igentlich wollte ich in diesem Jahr gar
nicht nach Südamerika. Mir reichte das Gitarrenspiel in Obergurgl.
Aber dann riefen mich M. und B. an, meine Begleitung von der zweiten Perureise
und der Ecuadorreise im letzten Jahr. Ob ich nicht interessiert sei an der
Sonderschule in Huaura, die B. ins Leben gerufen hatte. Ob ich nicht B`s
Behausung kennen lernen wollte, in der jetzt ein peruanisches Lehrerehepaar
wohnen durfte mit den beiden Kindern Nelson und America. B. wollte Geschäftliches
mit der Schule regeln, die wird unter anderem aus deutschen Spendengeldern
finanziert, sie wollte an dem Unterricht der Kollegen teilnehmen, die sie
für kinderfreundliche Unterrichtsformen trainiert hatte, ohne den Stock,
der an peruanischen Schulen üblich ist, ohne das unverständliche
Dozieren, das Kinder langweilt, weil sie nur zum Zuhören verurteilt
sind, insbesondere die Kinder der Indigenas, die anfangs nur Quechua sprechen
und oft erst Spanisch lernen müssen. Da konnte ich nicht nein sagen,
zumal M. und ich dann gemeinsam mit Rucksack auf den üblichen Buslinien
- das sind immer private Gesellschaften, die ihre Wagen mehr oder weniger
technisch in Ordnung halten und deren Fahrer oft übermüdet sind,
weil sie viele Stunden fahren müssen, wir sind nicht in Europa, wo
Arbeitszeiten streng geregelt sind, und da klappt es ja auch nicht - Peru
fernab der Touristenwege erkunden wollten.

Wir wollten die Schule in Huaura besuchen, nach Pozuzo am Osthang der Anden,
dort haben vor 150 Jahren Deutsche und Österreicher gesiedelt, und
wir wollten nach Chachapoya und Cajamarca.
Cajamarca ist der Ort, an dem der letzte Inca Athahuallpa von 150 Spaniern
gefangen gesetzt wurde, obgleich seine 30 000 Krieger um ihn versammelt
waren. Dort gibt es noch den Raum zu sehen, in dem aus dem gesamten Incareich
die Goldschätze zusammengetragen wurden, mit denen sich der Inca freikaufen
wollte, ein vergebliches Bemühen, die Gold- und Machtgier der Europäer
war zu groß, sie hielten ihre Abmachung nicht ein.
In der Umgebung von Chachapoya, einem hübschen Städtchen in 3200m
Höhe, ganz spanische Kulisse wie alle Städte, wurden in den letzten
Jahren Siedlungs - und Festungsreste der Chachapoya und ihre Mumien gefunden,
von den Inca Wolkenmenschen oder Wolkenkrieger genannt, die sich in ihrem
Aussehen von den Indianern Südamerikas unterschieden. Sie waren hellhäutiger,
hellhaariger, und größer gewachsen. Ihre Kultur und die Art der
Mumifizierung unterschied sich von der übrigen südamerikanischen
Gruppen.
Wir einigten uns auf die American Airlines, weil wir mit dieser Fluggesellschaft
die doppelte Gepäckmenge mitnehmen durften. Allerdings waren wir lange
unterwegs, von Frankfurt über Dallas nach dem Aus- und wieder Einchecken
des Gepäcks, Aufenthalt dort und Weiterflug nach Lima, 21 Stunden .
In unserem riesigen Gepäck befanden sich Bälle, Blei - und Buntstifte,
Anspitzer, Radiergummis, LÜK - Kästen, Lernspiele, Bildstempel,
Wolle, Filzstifte für die Lehrer, Aufkleber, Muggelsteine und Flohplättchen,
kleine Wäscheklammern , Scheren und vierhundert Täfelchen Ritter-Sport-
Schokoladen für Schüler und Lehrer. Bei der peniblen Durchsuchung
der Koffer am Frankfurter Flughafen rollten die Bälle durch den Untersuchungsraum.
Die Koffer wollten sich nicht mehr schließen lassen.
In Lima waren wir um Mitternacht. Die Taxe buchten wir schon im Flughafengelände,
um dem Ansturm der tausend Anbieter außerhalb der Polizeisperren vor
dem Flughafengebäude zu entgehen, fest die schweren Lasten an der Hand,
dass sie uns nicht fortgerissen wurden. Durch das nächtliche Lima tobten
Kindergruppen, vor unserem Hotel war es still, aber als die Tür vorsichtig
geöffnet wurde, stellte sich heraus, dass die deutsche katholische
Gemeinde für uns kein Zimmer bestellt hatte. Es gab aber noch Betten
für uns und für die nächsten Tage das letzte heiße
Duschwasser.
