner Fosseck: Lost in Shanghai

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Unsere diesjährige Reise nach China und Tibet haben wir auf unsere Erfahrungen der letztjährigen Chinareise aufbauend generalstabsmäßig geplant. Wieder mit KL-Reisen unter der Stabführung von Professor Werner Hutterer. Das hatte sich bewährt und man fühlte sich gut aufgehoben.

Die Anfahrt nach Frankfurt wurde nicht mit der Bundesbahn mit ihren unzuverlässigen und streiklustigen Lokomotivführern geplant, sondern mit der Lufthansa. Die hatten auch unsere Koffer gleich bis Shanghai durchgecheckt. Das klappte, weil eine Mitreisende bei der Lufthansa war und weil die weiblichen Mitarbeiterinnen am Counter dem Charme von unserem Professore erlegen waren..

Früh zum Flughafen und pünktlich nach Frankfurt gestartet und lange auf dem Flughafen in Frankfurt dem sagenhaften Betrieb dort zugeschaut. Mit Eastern China 11 Stunden Flug nach Shanghai. Hier in Pudong sahen wir unsere Koffer tatsächlich wieder und dann rein in den Transrapid.5 € waren zu löhnen und innerhalb einer viertel Stunde waren wir mit Tempo 431 Kilometer vom Flughafen Pudong zur 30 Kilometer entfernten Station Lóngyáng-Straße geschossen worden. Die Sicherheitskontrollen und der Fahrkartenkauf dauerten über eine halbe Stunde. Hier an der Station Longyang-Straße sammelten wir uns und meine Wenigkeit sah sich interessiert ein Modell dieses Superzuges an und als ich mich wieder umdrehte, hatte sich die Reisegruppe auf und davon gemacht und ward von mir nicht mehr gesehen. Ich wartete ein Weilchen und dann raste ich in Panik fünf verschiedene Auf- und Abgänge rauf und runter. Ich konnte es nicht glauben, aber ich war alleine in dieser Stadt mit mindestens acht Millionen Chinesen, die kein Wort deutsch oder englisch sprechen konnten, geschweige denn lateinisch lesen. Ich konnte auch nur die Worte Nihau und Tsetse. Ich war auch schon über 30 Stunden auf.Aber ich hatte Gott sei Dank einen Haufen chinesisches Geld am Flughafen getauscht und eine Liste mit den Hotels. Ich zeigte einem Opapolizisten die Liste mit den Hotels. Aber der drehte die Seite auf dem Kopf und verstand gar nichts und Taxifahrer und Busfahrer lachten nur über die blöde Langnase und langsam sah ich mich schon als Schiffsbrüchiger, der im Dschungel von Shanghai gestrandet ist.

Ein Engel in Gestalt einer freundlichen jungen Dame, die zumindest das Wort Road entziffern konnte und dann alles andere auch, pfiff einen Taxifahrer heran, nein, Gepäck hatte ich nicht, und nannte mein Fahrziel und los ging es. Unendliche Autobahnen, aufgeständert und in beeindruckenden Verschlingungen, wurden passiert. In der Ferne große und größte Wolkenkratzer, die vor 18 Monaten so noch nicht da standen. Lange dauerte die Fahrt. Ich dachte schon an Entführung, denn wir kamen auch durch abseitige Gegenden und gruselige Altstadtvororte. Mal wurde auch mitten durch den Verkehr auf einer 6 - spurigen Straße gewendet und plötzlich waren wir da. 100 Jüan wären fällig, meinte der Taxidriver. Ich riß den Druckerstreifen aus dem Drucker und zeigte auf 60 Jüan, die dort angezeigt wurden. Entrüstet stieg ich aus und rüber über die Straße und fragte einen Sicherheitsmann, ob das das Hotel sei und als er bejahte,fiel mir ein Stein vom Herzen. Ich erzählte den jungen Chinamädels am Empfang,et was von KL Reisen und deutsche Gruppe, aber die verstanden nur Bahnhof. Ich gab meine Visitenkarte ab und begab mich an die Bar und bestellte einen grünen Tee, der fast teurer war, als die Taxifahrt und beruhigte mich langsam. Unsere Chinareiseführerin Guo tauchte auf und ich konnte endlich in deutschen Worten mein Maleur schildern. Sie würde der Gruppe per Handy mitteilen, dass ich wieder aufgetaucht bin. Ich bekam jetzt sofort ein Zimmer und besuchte die sehenswerte Altstadt, die direkt hinter dem Hotel begann.

Nach einigen Stunden kam der Bus mit meiner Gruppe und meine Frau hatte nur mäßiges Verständnis für mein Missgeschick. Andere hatten mehr Mitgefühl und holten den verlorenen Sohn heim und man wurde umarmt. Aber andere ließen verlautbaren, dass man eine halbe Stunde ihrer kostbaren Reisezeit gewartet und verloren hatte. Die waren aus der Fraktion der vielen Lehrer und Pädagogen. Die nutzten die Herbstferien , um eben mal nach China und Tibet zu reisen. Da hatte ich nun ganz schlechte Karten. Bei denen war ich nun unterdurch.

Heiner Fosseck

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