Berlinreise - Ein paar Zahlen

Veranstaltet vom Bundespresseamt und vermittelt von der Partei mit den 3 Buchstaben und dem "D" im Logo, haben ca. 50 interessierte Bürger, davon 10 SNHH-Mitglieder vom 30./31.08.2005 eine 2-Tagestour nach Berlin gemacht.
Ich sitze jetzt hier auf meinen 4 Buchstaben und versuche die Eindrücke der Reise zu Papier zu bringen. Sicherlich hatten die meisten Teilnehmer der Reise ein Schlafdefizit von mindestens 2 Stunden, denn los ging es schon um 6:00 Uhr. Nach 284 km und rund 4 Stunden Busfahrt mit 1 PP kamen wir um 10:15 Uhr in Berlin an. Dort stieg unsere Reiseleiterin Frau Winter ein und es ging zum Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung.
Der Vortrag von Herrn Höffken von 10:30 Uhr bis 11:40 Uhr über die Organisation der Behörde war unterlegt mit einigen Powerpoint-Präsentationen.
Von dort ging es in ca. 10 Minuten Fußweg zum Mittagessen. Dort gab es ein 2-Gänge-Menü - sehr lecker - und 1 Getränk nach Wahl.
Weiter sollte es zum und in das Reichstagsgebäude gehen, aber eine kleine Gruppe von 3 Leuten, zu der auch ich gehörte, hatten statt 13:15 Uhr 13:50 Uhr verstanden. Wir hatten somit den Anschluss an unsere Gruppe verloren. Nach dem Durchfragen an 2 Eingängen des Reichstagsgebäudes und nach den üblichen Kontrollen wurden wir in das "Hohe Haus" gelassen und zu unseren 7 Leuten geführt.

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Von der Besuchertribüne des Plenarsaales hörten wir, dass es im Jahr rund 20 Sitzungswochen gibt. Davon sind je 2 Präsentstage Pflicht. Weitere interessante Details gab es über die Einrichtung, die Farben, die Aufteilung des Plenarsaales und die Sitzplätze für die Regierungs- und die Bundesratsmitglieder und die der z.Zt. 601 Abgeordneten. Viele von uns wussten wohl, dass es für eine besondere Art der Abstimmung, den sogen. "Hammelsprung" gibt, bei dem dann die Abgeordneten durch eine der 3 Türen gehen müssen, aber dass 1 Berliner Stunde 62 Minuten hat, war sicher den meisten von uns neu: Das ist nämlich so: 32 Minuten Rednerzeit bekommt die Regierung und nur 30 Minuten die Opposition.
Ab 15:00 Uhr sollte eine Diskussion mit der MdB stattfinden. Wegen des Wahlkampfes machte dies ein Referent. 1 Stunde lang hörten wir, was eigentlich ein Abgeordneter so alles tut und dass das Reichstagsgebäude 4 Türme hat, die die 4 an der Gründung beteiligten Königreiche symbolisieren sollen.