Am nächsten Morgen holten uns die Schulleiterin der Franz-von Assisi-Sonderschule
und ihr Mann, der in der dortigen Kirchengemeinde arbeitet, mit einem Pick-Up
nach Huaura, ca. 150 km nördlich von Lima, am Pazifik im Wüstenstreifen
gelegen, der Fluss Huaura bietet traditionell mit seinem Wasser einen Siedlungsstreifen.
Unsere Koffer wurden auf der Ladefläche fest verschnürt, damit
sie nicht gestohlen würden bei einem Halt. Wir hatten das typische
Winterwetter - etwa 16° C bei hoher Luftfeuchte und einem bleigrauen
unbeweglichen Himmel, ungemütlich. Die Panamericana Norte zeigte ihr
bekanntes Gesicht: Elende Unterkünfte aus Matten und Plastikplanen,
Müllberge, Plastikbeutel im Dornengebüsch. Selbst die Kolibris
sind hier aschfarben und braun. Und genau so elend zeigte sich uns Huaura:
Lehmige Straßen, herrenlose Hunde, Dünenhügel, auf denen
fertige und halbfertige Hauswürfel stehen, eine Marktreihe mit viel
Obst und Gemüse unter einem Mattendach im Halbdunkel - sie bringen
Farbe in das Grau - und eine relativ kleinflächige Plaza de Armas mit
gusseisernen, schwenkbaren Papierkörben und edlen Bänken, abgezirkelten
Blumenbeeten, dreißig! dreiarmigen Kandelabern aus Gusseisen, sie
verströmen so viel Hitze, dass im Sommer bei Dunkelheit die Plaza nicht
mehr genutzt werden kann. Mit dieser Pracht hat sich der neue Bürgermeister
ein Denkmal gesetzt. Große alte Bäume mussten dafür abgeholzt
werden. Huaura wirkt um diesen Platz herum noch schäbiger und armseliger.
Es ist ein großer Unterschied, ob man über Armut, Kälte
und Wassermangel liest oder sie lebt. Als sich die Tür zu B`s Haus
öffnete, empfing uns eine in Schals, Pullover und Mützen gehüllte
Familie. Es gibt keine Heizung in den Häusern, die Kälte kriecht
langsam vom Steinfußboden in den Rücken und in die Gelenke. Ein
heißes Bad konnte uns nicht wärmen. Wasser tröpfelt nur
von 7 -11 Uhr aus den Hähnen, da muss es aufgefangen werden in Schüsseln
und Eimern, was für Berufstätige schwierig ist. Die Gladys steht
morgens um fünf Uhr auf, damit sie den Bus um sechs in ihre Andenschule
kriegt, ihr Mann German hat in B`s Garage eine kleine Vorschule eingerichtet
mit Auslauf in den ummauerten Innengarten, da kommen die Kinder um 9.00
Uhr, auch er hat also nur begrenzt Zeit, sich um das Wasser zu kümmern.
Da waschen sich die Kinder mit kaltem Wasser, das Geschirr des Vortages
wird morgens unter kaltem Wasser gespült, auf dem Propangasherd wird
Wasser abgekocht und in Thermosflaschen gefüllt für den Kaffeeextrakt
und den Kamillenteeextrakt. Auf dem Frühstückstisch lagen die
Maisbrötchen - Brot kennt man in Peru nicht - trocken knabberten wir
sie, später hat B. die Mahlzeit mit Marmeladen, Käse und Wurst
bereichert, aber vom Lehrergehalt kann sich die kleine Familie diesen Luxus
nicht leisten. Ein Lehrer hat ein Zehntel unserer Lehrereinkommens, dafür
kosten die genannten Produkte das Zehnfache.
Die von B. gegründete Förderschule liegt hinter
Mauern gesichert auf einer öden Fläche, Frauen haben da offene
qualmende Feuer angefacht, auf denen gekocht wird, eine kleine Ortschaft
ist in der Nähe mit einer zerfallenden Kirche und einer nun geschlossenen
Zuckerrohrverarbeitung, die im Anfangsstadium für B`s Schule den
Strom sponsorte. Die Schule hat einen Wassertank, in dem das Wasser gesammelt
wird. Die Kinder lernen, die Zähne zu putzen, Hände zu waschen
und das Geschirr nach dem Essen zu spülen.
Die sozial behinderten Kinder: Sie sprechen vorwiegend
Quechua und wenig Spanisch, sie müssen zum Familienunterhalt durch
Lohnarbeit beitragen, im Hause achtet keiner auf die Schularbeit aus unterschiedlichen
Gründen, die Familien sind oft von den Anden eingewandert und leben
entwurzelt ohne Familienverband, Unterkunft und Arbeit. Die Kinder kriegen
als Mittagessen Kartoffeln mit Reis, Linsen oder Bohnen mit Reis, manchmal
wagt sich auch ein Stück Fleisch ins Essen. Zum Frühstück
gibt es ein Haferflockengetränk mit Milch und Obstschnitzen z.B.
Ananas, Orangen.
