| Eine Reise nach Südpolen August 2005 | |
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Erstaunlich quirlige Damen und ihre Ehegatten fahren für 9 Tage, Ende
August 2005, per Bus ins südliche Polen. Gleich am ersten Tag ging es bis Breslau. Unterwegs an der deutsch/polnischen Grenze wartete der polnische Reiseführer Edward Nowakowski auf uns, der sich als Glücksfall erwies und charmant und kompetent uns sein Polen erklärte. Schon an der Grenze kam sein Geschick zum Einsatz, da eine Dame ihre Reisedokumente nicht bei sich hatte. In Wahlstatt wurde das Grab Heinrich d. Frommen und das Benediktinerkloster zum Heiligen Kreuz besucht. Der Herrgott meinte es gut mit uns und während der ganzen Reise schien die Sonne und kein Tropfen Regen fiel. Die tatsächlich benötigten Reiseutensilien hätten in eine Alditüte gepasst. Breslau: Natürlich
besuchten wir die Jahrhunderthalle mit der riesigen freitragenden Kuppel
und nicht weit davon entfernt, einen japanischen Garten. Weiterfahrt in Richtung Krakau. Es wurden Stopps eingelegt. Kulturbeflissen, wie die Gruppe nun mal war, besichtigten wir in Mollwitz eine verfallene frühgotische Kirche mit schönen Wandmalereien und in Brieg das Rathaus und das Schloß. Jetzt heißt Brieg auf polnisch Brzeg. Aber das können wir sowieso nicht aussprechen oder behalten. Und so nenne ich nur die deutschen Namen. In Tarnowitz fuhren wir in ein Silberbergwerk ein. Eingezwängt in einen Förderkorb kamen wir glücklich in 40 m Tiefe in einen uralten Stollen an. Ein oberschlesischer Bergmann erklärte uns die Geschichte und die harte Arbeit der Bergleute. Auf einer Wanderung durch die engen und niedrigen Stollen waren wir froh, daß wir so stabile Helme aufhatten,sonst hätten wir durch die niedrige Stollendecke uns wohl blutige Köpfe geholt. Die unterirdische Kahnfahrt durch einen Wasserabflusskanal wurde mit deutschen Lieder verkürzt und spätestens bei Glückauf der Steiger kommt sangen alle lautstark mit.
In Souvenirshops ersteht ein papstbegeistertes Mitglied unserer Gruppe die bekannten russischen Holzpuppen mit dem Konterfei Benedikt des XVl. In moralbedrohendem Outfit präsentiert sich fröhliche weibliche Jugend. Dröge sozialistische Spießigkeit ist nicht mehr. Eine polnische Trachtengruppe spielt unermüdlich Volksmusik und im Hintergrund warten Kutscher in herrlichen weißen Kutschen auf zahlungskräftige Kundschaft. Auch wir genießen
die hochsommerliche Atmosphäre und sitzen bis weit in die Nacht bei
Bier und Wein. Auf dem Wawel -Burgberg
waren wir auch sehr früh und eine vitale überalterte amerikanische
Damenriege in bunten Hosenanzügen und Blümchenhüten und
lila und rosa gefärbten Haaren in Begleitung ihrer Sugardaddys rauschte
an uns vorbei und zeigte dem Rest der Welt, wie man sich auf Reisen anzuziehen
hatte.
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fuhren wir nach Zakopane. Diese Idee hatten viele andere auch und in der
überfüllten Krumuvkagasse erstanden wir, geräucherten Ziegenkäse
und aßen ungesunde große Vanillecremetörtchen. Am nächstem Morgen
reiste die Gruppe nach Hirschberg. In Oppeln wurde die Franziskanerkirche
mit den Gräbern polnischer Fürsten besichtigt. Aus dem Stehgreif
sang hier eine Dame einer Besuchergruppe mit einer wundervollen Sopranstimme
geistliche Lieder. Von Hirschberg fuhren
wir nach Krummhübel. Die Seilbahnfahrt auf die Schneekoppe wurde
wegen Sturm untersagt und so besuchten wir stattdessen eine 700 Jahre
alte norwegische Stabholzkirche, die vom preußischen König
gekauft und von evangelischen Schlesier hier im ehemaligen Deutschland
und im heutigen Polen wieder aufgebaut wurde. Abends war der Abschiedsabend
der Gruppe. Gerührte Dankesreden von unserem Fahrer und dem von uns
begeisterte Edward Nowakowski wegen der großzügigen Kollekte. |
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| Text: Heiner Fosseck | Fotos: Heiner Fosseck |