Eutinbesuch des SNHH April 2005
Am Sonnabend,den 16. April 2005 fuhren 17 Hamburger Seniorennetler und 11 Wanderfreunde aus Blankenese bei kaiserlichem schönen Wetter mit 7 PKWs nach Eutin.

Um 11 Uhr trafen wir uns am frisch renovierten Eutiner Schloß und ab ging es zum Rundgang durch die Altstadt.
Wir kamen an einem Witwenpalais vorbei ,das höchst aufwendig restauriert worden war und auch die Chorherrenhäuser mit Remisen und Gesindehäuser in der Stolberger Straße aus dem 18.Jahrhundert wurden bewundert. Unser Stadtführer,Herr Klaus Biehl, erzählte uns allerlei Döntjes. Zum Beispiel,daß Eutin ursprünglich eine slawische Siedlung war und Oytan hieß. Daß Schaumburger Grafen westfälische Siedler mitbrachten und die Slawen verdrängten. Daß das Eutiner Schloß früher nur eine kleine Burg war und daß Käthe die Große hier ihren später gemordeten Peter von Rußland auf dem Eutiner Schloß zum erstem Male sah,denn hier lebten die Großeltern der Prinzessin von Anhalt-Zerbst,der späteren Zarin Katharina die Große..
Auf dem Markt war großes geschäftiges Treiben und nur mit Mühe konnte mich meine Frau davon abhalten, 2 Kg frische Heringe zu kaufen. Interessant war auch,das es einem Keuchhustengang gab, wo sinnigerweise auch eine Apotheke war.
Die "Rosenstube" an der Stolbergerstraße konnte die Gruppe gerade noch fassen. Hier bekamen wir ein nicht allzu üppiges Essen und dann ging es im Galopp zur Schloßbesichtigung.


Das Schloß ist für sage und schreibe 17 Millionen Euro in 15 Jahren fein herausgeputzt worden.Hier gibt es eine Schloßkirche mit einem sehenswerten Altarbild von dem Goethe-Maler Tischbein und auch Katharina die Große hat sich als Malerin versucht und hat ein Gemälde hinterlassen.Einer der Großherzoge,der Name wird mir wieder einfallen,hat um die Jahrhundertwende zum 1900 Jahrhundert viele Denker und Dichter nach Eutin herangezogen. Z.B.Tischbein,Voss und Klopstock. Letzterer soll doch, zum Entsetzen der adligen Damen im Schloß, tatsächlich immer nackig im Eutiner See gebadet haben. Eine große Allee, mit 198 Linden zieht sich am See entlang und hier im Park finden die Freilicht-Opernaufführungen im Sommer statt. Viele Zimmer im Eutiner Schloß, mal mit grünen,roten oder goldenen Seidentapeten und schönen Lüsterleuchtern aus Rußland,sowie aufwendig bezogene Stühle im Empirestil. Ja, sogar einen Kachelofen,gebaut von Tischbein konnten wir sehen. Das war mir neu,daß Tischbein auch Öfen baute.In einem Mahagonischrank war das Kabinett, wo auch der Großherzog zu Fuß hinging.
Man jagte uns förmlich durch das Schloß,denn das Motorboot tutete schon ungeduldig,das uns durch die Eutiner Seen schippern sollte. Der Wind frischte auf,als wir um 14,45 Uhr ablegten und über den See mit den Buchenwäldern, wo nur wenig Grün zu sehen war, vorbeiglitten. Hier am Bord bekamen wir Kaffee und Kuchen satt, denn wir hatten ja schon 1,5 Stunden nichts gegessen.
Um 16 Uhr waren wir wieder am Schloßanleger. Ich bezahlte, nachdem ich das Geld eingesammelt hatte, den Veranstalter dieses Schönen Tages in Eutin".
Auf dem Parkplatz vor der Schloßremise standen wohl bald 20 Oldtimerautos. Das wimmelte nur so von Rolls Royce und Bentleys. Jeder suchte sich sein Lieblingsauto aus und dann hieß es Abschied zu nehmen.
Text: Heiner Fosseck Foto: Ursula Naruhn