Das Bernhardinererlebnis April 2005
Auf meiner kürzlichen Polenradtour habe ich in Swinemünde bei einer reizenden jungen Dame übernachtet.
Es war abends minus 5° Grad und mir wurde mitgeteilt,das ihr Hund wegen der Kälte nicht vor der Haustür,sondern im Flur übernachten würde. Kein Problem, bis ich sah, daß eine riesige Bernhardinerhündin hereinkam. Bloß schon mal anfreunden,das kann nicht schaden. Streicheln?Ja, streicheln darf ich.
Man geht zu Bett und schläft den Schlaf des Gerechten. Bis ich um 3 Uhr ein menschliches Bedürfnis verspürte und ich raus aus meinem Zimmer zum Klo wollte. Das ging aber nicht so leicht. Der Drum von einem Bernhardiner lag direkt vor der Tür und ich mußte ihn oder vielmehr sie, erst mal wegdrücken.Das die mal aufstand,darauf konnte man lange warten. Nach der Verrichtung meines Geschäftes war der Hund weg und wo war er? In meinem Zimmer. Da lag er quer im Raum. Wieder mal streicheln und gut zureden." So,jetzt muß ich in die Heia und Du auch. Geh schön schlafi-schlafi."Mit der Pfote wird angedeutet:Weiter streicheln!. Ich versuche zu schieben. Nein,geht nicht. Wurst rausholen und hinhalten. Uninterressiert wird an der Wurst geleckt. So geht es auch nicht. Dann bleib da liegen.
Leider hat die Hundedame keine Manieren und es entfleuchen die Darmwinde und es stinkt in dem kleinem Raum jämmerlich. Also jetzt ist Schluß.
Ich hoch die Treppe, um die Hundebesitzerin zu bitten,ihren Riesenhund woanders unterzubringen. Mit ein paar Sätzen ist die Bernhardinerhündin plötztlich auf der Treppe und sieht gar nicht mehr so freundlich und gemütlich aus. Na also, geht doch. Lüften und weiter schlafen.
Pünktlich morgens um 5.30 Uhr große Gejaule und lautstarkes Gebelle. Die Hundame muß in den Garten, um ihren Geschäften nachzugehen.
An Schlaf war nicht mehr zu denken. Tür auf und raus mit dem Viech.
"Haben Sie gut geschlafen?""Ja,sehr gut,"antworte ich und bekam das größte Frühstück aller Zeiten.
Text:Heiner Fosseck