Jetzt fahr'n wir über'n See..... Juli 2004

Mit einem Bekannten war ich verabredet, die Insel "Große Horst" im Pätzer Hintersee zu besuchen.
www.Kaspar-Sickermann.de/paetz/dptz001.html
(Gemeinde Bestensee, in der Nähe von Königswusterhausen, südlich von Berlin).
Jörg Kachelmann hatte vorausgesagt, dass es in Berlin und Umgebung zwischen 9 und 17 Uhr nicht regnen würde. Also los!!
Ich kannte die Insel bereits, war allerdings bisher immer nur von der Ostseite her zu ihr gefahren. Nun sollte es vom Westen aus sein.
Im Internet hatte ich ein Anglergeschäft gefunden und telefonisch mit dem Inhaber ausgemacht, dass er uns ein Boot zur Verfügung stellen würde.
Als wir bei dem Geschäft ankamen, stand dort schon ein Trailer mit einem schönen Ruderboot. Wir sagten noch einmal unser Ziel und dann fuhr der Sohn des Inhabers mit uns an eine Uferstelle, wo das Boot zu Wasser gelassen wurde.
Etwas sauer war ich, dass die Insel so weit entfernt lag, aber ich musste akzeptieren, dass der Startplatz ungünstig lag, denn man kann ja nicht an jeder Stelle am Ufer ein Boot zu Wasser lassen.

Weil so eine Insel aus der Ferne leicht mit der Uferlinie des dahinter liegenden Landes verschmilzt, ließ ich mich noch einweisen: "Die Große Horst, dort hinten, schräg links."
Mein Bekannter monierte, dass es keine Schwimmwesten gab. Ich beruhigte ihn, der Hintersee sei ziemlich flach und habe eine größte Tiefe von etwa 4m, also völlig ungefährlich.
Anders sei es beim Pätzer Vordersee, dort sei das Wasser bis zu 15m tief.
So ruderten wir los. Der Kurs war schwierig zu halten, weil ein starker Wind wehte.
Manchmal klatschten die Wellen kräftig gegendas Boot. Mir wurde nicht zu warm, weil dicke Wolken vor der Sonne hingen.
Am Schilfgürtel der Insel angekommen, suchte ich nun den Kanal, der die Insel vom Festland trennt und ruderte am Ufer entlang nach links bis zum Ende des Sees.Hatte damit wohl zu weit links angefangen, denn dort war der Kanal nicht. Also umgekehrt und die Uferlinie nach rechts verfolgt.

Ein Kanal war nicht da, aber es tauchte ein Platz auf, wo man anlegen konnte. Wir stiegen aus und erkundeten die Insel. Was mich wunderte, waren die Wege! Die Insel hat doch keine Wege!

Und dann standen wir plötzlich auf einer Landstraße. Gegenüber war eine Fabrik. Ich ging ins Konstruktionsbüro:
"Guten Tag, lachen Sie bitte nicht, aber: Können Sie mir sagen, wo ich hier bin?"
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Danach rief ich im Angelgeschäft an (wie gut, dass es Handies gibt). Langes Schweigen auf der anderen Seite, dann: "Himmel,ich hab Sie im falschen See abgesetzt!"
Wir waren quer über den Pätzer Vordersee gerudert.
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Natürlich waren wir dann noch auf "unserer" Insel. Damit wurde mein Ruderpensum an dem Tag gut 5km insgesamt (reichlich zweieinhalb Seemeilen!).
Außer einem Wadenkrampf in der Nacht und einer kleinen Blase an der linken Hand geht es mir richtig gut.

Text:Walter Kaspar-Sickermann