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Bei hochsommerlichen
Temperaturen fanden sich fast 20 Mitglieder des SNHH e. V. beim ältesten
Hamburger Wasserwerk am Billhorner Deich ein, um zwei Stunden von Herrn
Micheler alles über Trinkwasser zu erfahren und das Wassermuseum
zu besichtigen.
Vor über
150 Jahren wurde das Wasser aus den Fleeten und aus der Alster und Elbe
entnommen. Die besseren Hamburger bauten sich eigene Brunnen und hölzerne
Wasserleitungen. Auch gab es Wasserträger (Hans Hummel) und Wasserträgerinnen,
die das Wasser für ein geringes Entgelt ins Haus brachten. Die unbemittelten
Einwohner tranken das Elbwasser unterhalb der Elbe und oberhalb schütteten
sie Abwasser in die Elbe.
Der Engländer
Lindley baute nun das Rothenburgsorter Wasserwerk, aber ohne Filtrationsanlagen,
denn das war dem Senat nach dem Hamburger Brand von 1842 zu teuer, und
ließ über das neu erbaute Leitungssystem das Trinkwasser in
die Hausentnahmestellen fließen. Diese Wasserleitungen lebten
und ab und zu konnte man Glasaale und kleine Fischchen und anderes Getier
aus dem Wasserhahn kriechen sehen. In der Badeanstalt am Schweinemarkt
beschwerten sich die Badegäste über diese braune Brühe.
1892 wurde auf
diesem Wege die Cholera in ganz Hamburg verbreitet und 8000 Tote waren
zu beklagen.
Endlich wurde
nun eine moderne Wasserversorgung und Wasserentsorgung gebaut. Heute hat
Hamburg 19 Grundwasserwerke mit Hunderten von Tiefbrunnen, die über
400 m tief reichen. Oberflächenwasser wird seit 1964 nicht mehr entnommen,
im Gegensatz zum bevölkerungsreichsten Bundesland NRW.
Ein Fünftel der
Weltbevölkerung hat keine ausreichende Wasserversorgung.
Wasser, Wasserschutz
und Umweltschutz sind untrennbar miteinander verbunden. Es ist sehr schwierig
und teuer, Stoffe wie Lacke, Farben, Chemikalien, Batteriesäure,
Düngermittel und Pflanzenschutzmittel, die durch Regenwasser in den
Wasserkreislauf eingebracht wurden, wieder zu entfernen und das Wasser
aufzubereiten, zum Beispiel wurden in der Haseldorfer Elbmarsch in den
Tiefbrunnen Antibiotika von den Schweinemastbetrieben der Umgebung im
Grundwasser gefunden und die Tiefbrunnen mussten teilweise stillgelegt
werden. Der volkswirtschaftliche Schaden ist um ein vielfaches höher
als der wirtschaftliche Erfolg der Betriebe.
Das Wasser entsteht
in den Wintermonaten. 780 Liter pro qm2 werden durchschnittlich im Einzugsgebiet
der Hamburger Wasserwerke gemessen. Es ist also ausreichend Wasser vorhanden
und das in ausgezeichneter Qualität, Härtebereich 2.
Über das
als sehr gut getestete Hamburger Trinkwasser, das das Niveau
von teueren Mineralwassern übertrifft, können wir Hamburger
froh und dankbar sein.
Dass es auch
gut schmeckt und an diesen heißen Augusttag eine herrliche Erfrischung
sein kann, haben wir an der Wasserbar des Wasserforums der
Hamburger Wasserwerke erfahren können.
Und wieder gilt unser
Dank Nikolaus Johann, der in bewährter Weise uns diesen Besuch organisierte
und ermöglichte.
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