Besuch bei Axel-Springer-Verlagsdruckerei


19 wissbegierige Internettler/innen trafen sich am 31.1.2003 um 10 Uhr beim Pförtner der Axel-Springer-Verlagsdruckerei in Ahrensburg.

Wir wurden von Herrn Kröger freundlich begrüßt und in ein Besucherzimmer geführt. Dort informierte uns Herr Kröger über die Geschichte des Axel Springer-Verlages und über die heutigen Aktivitäten.

Der Verlag (gegr. 1946) mit Unternehmenssitz in Berlin und Verlagszentralen in Hamburg und München ist der größte europäische Zeitungsverlag. Das Kerngeschäft ist die Herausgabe von Zeitungen und Zeitschriften. Neben modernsten Druckereien - von denen wir eine besichtigen durften - und Vertriebsorganisationen gehören zu den weiteren Geschäftsfeldern der deutschsprachige Büchermarkt, Fernsehproduktionen, Beteiligungen an Fernseh- und Rundfunksendern sowie die Übertragung journalistischer Inhalte in digitale Vertriebswege.

Mit den drei Offsetdruckereien in Spandau, Ahrensburg und Essen-Kettwig werden die Kernmärkte in Berlin, Hamburg und Nordrhein-Westfalen erreicht. In diesen Ballungszentren wird der größte Teil der Zeitungen des Verlages verkauft. In den beiden Tiefdruckereien in Ahrensburg und Darmstadt werden Zeitschriften und Kataloge gedruckt.

Der Verlag betreibt ein Nachhaltigkeitsmanagement mit dem Ziel einer optimierten Energie-Effizienz sowie der Schadstoff- und Abfallreduzierung in den Druckereien. Des Weiteren hat der Verlag Waldnutzungsstandards eingeführt, die den Papierlieferanten eine umweltverträgliche Gewinnung des Rohstoffs Holz vorschreiben. Für die Zeitungen werden außerdem altpapierhaltige Papiersorten verwendet und für die Zeitschriften wird absolut chlorfrei gebleichter Zellstoff eingesetzt.

Das Portal des Axel Springer Verlages www.asv.de gibt u.a. ausführlich Auskunft über die Verlagsgeschichte, das Unternehmen, das Medienangebot (mit aktuellem Newsticker) und das Umwelt-Engagement.


www.vdp-online.de gibt jede Menge Informationen über Papierherstellung in Deutschland, www.ingede.de gibt Auskunft z.B. über Papierrecycling und www.ipwonline.de bietet Fachinformationen für die internationale Zellstoff- und Papierindustrie.

Dann begann der mit Spannung erwartete Rundgang durch den großen Betrieb. Zuvor jedoch erklärte uns Herr Kröger das Tiefdruck und das Offsetdruckverfahren. Die Druckunterlagen werden extern entworfen und per Datenstrom nach Ahrensburg gesendet. Das geschieht per Glasfaserkabel, aber auch über Satellit.

Zunächst gingen wir in die Tiefdruckerei, wo hauptsächlich Zeitschriften und Kataloge gedruckt werden. Dafür wird coated paper, d.h. beschichtetes Papier verwendet. Automation wird groß geschrieben.
Die Papierrollen werden fast automatisch ausgetauscht, ohne dass der Druck angehalten werden muss. Die Papierrollen werden von unbemannten Fahrzeugen an die Maschinen gebracht, später transportieren diese Roboter auch das fertige Produkt ab. Die Rotationsmaschinen sind riesig, sie werden an elektronischen Schaltpulten gesteuert. Der Sammler fügt die verschiedenen Teile einer Zeitschrift, Werbeprospekte, CD-Roms, die dabei gleich angeklebt werden, auf einer Laufschiene zusammen, am Schluss kommt das Deckblatt, das aus einem stärkeren Papier besteht, darüber und alles wird geheftet, dann noch automatisch beschnitten und zu Bündeln verpackt, die dann auf Transportpaletten landen.

Dann gehen wir in die Druckzylinderfertigung, wo wir ausführlich über das Herstellungsverfahren informiert werden.

Aber es ist noch eine Steigerung möglich. In der Offset-Druckerei, in der die Zeitungen hergestellt werden, sind die Rotationsmaschinen noch größer und höher. Um einen Vierfarbendruck herzustellen ist so eine Straße 168 m lang. Eine noch größere und schnellere Druckstraße ist im Bau. Die Papierrollen sind noch größer und die Transportroboter fahren hin und her und beliefern die Maschinen mit den benötigten Papierrollen. Wir sind sehr beeindruckt.

Unterhalb der Druckmaschinen werden an Computern die Zeitungsseiten bearbeitet, um die bestmöglichste Farbgestaltung zu erreichen.

Das Offsetdruckverfahren unterscheidet sich sehr vom Tiefdruck, die Druckplatten sind schnell hergestellt. Es wird uns das anhand einer Seite des Hamburger Abendblatts demonstriert. Den Film und die Aluminiumplatte dürfen wir sogar mitnehmen.

In den langen Gängen der verschiedenen Gebäude fahren Mitarbeiter per Fahrrad hin und her.

Nach drei Stunden werden wir - voll gestopft mit Informationen - aus der Axel Springer-Verlagsdruckerei

Idee und Durchführung: Nikolaus Johann Text: Alice Chidiac