
Von Kiel fuhren wir nach Geiranger, einem Weltnaturerbe. Ein Ausflug hinauf in die Berge musste mit 11 Haarnadelkurven bewältigt werden. Wir hatten gutes Wetter und gute Aussicht. Dann fuhren wir weiter nach Trondheim, hier war eine Stadtrundfahrt angesagt. Dann ging die Fahrt weiter zu den Lofoten. Vom Meer her sieht man nur schroffe Felsen, doch im Innern der Inseln gibt es ein grünes und blühendes kleines Paradies. Bei herrlichem Sonnenschein, den es gar nicht so oft gibt, wie die Reiseleiterin uns erklärte, hatten wir einen wunderschönen Tag.
Dann ging die Fahrt weiter in Richtung Norden. Es wurde kälter und nebelig. Wir passierten den Polarkreis und von da an hieß es "kein Sonnenuntergang". Leider konnten wir die Sonne nicht oft sehen, aber es war Tag und Nacht hell und das hat mir gefallen. Auch nachts konnte man einen Rundgang auf dem Promenadendeck bei Tageslicht machen.
Am Nordkap war es eisig kalt und sehr neblig. Ich kaufte mir eine Postkarte, damit ich weiß, wie das Nordkap aussieht. Aber ich habe es mit den Füßen berührt und das musste reichen. Dann fuhren wir zwei Tage in Richtung Island, auch wieder nebelig. Vormittags konnten wir an interessanten Vorträgen über die Wikinger teilnehmen, nachmittags badete ich im Jacuzzi unter Deck mit anschließender Sauna (was ich nach Möglichkeit täglich machte) und so ein Seetag ist schnell vorbei.
In Island klarte es ein wenig auf, so dass die Inselrundfahrt und das Bad in der blauen Lagune ein besonderes Erlebnis war. Dann hatten wir wieder einen nebligen Seetag, was mich aber nicht so sehr störte, da man ja sowieso nur Wasser sehen konnte. Die See war ruhig, niemand wurde seekrank.
Dann erreichten wir die Orkneys und Shetland Inseln. Auf Rundfahrten sah ich mir diese interessanten Inseln an. Es gibt keine Bäume, da ständig ein starker Wind bläst, nur Grasland. Nach Schnürlregen am Morgen wurde es am Mittag wieder klar und die Aussicht auf die Landschaft sehr interessant. Interessant waren auch die megalithischen Ausgrabungen, die wir besichtigten. Auf diesen Inseln haben schon vor 6000 Jahren Menschen gelebt. Die Kultur scheint der von Stonehenge ähnlich zu sein, aber es gibt keinen schriftlichen Hinweis. Erst als die Wikinger kamen, die schon die Schrift kannten, wurde die Historie lebendig. Der Golfstrom macht diese Inseln bewohnbar, es gibt selten Frost, auch nicht im Winter. Unser letzter Seetag bescherte uns strahlenden Sonnenschein und der Kampf um die besten Liegestühle an Deck begann. Ich habe nur den Außen-Jacuzzi benutzt und bin ansonsten auf der Promenade spazierengegangen.
Dann landeten wir wieder in Kiel und diese besondere Reise war beendet.
Die Organisation und der Service an Bord der Costa Classica waren hervorragend.Obwohl 1 600 Passagiere an Bord waren, hatte man nie das Gefühl, ins Gedrängel zu kommen. Man bekam den Treffpunkt und die Zeit für den gebuchten Ausflug mitgeteilt. Dann wurde einem eine kleine Nummer auf die Jacke geklebt, das war die Nummer des Busses, in den man steigen sollte. In einigen Häfen wurden wir mit Tenderbooten an Land gebracht, aber dies auch wieder ohne Gedrängel. Die Busse hatten ihre Abfahrtszeiten, so dass auch die oft steilen und engen Straßen nicht blockiert wurden. Ich hatte eine sehr lustige Tischgesellschaft, so dass ich mich eingentich nie einsam fühlte. Abends gab es abwechslungsreiche Shows von guter Qalität. Danach machte ich oft einen Spaziergang an Deck zum Auslüften und bin dann bald in meine Kabine gegangen. Jenseits des Polarkreises (hört sich toll an) gab es ein Funkloch und daher auch kaum Fernsehprogramme, die ja per Satellit empfangen wurden. Die Kleiderempfehlung war meistens "leger", es gab drei Gala-Abende, wo es dann auch eine noch größere Auswahl an Speisen gab.
Eine wirklich ereignisreiche Kreuzfahrt, an die ich noch oft denken werde.
Alice Chidiac |