Bad Schandau bis Blankenese April 2004


Im Hof des Zwingers in Dresden.......................Meißen..................................................................Blühende Rhapsfelder

Mit dem Fahrrad immer an der Elbe entlang ,sind es 732,5 Kilometer von Bad Schandau an der Grenze zu Tchechien nach Blankenese. Mit überwiegend Schiebewind bei schönem Wetter und keinen Regen ist das auch für so einen 64 Jahre alten Herrn in 8 Tagen zu schaffen. Ich wollte doch mal sehen, wie es an der Elbe aussieht.
Zuerst zwängt sich die Elbe als kleines Flüßchen durch die steilen Felswände des Elbsandsteingebirges.Hier gibt es so gar Bergsteigervereine. Vorbei an der Festung Königstein und der Sommerresidenz von August den Starken, Schloß Pillnitz. Hier sah ich einen riesigen Kamelienbaum mit Abertausenden von Blüten im wunderschönen Schloßgarten.
In Dresden sah ich die neue Frauenkirche. Die Laterne noch eingerüstet. Ein Symbol für den Wiederaufbauwillen der Stadt mit den eingesprenkelten rußgeschwärzten Bausteinen der Kriegsruine.
In diesen Jahr blüht alles zur gleichen Zeit, der Flieder, die unendlichen gelben Rapsfelder, der Weizen steht schon 40 cm hoch, die blühenden Obstbäume am Elberadweg, sogar die Rhododendron fangen an zu blühen. Es war ein Vergnügen durch die blühende Elbelandschaft zu fahren.
Ich wohnte in Pensionen, wo im ersten Stock die Flutmarken des Hochwasser vom 17. August 2002 in Augenhöhe angebracht waren. Die Schäden sind beseitigt, bis auf Restarbeiten an Straßen und Deichen. Aber der Schrecken ist den Menschen hier an der Elbe noch bewußt.
Es geht an Schlössern und imposanten Guthäusern vorbei, z. B. in Dornburg, das große Schloß der Mutter von der "Käthe von Rußland".Das Schloß des Fürsten Bismarck hat eine barbarische deutsche Regierung in den 50 er Jahren sprengen lassen.Riesige Backsteinkirchen in Tangermünde, Havelberg u.s.w.
Der Elberadweg geht mal linkselbig, mal rechtselbig und übergesetzt wird mit Gierfähren, die einfach von der Strömung der Elbe nach Änderung des Anstellwinkels ans jenseitige Ufer getrieben werden.
Im Storchendorf Rühstedt in der Nähe der Havelmündung wurde am 1. Mai ein großes Schwein am Spieß gebraten. Die Diskomusik donnerte dazu so wundervolles Liedgut wie " Itzi bizzi tini wini Honululu Strandbikini" und "River Kwaimarsch". Die vielen Störche auf den Dächern der Scheunen ließen stoisch den Radau über sich ergehen und werden sich fürs nächste Mal wohl ein ruhigeres Nest suchen.
In Brandenburg und Sachsen-Anhalt und Mecklenburg ist hier an der Elbe eine spürbare depressive Stimmung in der Bevölkerung. Wie ausgestorben daliegende Dörfer. Geschäfte geschlossen oder zu vermieten oder zu verkaufen. Kaum Gaststätten, die geöffnet haben. In manchen Hotels und Pensionen war ich der einzige Gast. Eine bedrückende Atmosphäre.
Ab Havelberg gab es nun Wind von vorn. Abends zitterten mir die Knochen und von meinem Po will ich gar nicht berichten.
Kurz vor Hamburg machte mein neues Trekking-Rad Schwierigkeiten. Die Gänge ließen sich nicht schalten und das Hinterrad eierte. Also auch keine deutsche Wertarbeit mehr.
Die schlimmste Wegstrecke war durch den Feierabendverkehr in der Innenstadt von Hamburg. 3 Km vor Blankenese konnte ich mein marodes Rad nur noch schieben.
Glücklich, daß ich heil angekommen war ,schloß meine Frau mich wieder in die Arme und ich streckte erst mal alle Viere von mir.

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Text: Heiner Fosseck Foto: Heiner Fosseck