Der Empfang, den Lehrer und Schüler für "Mama Barbara"
gestalteten, war bewegend. Sie sangen, tanzten und beteten, hatten B.
aber schon vor der offiziellen Feier in den Arm genommen, geküsst
nach einem strengen Ritual: Rechte Wange an rechte Wange, sonst gibt es
Zusammenstöße. Ekzeme, Rotznasen und Dreck spielten keine Rolle.
Sogar die geistig schwerer Behinderten erkannten Barbara wieder.
Ein Jahrgang, ein Raum, zwei Lehrer, vier Arbeitsgruppen - nach Leistungsvermögen
zusammengestellt, sorgfältig kontrollierte Arbeitshefte, in denen
die Arbeitsaufträge handschriftlich eingetragen wurden. Rechnen mit
Flohsteinen, reißen und kleben, tasten und fühlen, Grundkenntnisse
wie rechts und links, oben und unten, Körperteile, Laute zu Buchstaben
werden lassen und umgekehrt, rechnen, lesen und schreiben, Gartenarbeiten
und Meerschweinchenställe ausmisten - bei den Indigenas sind Meerschweinchen
eine Delikatesse, die sie zu besonderen Anlässen braten und genießen.
Wenn wir mit B. eingeladen wurden, lagen Meerschweinchenteile auf dem
Teller. Auf den Märkten greifen die Hausfrauen in die Säcke
und ziehen sich die kleinen Tiere raus, um den Bauch abzutasten nach Fett
und Fleisch. Man kann also mit diesen Tieren Geld verdienen - hier sind
sie Nutztiere.
Unsere Arbeitsmaterialien aus den schweren Koffern wurden gern genommen
und den einzelnen Klassenstufen bzw. der Schulleitung zum Ausleihen zugeordnet
- wie kleine Kinder freuten sich die Lehrer über ein Täfelchen
Ritter-Sport - und später die Kinder auch - über Parfumproben
und kleine Seifenstückchen aus Hotels.
Wir drei Europäerinnen schnürten nach wenigen Tagen unsere Rucksäcke.
Wir wollten über die Carretera Central mit einem Bus fahren, immer
die alte Eisenbahnstrecke im Auge, die sich abenteuerlich an den Steilhängen
entlang hangelt, durch roh geschlagene, einspurige Tunnel und über
atemberaubende Brücken schlängelt, die Flusstäler und Straßen
überspannen. Mit Bus und fest verschlossenem Taxi erreichten wir
von Huaura aus in Lima den Haltepunkt unseres Busses nach Tarma bzw. La
Merced und fanden Fenster- und Sitzplätze. Zunächst wurde uns
die ganze Trostlosigkeit Limas präsentiert: Müllberge, pinkelnde
Männer die ihre Hose kaum zuknöpfen, Schrotthalden am Wege,
Schmieden säumten die Straße, immer wieder Männer, die
mit den bloßen Händen die Felgen der Autoreifen blank reiben
- vor sich Berge von Reifen, von Staub bedeckte kümmernde Bäume,
Straßenmärkte mit vielen Kartoffelsorten in großen Säcken,
Blumen, Orangen, kleine und große Bananen, Grünmüll.
Allmählich steigt die Straße an, geröllige Berghänge
gesellen sich an unsere Seite, duftiger Nebel hängt in ihnen, großräumige,
gut gesicherte Club- und Hotelanlagen sehen wir nun, die Sonne bricht
durch - der Himmel ist blau, das Flussbett neben der Straße zeigt
grüne Felder, Bougainvilleen schmiegen sich mit schrillen Farben
an die gelben, öde wirkenden immer steiler aufragenden Berge, die
gut ausgebaute Carretera Central führt uns in engen Kurven, durch
einspurig zu befahrene stockdunkle Tunnel, deren unbehauenes Gestein Sickerwasser
auf uns schüttet. Trotz der strahlenden Sonne wird das Fotografieren
aus dem Fenster problematisch. Sie sind schmutzig, durch die steil aufragenden
Berghänge ist die Beleuchtung schwach.
Wir nähern uns nun der Passhöhe des Ticlio - 4885 m - und fühlen
uns gut, die Mehrheit unserer Mitreisenden wohl auch.
Endlich sehen wir den schneebedeckten Gipfel, mit dem Schmelzwassersee
davor, und ab geht es in die Tiefe - zügig nehmen wir Kurve um Kurve,
fahren vorbei an ausgedehnten Blumenfeldern, Gladiolen, Levkojen und Iberis,
die der rotbraunen Erde mit den rotbraunen Adobehäusern bunte Kleckse
geben. Ocker und Gelb gesellt sich zu den Farben, Ginster blüht an
den Hängen. Hier sind die Felder ordentlich und sauber terrassiert
und bearbeitet. Trotz der strahlenden Sonne ist es kalt, wir sind immer
noch bei 3000 Höhenmetern.
