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Ich weiß ja nicht, woher Nikolaus Johann immer seine Ideen für die
Besichtigungen herbekommt. Schon wieder wurden wir von ihm am 28. Juni zu
einem Event eingeladen. Auf dem Bus-Betriebshof Hamburg-Hummelsbüttel der
Hamburger Hochbahn haben wir die Wasserstoff-Produktionsanlagen und eine
Wasserstoff-Tankstelle sowie einige der 9 wasserstoffbetriebenen silbernen Busse
besichtigt.
Diese Busse fahren seit nun 3 Jahren in einem von der EU, der
Bundesregierung und der Stadt in Zusammenarbeit mit den Firmen
Daimler-Chrysler, Vattenfall, BP und Ballard unterstützten Förderprogramm, um
die Praxistauglichkeit des Wasserstoffantriebes in Brennstoffzellen im
normalen Busbetrieb zu testen.
Frau Thimm und Herr Lehnchen von der HHA versuchten, uns die etwas sperrige
Technologie zu erklären.
Der Strom zur Aufspaltung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff kommt von
Vattenfall. In einem Elektrolyseur wird aus Wasser der gasförmige Wasserstoff
und reiner Sauerstoff gewonnen, gereinigt und anschließend über einen
Membrankompressor verdichtet und in acht Speicherröhren gelagert, damit die
Busse über eine Zapfsäule jederzeit mit 350 bar Druck betankt werden können.
Der Sauerstoff wird in die Atmosphäre wieder abgegeben.
Die Betankung dauert 15
Minuten. Mit einer Befüllung können die Busse bis zu 250 Kilometer fahren. Die
Geschwindigkeit von bis zu 70 Km/h ist für den Stadtverkehr ausreichend.
Oben auf dem Dach der HH2 - Busse wurden 9 Wasserstoffdruckbehälter und 2
Brennstoffzellenmodule sowie ein Kühlmodul installiert .
Ein Brennstoffzellenmodul mit 960 Brennstoffzellen kostet 360 000 Euro. Die
Brennstoffzellen sind kleine flache Metallscheibchen aus verschiedenen
Materialien. Die eine Seite wirkt als Anode und die andere Seite als Kathode.
Dazwischen ist das Elektrolyt. Verbindet man die Anode mit der Kathode, fließt
Strom. Aber das wissen wir ja noch aus dem Chemieunterricht in der Volksschule.
Fast soviel Strom wie bei einer Taschenlampe wird in einer Brennstoffzelle
erzeugt.. Bei zweimal 960 Brennstoffzellen reicht der Strom aus, um den
Fahrmotor eines Busses zu betreiben.
Probleme macht die sichere Herstellung, Lagerung und Betankung des
Wasserstoffes. Das geruchlose Wasserstoffgas ist in Verbindung mit Sauerstoff
hoch explosiv. Aber wir wurden überzeugt, dass der sichere Umgang mit
Wasserstoff machbar ist und sich in der Praxis bewährt hat.
Leider ist die Herstellung von Wasserstoff und der Betrieb von mit Wasserstoff
betriebenen Bussen zur Zeit noch extrem teuer und somit nicht wirtschaftlich.
Dies wird sich in absehbarer Zukunft wohl ändern. Sicherlich wird unsere
Generation den massenhaften Einsatz von wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen
erleben. Die fossilen Brennstoffe werden irgendwann zur Neige gehen oder
unbezahlbar werden. Ein Vorteil des Betriebes von Bussen mit Wasserstoff : Aus
dem Auspuff kommt reiner Wasserdampf und sonst gar nichts.
Wieder sind wir vom SnHH etwas schlauer geworden, dank unseres Nikolaus
Johann.
Anschließend an der Besichtigung so vieler Technik mit Wasserstoff und
Sauerstoff haben wir höchst gesunde Mahlzeiten gegenüber dem Betriebshof der
HHA in einer Gaststätte mit dem bezeichnenden Namen "Zur Schlachtplatte"
eingenommen.

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