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Es sollte ein außergewöhnlicher Sommertag werden, als sich
am Sonnabend den 4. September 2004 19 Damen und Herren des SnHH frühmorgens
im Hamburger Hauptbahnhofes trafen, um auf Einladung von Flensburger Senioren
(SNFL) nach Flensburg zu fahren. Eigentlich waren 20 Leutchen erwartet
worden, aber eine Dame hatte wohl ihren Wecker nicht gestellt und war
achteraus gesegelt. Rein in den Zug und dann ging ein fröhliches
Geschnatter los, denn man hatte sich viel zu erzählen. Sogar der
fast komplette Vorstand des SnHH hielt eine improvisierte Vorstandssitzung
ab. Denn zwei ahnungslose Vorstandsmitglieder wurden von Dieter Beck umfassend
von Friktionen und Querelen in Farmsen unterrichtet.
Der Zug fuhr
durchs platte, grüne Land von Holstein, dann Schleswig und über
eine riesige endlose Brücke bei Rendsburg und kam pünktlich
in Flensburg an, wo wir von den Flensburger Senioren freudig erwartet
wurden. Nach der Begrüßung ging es per Bus zum Hafen von Flensburg.
Hier lagen am Kai viele Traditionssegler des Deutschen Jugendwerkes zur
See, die gerade proviantiert wurden. Eine Palette Kartoffeln und Zwiebeln
u.s.w. und zwei Paletten Bier u.s.w. Auch der Uraltdampfer "Alexandra"
und das Minenjagdboot "Hameln" unserer Deutschen Marine waren
dort festgemacht.
Wir aber wollten zum
letzten Rumhaus in Flensburg, das in einem alten Speicher aus dem 16.
Jahrhundert, nicht weit von der Marienkirche seit 1878 beheimatet ist.
Herr Johannsen, der Inhaber, erklärte uns in seinem kühlen Rumkeller
mit den vielen großen Fässern , warum seit einigen Jahrhunderten
ausgerechnet in Flensburg Rum gebrannt wurde. Flensburger Segler fuhren
mit Krimskram und Gedöns nach Afrika und tauschten dafür schwarze
Sklaven ein. Dann fuhren sie zu einigen zu Dänemark gehörigen
Karibikinseln und verkauften die Sklaven, die dort zur Zuckerrohrernte
benötigt wurden, um dann mit Rumextrakt nach Flensburg zurückzusegeln.
Das scheint ein gutes Geschäft gewesen zu sein. Auch wir kauften
Johannsen Rum und mußten uns den ganzen Tag mit den schweren Flaschen
abschleppen.
Im alten Sonnenberg-Rumhaus
am Hafen, das jetzt das Hansen-Brauhaus beherbergt, aßen wir fast
2 Stunden zu Mittag und es wurde ausgiebig geklönt und gute Gespräche
geführt.. Hier wurde das Bier meterweise serviert. Eine Runde spendierte
der SNFL und eine Runde der SnHH. Auf einen dicken Eichenbrett standen
12 Gläser mit hellen oder dunklen Bier. Die Portionen mit Sauerfleisch
und Bratkartoffeln waren riesig. Die richtige Unterlage, um bei fast 30
Grad , durch die Kaufmanns- und Kapitänshöfe und den Oluf -
Samson- Gang hindurchzumarschieren, wo merkwürdigerweise halbnackte
Damen in den Fenstern lagen, die ihren diskreten Geschäften nachgingen,
um dann endlich 30 m hoch über Flensburg, die Duburg Aussichtsplattform
zu erreichen, wo wir weit über die drunten liegende Stadt und den
Hafen, die Dänische Küste und die Ochseninseln sehen konnten.
Wir wurden von einer Dame und einem Herren, die dankenswerterweise vom
SNFL bezahlt, den Bärenführer machten, in zwei Gruppen geführt.
Zurück
in der Stadt trafen wir die Fußkranken am Südermarkt. Frau
Gensicke hatte leider das Pech gehabt, schwer im Brauhaus zu stürzen
und hatte arge Schmerzen am Handgelenk. Wir hoffen auf baldige Genesung
und wünschen ihr gute Besserung.
Wir sahen liebevoll
wieder hergerichtete Handelshöfe. Man erzählte uns, dass 1808
Napoleon hier in Flensburg war und das dort jetzt die Geschäftsleitung
der Beate Uhse AG in einem alten Handelshof residiert und das die Gründerin
der Firma eine erst geächetete, dann bewunderte Frau gewesen war.
Der alte Theodor Storm war mit den jungen Maler Emil Nolde hier befreundet
und die Dänische Minderheit in Nordschleswig und Flensburg feiert
gerne und oft in den schönen Restaurant Borgerforeningen. Hier feierte
schon der dänische König Friedrich Vll., große Feste.
Durch die lebhafte
große Straße und den Holm ging es zum Nordermarkt mit der
Nikolaikirche. Dann ging es zum Weinhaus Braasch in der Rote Straße.
Im schattigen Innenhof mit den weinlaubumkränzten Fachwerkhäuschen
und den bequemen Gartenstühlen fühlten wir uns gut aufgehoben.
Die ermatteten Lebensgeister wurden mit Cappuchino mit viel Rum aufgefrischt
und dann wurde es lustig und laut, denn nun ging man zu Wein und Bier
über. Der überforderte Wirt wurde von diversen fleißigen
Helfern aus den eigenen Reihen verstärkt und unter Hallo ging es
anschließend zu Fuß zum Bahnhof. Hier wurden wir von der Seniorengruppe
Flensburg mit der unermüdlichen Frau Petersen, der wir diesen schönen
Tag zu verdanken haben, verabschiedet.
Pünktlich brachte
uns der Zug nach Neumünster. Leider war wegen eines Personenunglücks
auf der Strecke Neumünster-Hamburg , hier erstmal Schluß und
wir wurden mit einem Bus durch die dunkle Nacht nach Wrist gefahren. Der
kleine Bahnhof war übervoll mit gestrandeten Fahrgästen, die
aber Gott sei Dank alle in die andere Richtung mußten. Wir hatten
das Glück, daß wir nur 40 Minuten später als geplant in
Altona ankamen. Alle verabschiedeten sich. 8 Damen und Herren ließen
sich schnurstracks im Restaurant Eckhardt am Bahnhof Altona nieder, um
nach dieser abendteuerlichen Rückfahrt einen Absacker zu sich zu
nehmen und den schönen Tag ausklingen zulassen.
Ein
herzliches Dankeschön an unsere Freunde in Flensburg, die uns einen
herrlichen Tag bei außergewöhnlich guten Wetter in ihrer schönen
Stadt bereitet haben und wir hoffen, daß wir die Mitglieder des
SNFL demnächst in Hamburg begrüßen können.
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