Als wir bei Dunkelheit in La Merced ankommen, unserer Zwischenstation,
ist es tropisch warm, Wasserpfützen stehen auf der Straße,
da tobt das Leben, Menschen sitzen plaudernd unter den Palmen, gehen herum,
wir finden ein Lokal, um zu essen, unser Dreierzimmer liegt am Berghang,
das Hotel hat mehrere Etagen, die Zimmer gehen ab von den Balkons, die
uns einen Ausblick auf den breiten, reißenden Chanchamoya bieten
und die von Wolken verhüllten Berge. Die Vogelstimmen klingen vertraut
nach Grünfink, Fasan und Papagei.
Am nächsten Morgen stellt sich heraus, dass B. die die Überquerung
der Passhöhe nicht gut überstanden hat, wir legen einen Ruhetag
ein, schwitzen, schlendern durch die Straßen, betrachten, was der
Markt so bietet, die Straßen sind gefährlich durch Dreiradtaxis,
die hier ein Verdeck haben und sich mutig in die Kurve legen. Für
uns und für die Einheimischen sind sie preiswert.
B. legt eine Ruhezeit in la Merced ein bei freundlichstem Familienanschluss
zu der großen Hotelinhaberfamilie, M. und ich besteigen einen kleinen
Toyota - Bus nach Oxapampa und von da aus weiter nach Pozuzo. Bei uns
dürfen höchstens 8 Leute darin sitzen. Hier drängen sich
bestimmt 14 Menschen, Mütter, die ihre Kinder säugen, eine Familie
mit einem jungen Hund, auch Säcke werden noch gestapelt. Wir ducken
uns unter Dachlasten von zwei Menschen, vier Säcken mit Dünger,
vier gefesselten Schweinen, die verzweifelt in der Sonne schreien, später
kommen noch vier riesige Bananenstauden dazu und ein Kasten mit Hühnern.
M. flüchtet vom vorderen Platz neben dem Fahrer nach hinten, es gibt
keine Gurte. Ich bleibe, die Chance, durch das geöffnete Fenster
zu fotografieren, ist groß.
Und so rumpeln wir durch tiefe Schlaglöcher und Bachbetten über
eine staubige Straße, die anfangs noch Vertrauen erweckend breit
ist, neben uns rauscht der Fluss, die Hänge sind überschwänglich
grün, die Sonne scheint, die kleinen Siedlungen zeigen sich uns in
bekannter Ärmlichkeit, viele Menschen bewohnen eine Hütte.
Wir fallen sofort auf als Ausländer - este ojos azules -meine wasserblauen
Augen werden zum Blickpunkt ständiger Bewunderung, die Stimmung ist
freundlich, die Neugier ist groß, Europa ist kaum ein Begriff, dass
man fliegen muss, vertieft den Eindruck unseres Reichtums.
Große Zahnlücken aber auch Goldzähne lächeln uns
an, M. unterhält sich gern und oft mit den Indigenas. Deren Gerüche
und Sauberkeit kann unseren europäischen Maßstäben überhaupt
nicht standhalten. Das Rütteln und Schütteln, das Hochfliegen
und unsanft Aufsetzen ist schon für uns anstrengend, wie mag es den
Winzlingen an Mutters Brust gehen? Manche schreien. Ich muss die Kamera
wegpacken. Es ist zu staubig. Aber der Fahrer bewältigt die Herausforderungen
dieser Piste hervorragend, und das Auto macht mit, legt sich stöhnend
in die Kurve, ächzt unter den Stößen, die die Löcher
verpassen und heult unter den Anstrengungen des Aufstiegs.
Kurz vor 18 Uhr, nach 10 Stunden Fahrt, sind wir in Pozuzo. Weit geschwungene
Hügel, üppiges Grün, wir sehen zwar kein Tiroler Bauernhaus,
aber es begrüßt uns in der Dämmerung Andreas Egg, groß,
blauäugig, blond: "Grüazi Gott miteinand." Wir haben
unser Ziel erreicht.
Im stickig heißen Hotelzimmer genießen wir das fließend
kalte Wasser, trauen uns, nachts die Fenster zu öffnen, sehen und
hören in der Ferne das tropische Gewitter. Der Inhaber ist deutschstämmig,
aber die Haare sind schon schwarz, und er spricht nicht mehr seinen deutschen
Dialekt. Bei Andreas Egg kriegen wir zum Abendessen Wiener Schnitzel und
Würstchen mit Kartoffelsalat, mit Bananenstrudel und Bier wird das
Essen beendet. Er spricht Deutsch, seine Schwester auch, aber die fünf
erwachsenen Kinder sind nun Peruaner und sprechen Spanisch. In dieser
Gegend hat der Sendero Luminoso die Menschen terrorisiert, die Antwort
der Regierungsmilizen war ebenso belastend für die Menschen, dass
sie immer noch dankbar an Fujimori denken, der sie von dieser Last befreite.
