Besuch GKSS

Die GKSS (Gesellschaft für Kerntechnik, Schiffahrt und Schiffsicherheit) ist eine der fünfzehn nationalen Forschungseinrichtungen, die in der HGF (Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren) zusammengeschlossenen sind. Etwa 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind im Forschungszentrum in Geesthacht und der Außenstelle des Instituts für Chemie in Teltow bei Berlin beschäftigt.

Um 14 Uhr wurden wir im Hörsaal des Forschungszentrums von Herrn Nürnberg begrüßt. Mit einer Präsentation und einem Film wurden wir über die Ziele dieser Forschungsgesellschaft informiert.
Folgende Programmschwerpunkte werden verfolgt:

  • Forschung mit Photonen, Neutronen und Ionen,
  • Meres-, Küsten- und Polarforschung,
  • Regenerative Medizin,
  • Entwicklung von funktionalen Werkstoffsystemen,

Anschließend wurden wir über das weitläufige Gelände zum Institut für Werkstofforschung geführt.
Herr Dr. Gerling hat uns mit praktischen Beispielen über die Forschung und Entwicklung von Hochtemperatur-Leichtbauwerkstoffen für die Energie- und Verkehrstechnik informiert. Da Düsentriebwerkzeuge bei Flugzeugen das meiste Gewicht kosten, will man das Gewicht durch den Einsatz von Bauteilen aus einer Titan-Aluminiumlegierung verringern. Herr Dr. Gerling zeigte uns kleine Stahlzylinder und Zylinder aus dieser neuen Legierung und wir konnten fühlen, dass Stahl doppelt so schwer ist wieTitan-Aluminium. Das Problem ist das Schmelzen dieser Metalle, ohne dass die Behälter auch mit schmelzen. Man hat dafür einen Doppelwandbehälter entwickelt, der mit Wasser gekühlt wird. Anschließend kommt die Schmelze in eine Pulververdüsungsanlage (PIGA), wodurch eine gleichförmiges, homogenes Metallpulver entsteht, das sich dann in die gewünschten Formen pressen läßt.
Und schon wartete Herr Barkhordarian auf uns, um in einem anderen Hörsaal einen Vortrag zu halten über Wasserstofftechnologie. Da Wasserstoff im Wasser auf unserem Planeten nahezu unbegrenzt vorhanden ist, will man diesen zukünftig als Treibstoff verwenden. Wasserstoff und Sauerstoff zu trennen ist nicht allzu schwierig, schwierig ist dagegen die sichere Speicherung des Wasserstoffs in Behältern, die nicht zu groß sind und in Autos eingesetzt werden können. Viele Imponderabilien sind dabei zu beachten, z.B. darf kein Knallgas entstehen, die Lagerungstemperatur muss konstant bleiben, die Komprimierungsrate muss stabil bleiben, das Kosten-Nutzen-Verhältniss muss stimmen und vieles andere mehr. Die Entwicklungsarbeit ist noch nicht abgeschlossen.

Text: Alice Chidiac Organisation: Nikolaus Johann Foto: GKSS