Danach ab 15:40 Uhr begannen wir mit der Besichtigung der gläsernen Kuppel des Reichstagsgebäudes. Mein Aufgang über die schneckenförmige Rampe dauerte ca. 15 Minuten, die Verweildauer etwa 5 Minuten und der Abstieg nur 10 Minuten. Es musste leider sehr schnell gehen, denn für 16:10 Uhr war ein Fototermin auf der Dachterrasse angesagt. Für die 2 mal 1/125 Sekunden Belichtungszeit des Fotografen brauchten wir, um fotogerecht Aufstellung zu nehmen, mindestens 10000 mal so lang. Danach gegen 17:00 Uhr ging die Fahrt durch den Feierabendverkehr zum Hotel "Unter den Linden". In der Rushhour benötigte der Bus für die Strecke von ca. 3 Km Länge fast 25 Minuten. Mit dem Auto braucht man zur Normalzeit wohl weniger als 10 Minuten. Aber gibt es in Berlin überhaupt einen Unterschied zwischen Normal- und Feierabendverkehr? Ich glaube nicht, denn mein Eindruck: Berlin ist quirlig und eben eine Metropole, die niemals schläft! Ankunft am Hotel war gegen 17:30 Uhr. Das Hotel ist gross mit dem Charme der Luxushotels der DDR aus den 70er Jahren. Die 2-Bettzimmer sind sauber und ordentlich. Schnelles Einchecken, kleine Pause zum Frischmachen und dann ging es diesmal zu Fuß gegen 18:30 Uhr zur "Hamburger Botschaft" - offiziell heißt das Gebäude in der Jägerstraße 1-3 "Landesvertretung Hamburg". Nach einer Führung durch das Haus, immerhin waren es bis zur Dachterrasse 5 Stockwerke, und der Besichtigung der Ausstellung chinesischer Malerei, gab es das angekündigte Abendessen. Zwischendurch wurden die Aufgaben der hier tätigen Mitarbeiter erklärt. Von hier werden die Interessen, die Hamburg betreffen, den Regierungsgremien nahe gebracht. Also, eine Lobby-Arbeit. Etwas müde, nicht nur vom Abendessen, ging es gegen 20:40 Uhr wieder zum Hotel. Der Abend war noch jung und das Wetter war so, wie wir uns die Sommerabende wünschen. Für die meisten von uns Grund genug, in einem der vielen "Freiluftlokale" noch einen Schlummertrunk zu nehmen. Ich glaube aber, die meisten Teilnehmer lagen aber nach dem anstrengenden Tag schon vor 24:00 Uhr im Bett, ich jedenfalls. Nach einem "schnellen" Schlaf, mein Zimmergenosse weckte mich schon nach knapp 7 Stunden gegen 6:50 Uhr, war die Nacht zu Ende. Das war ungewöhnlich früh für mich als Rentner. Aber so war genügend Zeit für eine erfrischende Dusche und das "Kofferpacken". Der 2. Tag der Berlinreise begann dann für mich um 7:15 Uhr mit einem opulenten Frühstück, das als Buffet im Speiseraum aufgebaut war. Die Auswahl und das vielseitige Angebot passte eigentlich gar nicht zur Einrichtung des Raumes aus den 70er Jahren. Aber ich glaube, jeder konzentrierte sich auf das Frühstück und nicht auf die Einrichtung und die Ausstattung des Raumes!
Wir 10 SNHH-Reisende versammelten uns kurz vor 9:00 Uhr vor dem Hotel für ein Erinnerungsfoto. Dafür brauchten wir mindestens pro Person 1 Minute, aber ich hoffe doch, dass die Bilder im "Kasten" gelandet sind.

Die angekündigte Stadtrundfahrt begann fast pünktlich um 9:10 Uhr. Über 2 Stunden erklärte uns Frau Winter begeistert die Stadt und die Sehenswürdigkeiten. Hinzu kam ab 11:00 Uhr die Führung durch die Gedenkstätte Normannenstraße- die ehemalige Stasi-Zentrale. Wir erfuhren, dass Berlin vor dem Krieg rund 3,38 Millionen Einwohner und davon ca. 170 000 Juden hatte. Während des "Kalten Krieges" und noch vor der "Mauer" flüchteten rd. 2,6 Millionen Menschen aus der DDR. Am 13.08.1961 wurde die "Mauer" mit 9 Übergangsstellen in einer Gesamtlänge von 166 km errichtet. Die DDR hatte rd. 17 Millionen Einwohner, die von etwa 90000 offiziellen und rd. 170000 inoffiziellen Mitarbeitern bespitzelt und kontrolliert wurden. Gegen 12:45 Uhr ging es zum Mittagessen am Alexanderplatz ins Restaurant Weinzierl. Um 14:30 Uhr fuhren wir mit dem Bus durch Berlin in Richtung Bundeskanzleramt. Auf den Fahrten gab uns unsere Stadtführerin Frau Winter laufend Informationen über Berlin. Wir hören, dass die Fläche von Berlin 883 qkm misst. Das ist etwa zusammen die Größe von München, Stuttgart und Frankfurt a.M. Die Ausdehnung von Ost nach West ist 43 km, von Nord nach Süd 38 km. Berlin ist in 12 Stadtbezirke aufgeteilt. Erst 1926 wurden 5 kleine Städte zu dem Konglomerat Berlin zusammengelegt.