Die Hängebrücke wurde von den Dorfbewohnern gekappt, um den
Zugang zum Dorf zu erschweren. Immerhin ist die Siedlung in den sommerlichen
Regenzeiten manchmal bis zu 7 Monaten von jedem Zugang abgeschnitten,
weil die Berghänge auf die Piste rutschen.
Um Kraft zu speichern verdrückte Andreas Egg morgens
gleich zwei riesige Fleischstücken. Und wir glaubten ihm, wenn er
behauptete, gern zu arbeiten mit seinen 58 Jahren. Er verkauft Sand, Kaffee,
Vieh. Sein Wunsch: Wir sollten uns draußen in der großen Welt
dafür einsetzen, dass Pozuzo einen Flugplatz bekommt.
Nach kurzem Umpacken des Rucksacks in Huaura starteten M. und ich zur
Reise nach Chachapoya und Cajamarca. Wir leisteten uns einen Bus mit Liegesitzen,
der uns in 8 Stunden in einer Non-Stop-Fahrt von Huaura, wo er auch nur
ausnahmsweise hielt, nach Chiclayo brachte. Die Panamericana zeigte sich
uns im Morgengrauen hässlich wie immer.
In der Straße, die die Endstation unseres Busses beherbergte, reihte
sich ein Unternehmen an das andere, keines hatte einen Bus nach Chachapoya,
und so ließen wir uns von einem jugendlichen Taxifahrer an einen
weit entfernten Bushalt transportieren - sein Preisangebot wurde von vielen
anderen Taxifahrern unterboten und mit vielen Ratschlägen dekoriert
. Am Norte Occidental informierte Der Taxifahrer die dort Wartenden über
unsere Wünsche, der Gang zur Toilette wurde durch lautes Klopfen
und Rufen gestört, man teilte uns mit, dass ein Bus angekommen sei,
der nach Chachapoya führe, wir sollten nur einsteigen, einen Platz
hatten die Menschen auch schon für uns besorgt. Um 7 Uhr in Chiclayo
angekommen, um 8 Uhr Abfahrt nach Chacha - wir fühlten uns wie Kinder
des Glücks. 10 Stunden konnten wir dieses Glück im Bus auskosten.
Seitlich der Straße entdeckten wir die großen Adobepyramiden,
die wir auf vorhergehenden Reisen besucht hatten, wie großen Schildkröten
lagen sie im Grün, oft nur schwer zu unterscheiden von "richtigen"
Hügeln. Diesmal würde der Pass nur bei läppischen 2100
Höhenmetern den Übergang zum Osthang bieten. Kulissenhaft bauen
sich die Berge mit ihren felsigen Kappen auf, Ziegen fressen am Straßenrand,
unsere Mitreisenden entsorgen sorglos den gesamten Reisemüll aus
dem Fenster.
Die Pause lädt ein zum peruanischen Frühstück: Reis mit
Bohnen, Gemüse, eine durchsichtige Suppe, in der ein großes
fettiges Stück Schweinefleisch zittert. Ein Kampfhahn wird an die
Leine genommen und darf im Freien picken. Die Toiletten sind umwerfend
scheußlich, immerhin schleudert ein Mann mit einem Schlauch Wasser
in die durchsonnten Kabinen.
Steil windet sich die Straße abwärts, eingezwängt in steinige
Hänge, die Luftdruckbremsen arbeiten hörbar. Schiefer glänzt
in Platten und in Krümeln, rot ist der lehmige Sand an den Hängen
zu Furchen erodiert, graue Felsentore lassen den Bus durchschlüpfen.
Eine Gruppe junger Indigenas singt zur Gitarre, trinkt mit einem Strohhalm
die Milch aus einer riesigen Kokosnuss, bevor auch sie aus dem Fenster
geworfen wird, die grünliche süße Inca-Cola scheint ihnen
besser zu schmecken. Genau wie wir haben sie die Fenster geöffnet
und begucken interessiert die Umgebung. Im breiten Flussbett neben uns
sehen wir arbeitende Menschen in den vielen eingedämmten Reisfeldern,
dunkelgrün, abgeerntet, oder frisch gepflanzt. Auch Kokospalmen wachsen
hier. Und dann kommen wir ganz dicht an Wände aus Kalksandstein,
der sich zu Schluchten auftürmt, keine Tunnel aber steinige Überhänge
verdunkeln und versperren die Sicht. Endlos windet sich die Straße
aufwärts. Eng ist sie. Zwischen den Steintürmen muss sie hindurch,
die keinen Blick voraus oder zurück zulassen, die Kurven scheinen
zu eng für den langen Bus. Endlich tut sich in der Ferne eine Hochfläche
auf, von der Sonne beschienen. "Chacha", sagt der Busbegleiter,
der morgen den Bus fahren wird, heute hat er die Tickets verkauft. Weiße
Häuser tauchen auf mit Ziegeldächern. Es dauert noch lange,
bis wir die dunkelbraunen Fensterrahmen und die schönen Brüstungen
an den Fenstern genauer sehen .
