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Wieder einmal steht
ein interessanter Besichtigungstermin bevor und diesmal sollte es zum
Pumpwerk Hafenstraße und dem Sielmuseum mit Abstieg in die Kanalisation
gehen.
14 wackere Seniorennetler fanden sich ein und wurden von Herrn Volker
Honold mit interessanten Einzelheiten der Hamburger Stadtentwässerung
bekannt gemacht.
Vor mehr als 160 Jahren baute der engl. Ingenieur William Lindley das
erste Hamburger Sielnetz. Das war nach dem großen Brand von 1842
im Zuge des Wiederaufbaus der Stadt .Es war natürlich nicht mit dem
heutigen Stand zu vergleichen. Die Aufgabe der Stadtentwässerung
besteht darin, die Abwässer von rund 1,7 Millionen Einwohnern und
26 Umlandgemeinden zu sammeln, abzuleiten und zu reinigen.
Seit 1995 ist
die Stadtentwässerung ein eigenständiges Unternehmen, vorher
gehörte sie zur Baubehörde. Man muss wirtschaftlich arbeiten,
da der Abwassermarkt ist in Hamburg hart umkämpft. ist. 1280 Mitarbeiter
und 30 Azubis versuchen dies zu erreichen.
Jeder Hamburger
Bürger verbraucht durchschnittlich 120 l Trinkwasser pro Tag und
verwandelt es dadurch in Abwasser. Dazu kommen die Abwässer der Industrie-
und Gewerbebetriebe und das anfallende Regenwasser, das ja in Hamburg
auch nicht gerade wenig ist. Sämtliche Abwässer werden durch
ein Sielnetz von 5.400 km Länge Richtung Klärwerke geleitet
und erst wenn man dies auf einer Sielnetzautobahnkarte sieht, kann man
sich vorstellen, was dort geleistet wird.
Aber nun wollten wir gern auch mal die Praxis kennen lernen und mussten
uns mit Gazehäubchen und gelbem Helm verkleiden. Zunächst ging
es aber ins Sielmuseum, wo wir historische Reinigungsgeräte , vor
allem aber Gegenstände bestaunen konnten, die im Laufe der Jahrzehnte
aus den Sielen geholt wurden . Von der Kinderkarre über Unterwäsche
bis hin zu Gebissen, findet man alles liebevoll dekoriert.
Weiter ging es in die Tiefe und plötzlich standen wir auf einem Gitter
und unter uns wabberte eine stinkende, braune Brühe, unsere Abwässer..
Diese Kammer beinhaltet den Regenauslass.
Besteht bei heftigen Regenfällen die Gefahr der Sielüberläufe,
kann von hier das Abwasser -Regengemisch direkt ungeklärt in die
Elbe abgeleitet werden. Alles mit Hilfe einer Hochwasserpumpe. Weiter
ging's!
Bevor wir uns
vorbei an der Rechenanlage in die Bootskammer begaben, wurden dort die
Faulgase gemessen. Wir durften hinein, aber man konnte vor Gestank kaum
atmen. Dort fließen zwei alte Stammsiele zusammen und es werden
heute noch Inspektionsfahrten mit einem Schlauchboot unternommen . Dort
unten gibt es mehr Ratten als Einwohner in Hamburg leben. Aber sie ersparten
uns ihren Anblick und verschwanden, als wir auftauchten. Jedenfalls atmeten
wir auf, als es wieder nach oben ging und wir in eine Halle mit vier großen
Hauptrechen und Förderbändern kamen, wo sägezahnartige
Greifer alles sammeln, was im Wasser schwimmt. Hier war es hauptsächlich
Toilettenpapier u.a. ... In einem Container wird das Sammelgut gelagert,
getrocknet und später verbrannt.
Weiter ging es in das Pumpengebäude, wo sich im Untergeschoss vier
Pumpen befinden, die das ankommende Abwasser mithilfe einer Druckleitung
und eines Dükers unter der Elbe hindurch zum Klärwerk Köhlbrandhöft-Nord
pumpen. Die Druckleitung und der Düker sind 1870 m lang und liegen
24 m unter der Elbe.
Das Pumpwerk arbeitet rund um die Uhr und es sind immer zwei Mann an Bord.
16 Mitarbeiter kümmern sich um die Wartung, Reparatur und einen störungsfreien
Betrieb.
Den Klärwerksverbund
Köhlbrandhöft/Dradenau werden wir vielleicht irgendwann auch
mal besichtigen. Dort werden die Abwässer nach dem neuesten Stand
der Technik gereinigt und in die Elbe entlassen. Der anfallende Klärschlamm
wird getrocknet, thermisch verwertet und in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt.
Ziel der Stadtentwässerung
ist es, Schutz des Grundwassers und beste Wasserqualität für
Hamburgs Gewässer zu erreichen. 30 neue Fischarten schwimmen in den
Hamburger Flüssen und dies ist ein gutes Zeichen.
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