"Besuch im Tiefbunker am Hamburger Hauptbahnhof "

Unter dem Pflaster des Steintorwalls, direkt neben der U-Bahnlinie 3 und dem Gleis 13 des Hamburger Hauptbahnhofes, liegt ein Großbunker aus dem Kriegsjahr 1941. Der dreistöckige Luftschutzbunker hat eine Grundfläche von 2700 Quadratmeter und kann 2700 Menschen im Katastrophenfall aufnehmen. 21 Damen und Herren des SnHH haben am Sonnabend, dem 10. Februar 07, diesen Bunker besichtigt. Schwierig war es überhaupt den Bunkereingang zu finden. Viele Menschen gehen tagtäglich achtlos an diesem Eingang vorbei. Wohl glauben manche, das sich hier eine aufgelassene Toilette befindet, aber weit gefehlt. 30 Stufen führt eine enge Treppe steil nach unten.

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Nach einigen Zickzackwegen an grauen Betonwänden entlang, stehen wir vor einer dicken Stahltür. Diese Stahltür wird automatisch geschlossen, wenn ein Zählwerk, das im Boden eingelassen ist, mit den anderen beiden Bunkerzugängen, 2700 Menschen gezählt hat. So wird dem Aufsichtspersonal die letztendliche Entscheidung abgenommen, wer denn nun noch mit in den Bunker darf.
Eng ist es in dem Bunker. Bedrückend die Atmosphäre. 3,75 m dicke Betonwände. Trübes Licht an der Decke. Überall Beschriftungen. Ausgang, Männer-Wc, Filter,1. Stock ,2. Stock, 3.Stock, Luftschleuse.150 Räume hat der Bunker. Ob einige Besucher sich schon in dem Labyrinth verirrt haben, konnte unser Führer nicht beantworten Die Insassen müssen auf engen Stühlen wie in der Straßenbahn dicht an dicht ausharren. Der Kopf wird durch eine Gummiabdeckung geschützt. Anschnallgurte an jedem Platz. Tiefbunker sind besonders durch Explosionen gefährdet und können gefährlich schwanken. Einige Schlafsäle mit 4 engen Betten übereinander gibt es auch. Eine einfache Küche. Nahrungsmittel gibt es für 14 Tage. Der Bunker wurde Anfang der 60er Jahre für einen erwarteten Atomschlag auf Hamburg aufgerüstet. Nach 14 Tagen müsste man wieder raus an die Luft, was zwischenzeitlich auch passiert sein mag.

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Im Krieg, zwischen 1941-1945 waren bei den Terrorangriffen der angloamerikanischen Bomberflotten in dem Bunker bis zu 8000 Menschen eingepfercht. 6 Stunden konnte ein Luftangriff und der folgende Feuersturm dauern. Nach dem Krieg wurde der Bunker für obdachlose Reisende genutzt. Anschließend verfiel die Großbunkeranlage, bis der kalte Krieg und ein möglicher Atomschlag die Umrüstung des Bunkers erforderlich machte.

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Als wir endlich nach über 1,5 Stunden aus dem Untergrund des Tiefbunkers wieder aufgetaucht waren und an der frischen Luft auf dem Steintorwall standen, dankten wir dem lieben Gott, dass wir die Zeiten von Krieg und Not überstanden haben und im tiefsten Frieden leben dürfen.
Im Kaufhof hat ein Teil der SnHH Gruppe anschließend zu Mittag gegessen. Das hatten wir nach diesem Besuch im Bunker wirklich nötig.

 

Text: Heiner Fosseck Organisation: Heiner Fosseck Fotos:Peter Lührs

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