Ein weißes, gepflegtes, einheitliches Stadtbild schön mit einer
viereckigen Plaza de Armas als Mittelpunkt, mit einem Brunnen, Bäumen
und Blumenbeeten, steinernen Bänken. Das Internetcafe am Platz hat
hilfreiche Mitarbeiter, die Touristikagentur schreibt uns gleich für
einen Ausflug nach Kuelap ein, die Kodakfilme, die ich hier kaufen kann,
sind in Ordnung und außerordentlich preiswert. Unser Hotel hat seine
Räume an diesem Platz im ersten Stock, die Zimmer gehen von einer
Galerie ab, trotz schwerer Decke, Anorak und Wollsocken frieren wir, aus
der Dusche kommt reichlich und sehr kaltes Wasser.
Die mühselige 24 - Stundenfahrt von Lima nach Chachapoya
wird eigentlich erst sinnvoll, wenn man dort lange bleibt, um die Fundstätten
der Chachapoyaruinen und -mumien zu erfahren und zu erwandern. Das ist
mühselig und kostet viel Zeit, denn die Hänge sind steil, der
Nebelwald dicht, die Sicht oft schlecht und der Untergrund sumpfig.
Kuelap wird schon längere Zeit einem dünnen Besucherstrom angeboten.
Als Festung der Chachapoyas in 3200 m gilt sie als das Machu Picchu des
Nordens. Nur ist sie wesentlich umständlicher zu erreichen, und es
gehört viel Bildungswillen der Einheimischen dazu, um sich für
diesen abgelegenen Augenschmaus den Strapazen einer langwierigen Busreise
zu unterwerfen.
Gleich morgens stiegen wir in den üblichen Toyota -Bus ein, der dann
wieder viel besetzter war, als man uns gesagt hatte. Drei Stunden Fahrt
lagen vor uns. Sie begann auf Flusshöhe. An einer Felswand meinte
ich die Höhlen betrachten zu müssen, in denen Mumien gestanden
haben könnten, aber die runden, aus vielen Steinen gestapelten Hauswände
entdeckte ich erst, als wir anfuhren. In der Ferne sahen wir einen Berg
mit einer auffälligen Gesteinsschichtung. Ich glaubte an einen Verständigungsfehler,
als ich hörte, dass dort die Festung sei. Aber wir schraubten uns
immer höher und weiter weg von jeder Zivilisation, bis wir das Ziel
erreicht hatten:
Die Festung der Wolkenmenschen.
Durch einen der drei engen trapezförmigen Eingänge schlüpften
wir hinein und stiegen steil aufwärts. Der Urwald macht sich in den
runden Häusern der Chachapoya breit, der Staat kann es sich nicht
leisten, Pflanzen und Wurzelwerk aus den Ruinen zu entfernen, die wohl
in absehbarer Zeit zersprengt werden. Die unterschiedlichen Rombenmuster
an den Rundhäusern fangen unsere Blicke, ein auf den Mauerresten
nachgebautes Haus zeigt uns mit seiner Zipfelmütze aus Rohrgras,
wie es hier auf dem Hochplateau mal ausgesehen haben könnte - ca
400 Mützen könnten hier gestanden haben.
Später serviert uns eine Campesina in ihrem Haus ein Mittagessen
nach unseren Wünschen: Meerschwein, Fritten mit Reis, Hühnersuppe,
dazu lauwarmen gesüßten Kamillentee. Wir sitzen im Halbdunkel
des Hauses zwischen Säcken, durch die geöffnete Tür kommt
etwas Licht. Allerdings flitzen hier keine Meerschweinchen auf dem Lehmboden.
Die Toiletten der Familie befinden sich in der freien Natur hinter dem
Haus, die Papiere weisen den Weg. Aber die sind wohl eher von den Touristen
dorthin geworfen worden. Ich bezweifle, dass die Einheimischen so etwas
benutzen.
Unsere Heimfahrt endete abrupt an einem rutschenden Berg. Wir müssen
mit dem Wagen ein bisschen zurückfahren, damit der vor uns wartende
nicht von springenden und rollenden Steinen und Klumpen getroffen wird.
Allmählich baut sich auf beiden Seiten des Geröllberges auf
der Straße eine Schlange auf. Zwar hat sich schon ein Raupenfahrzeug
eingefunden, dass das Gebirge mit seinen Schaufeln den Steilhang hinab
befördern könnte, aber über uns der Hang ist noch immer
in Bewegung und tief unten weiden Rinder. Es wird dämmerig, große
Scharen von Loros fliegen und schreien über uns und suchen sich ein
Nachtquartier in den Bäumen.
Unser grünäugiger Guide - war er ein Nachkomme der Chachapoyas?
- kletterte mit uns in einem günstigen Augenblick über die Erdmassen,
wir wanderten abwärts und wurden erst bei Dunkelheit vom Auto aufgesammelt.
