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Dass die 14 Mitglieder des SnHH sich pünktlich am Bahnsteig im Hamburger Hauptbahnhof zur von Nikolaus Johann organisierten Fahrt nach Berlin einfanden, war nicht anders erwartet worden. Dass sich aber die Dame mit den Fahrkarten erst in allerletzter Sekunde einfand, sorgte schon für Unruhe, zumal der zweite Begleiter, der von der Hamburger Fraktion "Die Linke" uns betreuen sollte, einen wenig vertrauenswürdigen Eindruck machte.
Nun gut, der superschnelle Zug der Bundesbahn brachte uns durch das graue nebelverhangene Mecklenburg zum neuen Superbahnhof Berlin Mitte, wo wir unten im Kellergeschoß fast pünktlich ankamen.
Nach dem wir diverse Rolltreppen und verglaste Fahrstühle rauf und runter gefahren waren und somit den Bahnhof gebührend besichtigt hatten, wurde sich erst mal in einem Cro Bac gestärkt und dann ging es mit drei Taxis zum Stelenfeld, das an die Shoa - den Massenmord an den Juden - erinnern soll. Hier wanderten wir durch die Stelenreihen, bis um 10 Uhr das Infozentrum öffnete, das sich wie ein Grab unter dem Stelenfeld sich befindet. Eine beklemmende Atmosphäre war in den schwarzen Räumen mit den Bildtafeln und den vielen Namen der Getöteten. Dass es nötig ist, auch hier eine Leibeskontrolle am Eingang durchzuführen, machte uns nachdenklich.

So marschierten wir anschließend in Richtung "Unter den Linden", wo sich eine etwas fußlahme Gruppe von uns verabschiedete und der Rest weiter in Richtung Alexanderplatz wanderte, vorbei an den restaurierten oder im Umbau befindlichen Museen auf der Museumsinsel und am schon halb abgerissenen „Palast der Republik“ der untergegangenen DDR.
Dass man am Alex angekommen, in einem Lokal eine Knackwurst mit Semmel für 1 Euro bekommen konnte, machte uns fröhlich, und das gesparte Geld legten wir merkwürdigerweise in wunderbaren Pralinen an. Der Alexanderplatz war eine Großbaustelle, und wir machten uns auf zum Rückmarsch zum Reichstag. Da das doch immerhin heroische 2,5 Kilometer waren, nahmen wir einen Doppeldeckerbus der Linie 100, der uns direkt vor die Tür des Reichstages brachte, wo wir uns erst gemütlich in der Sonne sitzend gegenseitig unsere bisherigen Erlebnisse erzählten.
Durch einen Seiteneingang wurden wir an der Schlange der wartenden normalen Besucher vorbeigelotst, um nach geduldigen Warten in den fast leeren Plenarsaal des Deutschen Bundestages geführt zu werden. Hier wohnten wir einer Fragestunde des Bundestages bei. Die Thematik war so spannend, dass ein Teil der Zuhörer am Einschlafen gehindert werden musste. Auskunft wurde z. B. dem Abgeordneten Paech der Linkspartei gegeben, über Waffenlieferungen an Israel und den Einsatz der Deutschen Marine vor der Küste von Libanon. Leider wurden die Fragen selbst nicht erwähnt, sondern nur die Antworten. Das auswärtige Amt gab Auskunft über Darfur und Kongoeinsatz. Dann wurde über einen Tunnel der A 21 berichtet und über erneuerbare Energien. Nach einer Stunde wurden wir hinauskomplimentiert, denn es wartete schon die nächste Gruppe. Wir hasteten zum Vortrag des Abgeordneten Prof. Paech, der vormals SPD Mitglied zur Zeit für "Die Linke" im Bundestag sitzt. Der gab seine Ansicht von der Politik zum besten und wir bekamen fast feuchte Augen, als er uns von seinem aufreibenden Alltag als Bundestagsabgeordneter berichtigte.
Nach einer knappen Stunde wurden wir fast rausgeworfen, denn es drängte der nächste Schub von Besuchern nach.

Die erste und einzige offizielle Mahlzeit im Restaurant des „Paul-Löbe-Hauses“ bestand aus einem Fleischklops mit Kartoffelsalat. Hoffentlich werden unsere Regierung und die Abgeordneten etwas vielseitiger verköstigt. Der Ausblick über die Spree auf die Neubauten des Regierungsviertel machte das etwas karge Mahl wieder wett.
Dann hoch zum Dach des Reichstages mit der Kuppel von Sir Foster. Einmal die Spirale rauf und runter und dann der Versuch, den Abgeordneten auf die Köpfe zu sehen. Blutrot ging die Sonne unter und dann taperten wir in der Dunkelheit an der Spree entlang zum hellerleuchteten Bahnhof Berlin-Mitte. Hinten im Hintergrund das Bundeskanzleramt und der angestrahlte Reichstag.
Eine Horde kleiner Kinder mit Müttern und Vätern liefen vor dem Bundeskanzleramt mit ihren Laternen und wollten wohl der Regierung heimleuchten. Meine Gesangskünste "Laterne, Laterne" wurden von den kleinen Zwergen als mangelhaft zurückgewiesen. Im Großbahnhof Berlin Mitte nahmen wir noch einen Absacker zu uns und dann ging es heimwärts. Todmüde kamen wir um halb 11 Uhr Abends im Hamburg-Hauptbahnhof an.
Erstaunlich, wie viel auf dieser Fahrt gelacht und geschnattert wurde. Es hat allen viel Spaß gemacht.
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