Pünktlich um 15:00 Uhr kamen wir vor dem Bundeskanzleramt an. Schlangestehen, Gesichts- Pass- und Taschenkontrolle waren unvermeidliche Prozeduren vor dem Betreten des Bundeskanzleramtes. Die Kontrollen sind in der Tat sehr scharf: Mein kleines Taschenmesser mit einer Klinge von nicht einmal 4 cm wurde mir abgenommen und ich hätte doch so gern mein Monogramm in den Tisch geschnitzt, an dem die Ministerrunde tagt. Schade! Nach dem Eintritt und der Aufteilung in 2 Gruppen, jede geführt von einer freundlichen Dame, die alles erklären sollte und je 2 Sicherheitsleuten, ging es los. Das von Außen eher unscheinbar wirkende Haus ist im Inneren wirklich repräsentativ, gigantisch und im wahrsten Sinn des Wortes "monumental". Domhohe Decken überspannen enorm große Hallen, wirklich riesige Fensterflächen, eine Vielzahl von Innenhöfen und "Revuetreppen" sollen dem Gebäude den Eindruck von Transparenz, Offenheit und Bescheidenheit verleihen. Ich denke, das ist den Architekten gut gelungen, denn trotz der wirklichen Größe sieht man dem Gebäude nicht an, dass es eigentlich 9 Etagen hat. Wenngleich ein Besucher, nicht aus unserer Gruppe, sagte, als er vom WC kam, "Ich habe im Bundeskanzleramt an die Wand gep..." war sicherlich nicht nur ich enorm beeindruckt von dem Gesehenen. Zwischen 17:15 Uhr und 18:00 Uhr gab es noch eine kleinere 2. Stadtrundfahrt. Ich kann nicht alles aufführen, was wir gesehen haben, aber einige allgemein bekannte und markante Sehenswürdigkeiten will ich doch nennen. Wir sahen die Siegessäule mit den vergoldeten Kanonenrohren, die als Erinnerung an die 3 siegreichen Kriege gegen Dänemark, Österreich und Frankreich errichtet wurde, das Sowjetische Ehrenmal mit den Panzern, das Schloss Bellevue, amtlicher Wohnsitz des Bundespräsidenten und nicht zuletzt das Wahrzeichen von Berlin: Das Brandenburger Tor. Für uns endete diese Rundfahrt am Potsdammer Platz, in der Nähe des Restaurants Mommseneck, wo es das Abendessen geben sollte. Somit hatten wir fast 1 Stunde Zeit, um das Sony-Areal und das DaimlerChrysler Gelände zu bestaunen. Zum Abendessen um 19:00 Uhr gab es in dem erwähnten Restaurant ein warmes und kaltes Büfett mit Vor- und Nachspeise. Wohlgestärkt für die Rückreise und ein bisschen müde schlenderten wir nach dem Essen zum Bus, der einige Straßen entfernt auf uns wartete. Nach fast 34 Stunden endete um 19:00 Uhr ein anstrengender aber sehr interessanter Berlinaufenthalt. Wir fuhren los um 20:15 Uhr und um 23:50 Uhr waren wir alle wohlbehalten und geschafft in Hamburg. Und schon jetzt beginnt das Verarbeiten und Erinnern der Reisreindrücke.
Fazit: Berlin ist (nicht nur) eine Reise wert!

Text: Nikolaus Johann Idee: Nikolaus Johann Fotos: Nikolaus Johann