Wenn gelegentlich in der Dunkelheit am Straßenrand eine Hütte
auftauchte, saßen dort die Familien beieinander bei Kerzen- oder
Petroleumlicht - Strom gibt es hier nicht - oder es war auch im Haus stockdunkel.
Der Fast - Vollmond beleuchtete alles.
Am nächsten Tag gönnten wir uns in Chacha eine Erholung. Unsere
Knochen und Gelenke waren des Schüttelns und Rüttelns müde.
Wir schlenderten durch die Stadt, bedauerten den traurigen Zustand einer
uralten braunen Adobekirche, freuten uns über die Buntheit im Marktgebäude,
suchten nach einer Möglichkeit, von Chachapoya direkt nach Cajamarca
zu kommen über Leimebamba, aber wir stellten fest, dass wir für
die wenigen Kilometer wohl zwei Tage brauchten, außerdem traute
sich der Bus nicht jeden Tag über diese abenteuerliche Strecke. Wenn
M. sich auf der Plaza mit den Indigenas unterhielt - ich war zum Verstehen
verurteilt - schälte sich ein schlichtes Lebensmuster der Frauen
heraus: Sie haben mindestens 9 Kinder.Der Mann ist ein Trinker. Der Mann
ist in eine Fabrik/Mine abgewandert, um Geld zu erwerben für die
Familie, aber er kommt nicht wieder. Der Mann ist kriminell geworden,
um die Familie zu ernähren und sitzt im Knast. Der Mann ist ein guter
Familienvater - bei fünf Reisen nach Südamerika habe ich das
nur einmal gehört.
Wir schlossen eine zeitlich begrenzte Freundschaft mit
einem Jugendlichen, den wir auf der Plaza kennen lernten. Er war einer
Schuhputzergruppe verbunden, putzte aber keine Schuhe und fragte uns Löcher
in den Bauch: Wohnten wir in einem Haus, gab es da Möbel, besaßen
wir Schwein, Schaf, Huhn, Meerschwein, wurden wir bedient, fuhr ein Chauffeur
unser Auto? Hatten wir Arbeit, welche Sprache sprachen wir? Wir luden
ihn zu Fritten und Spiegelei ein, er trank Kaffee und Cola, zum Abschied
schenkten wir ihm meine Wanderstiefel. Wir sind sicher, dass seine Freunde
ihm die Stiefel abgejagt haben, um sie zu verkaufen.
Im Museum der Stadt durften wir unbeschränkt fotografieren, die Mumien
hatten es mir angetan. Ihre Verpackung besteht aus einer Lehm-Gras - Mischung,
die mit roten Mustern bemalt wird und dann die Mumie selber. Sie saß
vertrocknet im Glasschrank und wurde für mich herausgeholt, damit
ich sie besser fotografieren konnte. An den Hängen stehen die Mumien,
wassergeschützt durch überhängende Steinformationen, in
Nischen, Höhlen und eigens für sie errichteten Häusern.
Hier könnte man leicht 6 Wochen zubringen.
Bei Regen ging es abends die rote Sandstraße steil abwärts.
Und da legte sich der Bus in einer Senke so schräg, dass nicht nur
die Frauen kreischten, sondern M. und ich die Hände falteten. Aber
wir wollten ja nach Cajamarca, und so misstrauen wir, kerzengrade sitzend,
dem Fahrer, der mit Standlicht hinter seiner zersprungenen Frontscheibe
das Schiff in die Dunkelheit steuerte, das nach einer Stunde endlich schwankend
in die Carretera einbog.
Bei aller Angst konnten wir doch eine fantastische Nachtfahrt erleben.
Das Juragebirge stapelte sich im Mondenschein silbern himmelwärts
mit schwarzen Löchern und grauen Kuhlen, es ließ die Wände
im Wasser enden, während auf der anderen Seite des Flusses gleich
die Erdstraße begann, auf der unser Bus schaukelte. Zu doll durfte
er nicht schwanken, dann wäre sein Blechgehäuse an die Steinwand
gestoßen und hätte sich aufgeschlitzt. Zum Ausschaukeln blieben
wir immer wieder stehen.
Fremde Sternenbilder entdeckten wir nur gelegentlich zwischen den weiß
schimmernden Gesteinstürmen.
Irgendwann hatten zwei Autofahrer nicht aufgepasst - eigentlich verständigten
sie sich vorbildlich über die Lichthupe, wer bei den Ausweichen wartete.
Nun standen sich ein Riesenlaster und unser Bus gegenüber. Es gab
weder böse Worte noch eine Prügelei, die Begleiter stiegen aus
und rangierten die beiden Großfahrzeuge millimetergenau am Rande
des Abgrunds aneinander vorbei.
