Wer ist E.C.H. Will ?

Mein Gott, wer ist E.C.H. Will ? Die produzieren  Papierschneidemaschinen ! Na, da denke ich doch  an große Scheren oder ähnliches.

Nun, unser Nikolaus Johann, lud 19 Damen und Herren des Seniorennet-Hamburg ein, die Firma E.C.H. Will in Hamburg-Lokstedt am Neddernfeld 100 zu besichtigen.

An einem hochsommerlichen Maientag ist die Gruppe überpünktlich vor dem Pförtnerhaus der Firma E.C. H. Will, die eingezwängt zwischen einem halben Dutzend großer Autohäuser auf einem 30 000 qm großen Gelände am Neddernfeld 100
residiert.

Der Berufsausbilder Herr Liebsch erzählte uns, daß die Firma vom Tischlermeister Eduard Christian Heinrich Will 1866 mit 22 Jahren gegründet wurde . Der konstruierte die erste hölzerne Liniermaschine und produzierte fliegende Blätter, die mit Fadenheftung zu Journalen u.s.w. gebunden wurden.

ech-will

Seit 1970 gehört die Firma E.C.H. Will zur Körbergruppe Paperlink und produziert 50 m lange Papierschneide- und Sortiermaschinen, die zum Beispiel 720 Schulhefte pro Minute herstellen kann. Am Anfang werden der Maschine bis zu
3,50m breite 5 t schwere Papierrollen zugeführt, die dann über Andruckwalzen, und Schneiderollen in einzelne Bahnen geschnitten werden und im Druckturm werden Linien, Karos in schwarz oder farbig gedruckt. Querschneider schnippeln
die Papierbahnen auf das rechte Format und zum Schluß werden zwei Klammern in die Hefte geschossen Löschblätter eingelegt und alles wird automatisch palettiert oder die Papierstöße in Folien eingeschweißt 

Da greift kein Mensch mehr ein. Dafür steht an jeder dieser Anlagen eine Batterie von 20 Schaltschränken. Darin sind die Schaltkreise für die Steuerungs- - und Meßtechnik, Scanner und die gesamte PC-Software versteckt, die alles regeln und überwachen. 

Natürlich stellt die Firma E.C.H. Will nicht nur diese Großanlagen zur Herstellung von Schulheften her, sondern auch kleinere Anlagen und in Verbindung mit der Verbundfirma Kugler - Womako Maschinen für Reisepässe, Notizblöcke. Etiketten, Ordnungsmittel für Büros.

3 Großanlagen werden zur Zeit in der Montagehalle aufgebaut,überprüft, in Betrieb genommen, wieder abgebaut und in 15 Container verpackt in alle Welt verschickt. Solche Anlagen kosten round the bound 8 - 15 Millionen € . Das ist kein Pappenstiel.

In der Fertigungshalle hatte jeder Mitarbeiter einen Fernseher mit Tastatur. Hier wurden die Eingaben für die Rechner gesteuerten Drehbänke gemacht, die Tonnen schwere Walzen  präzise bearbeiteten.

Andernorts wurden von Mechatronikern die vielen Strippen gezogen, Kabel verbunden und Schaltschränke bestückt.

Im zweiten Stock eines Bürohauses waren die „Zeichenknechte“ an der Arbeit, natürlich nicht mehr am Zeichentisch, sondern am Bildschirm. Hier werden die vielen Einzelteile der Maschinen am Bildschirm farbig dargestellt und per Mausklick bearbeitet.

Für die Herstellung  dieser Präzisionsmaschinen werden hochqualifizierte und hoch motivierte Mitarbeiter benötigt. Auf  eine umfassende Ausbildung im Betrieb und in Zusammenarbeit mit Hochschulen wird gesteigerter Wert gelegt.

Im Jahre 2000 hatte der Betrieb noch 650 Mitarbeiter. Zur Zeit sind es noch 354. 

Wir danken Nikolaus Johann wieder einmal für die Organisation und Herrn Liebsch für die geduldige und umfassende Erklärung des Betriebes der Firma E.C.H. Will GmbH



Text: Heiner Fosseck Organisation: Nikolaus Johann Foto:Heiner Fosseck
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