Den Rest der Nacht habe ich dann verschlafen, das weiß schimmernde
Gebirge trat zurück, Schwemmland machte sich mit seinen Reisfeldern
breit, die begrünten Hänge waren bei Mondenlicht nicht mehr
so eindrucksvoll. Nach einer Stunde Wartezeit in Chiclayo transportierte
uns schon wieder ein Bus in Richtung Anden. Hähne krähten aus
den Taschen, Kinder wurden gewaltsam an die Brustwarzen gedrückt,
damit sie die Strapazen durch ihr Geschrei nicht verschärften, gekotzt
haben viele. Sonne, Serpentinen und schnelles Fahren haben dazu beigetragen.
Gelegentlich flog ein Kasten mit Hühnern aus dem Gepäckregal,
oder Gurken rollten durch den Bus. Kilometerweit begleitet uns ein riesiger
Stausee, der vor Jahren mit deutscher Hilfe angelegt wurde. Der Jequepeteque?
Mais und Zuckerrohrfelder. Wieder finden wir oben auf dem Plateau eine
spanische Stadt.
Hier tragen noch viele Indigenas ihre Tracht, zu der der große Sombrero
gehört.
Es wird auch wieder gebettelt - bis in die Restaurants
kommen die Menschen. In Cajamarca geht es arm zu.
Endlich stehe ich vor dem kümmerlichen Häuschen, das unter anderem
Jacob Wassermann mit seiner Geschichte "Das Gold von Caxamalca"
weitläufig bekannt gemacht hat: Hier ließ der von Pizarro gefangen
genommene Inca Atahuallpa Gold und Silber aus seinem Einflussbereich durch
Boten, Lamas und Träger über die Berge schleppen und sammeln,
um sich aus der Gefangenschaft freizukaufen. Wir wissen, dass von den
Kunstwerken kaum etwas übrig blieb, sie wurden zu Goldbarren geschmolzen.
Den Aufstieg zum Haus zeigten uns die in den Felsen gehauenen Stufen.
Der Heiligen Berg - der in Stein gehauene Sitz Atahuallpas - von dem er
von den Untertanen verehrt werden konnte, ist nun mit einem Kirchlein
bestückt, aber die Steinstufen und -sessel ließen sich nicht
weg schlagen. Den langen Aufstieg nach dort oben schafften wir über
bequeme Treppen, links und rechts gab es viel zu gucken in niedlichen
Häusern und Geschäften mit ansprechenden Souvenirs: Schön
gewebte Stoffe in dunklen Naturfarben, Nachbildungen von Keramiken der
Moche- und Nascakulturen z.B. Das letzte Stück zum Sitz des Inca
mussten wir klettern und wurden mit einem umwerfenden Blick über
die Stadt belohnt.
Und dann haben wir noch die Ventanillas besucht. Das sind in Stein gehauene
Fenster, in denen Menschen die Knochen ihrer Angehörigen mit Beigaben
bestatteten, nachdem sie, in Erde begraben, alles Fleischliche abgelegt
hatten.
Unser Ausflug mit einem Guide bringt uns in ein fruchtbares Tal, wir besuchen
eine Rinderfarm der Firmen Glücksklee und Gloria, finden es aber
viel interessanter, wie die Wäsche im Rio Cajamarca gewaschen wird.
Die Rückfahrt über Trujillo nach Huaura versöhnte mich
mit der Wüste im Küstenstreifen: Die Sonne schien, und nun konnten
wir ihre vielen Oberflächenformen erkennen, Sicheln, Beutel, Rinnen,
Riffe, scharfkantig und sanft geschwungen, kissenförmig aufgeplustert.
Reiner weißer Sand, rote Erde, fester brauner Lehm, dazwischen Felsen.
Da drängten sich uns die riesigen Hühnerfarmen gar nicht mehr
hässlich ins Auge, wo bewässert werden kann, sahen wir riesige,
gelb blühende Tagetesfelder - die Blüten werden an die Hühner
verfüttert, Spargel, Mais und Zuckerrohr. Die Wüste hier ist
fruchtbar, wenn man ihr Wasser gibt. Die präcolumbianischen Kulturen
haben das gewusst und genutzt.
Huaura empfing uns in seiner ganzen Scheußlichkeit. Das Wasser floss
nicht üppiger, auf dem Tisch standen die Maisbrötchen mit nichts
drauf, aber die Freunde von Gladys und German kamen mit Quena, vielen
Liedern im Kopf und Tanz in den Füßen, mit Gitarre und zwei
Kindern, von denen das eine gelegentlich an die Brust gelegt wurde. Ohne
Alkohol und Snack wurde bis weit nach Mitternacht gesungen und getanzt,
die Milch lief durch die Bluse, die Kinder schliefen erschöpft auf
dem kalten Steinfußboden ein - es wurden viele Lieder auf meine
blauen Augen gesungen: "Que lindo, este ojos azules!"
Mit dicker Wolljacke, Wollsocken und Anorak auf dem Bett schlief ich vorzüglich
trotz des Sängerwettbewerbs, den Hund und Hahn morgens austragen.
Irmingard Moritz
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