Der NDR : Das Beste am Norden

Ganz sicherlich hat der NDR die besten und schönsten Arbeitsplätze hier im Norden. Kein Wunder, dass 45 % der Mitarbeiter weiblichen Geschlechtes sind und wie wir sehen konnten, durchweg erfreulich anzusehen.

Unser sehr rühriger Nikolaus Johann hat es wieder einmal ermöglicht, dass 23 Damen und Herren vom SNHH bei Kaiserwetter den Betrieb des Norddeutschen Rundfunks in Hamburg- Lokstedt besichtigen konnten.

Herr Behrens vom NDR führte uns zuerst in die Maske. Jeder Friseurladen ist heute einladender und schicker. Aber es wurde uns glaubhaft versichert, das im Durchschnitt die Menschen 5- 15 Jahre jünger aussehend aus der Maske kommen. Bei 20 jährigen Damen wohl nicht ganz sinnvoll?

Im alten Studio B, jetzt Studio 2, hat schon Chris Howland seine „Pumpelnickel“ Musiksendungen produziert. Jetzt steht dort das knallrote Sofa der NDR Livesendung „DAS“ und diagonal gegenüber eine Küchenzeile und was da ein drehbarer Mechanikochse zu suchen hatte, habe ich nicht erfahren können. 200 Scheinwerfer drohten von oben ihre Lichtfluten auszuschütten, um die letzten Falten und Doppelkinns brutal auszuleuchten. Diese 200 qm kleinen Studios vermittelten den Charme einer Tiefgarage.

Der Stolz des NDR sind die Nachrichtensendungen: Tagesschau, Tagesthemen, Wochenspiegel, ARD Aktuell. Hier konnten wir nun absolutes Weltniveau der Computer-, Ton- und Fernsehtechnik bewundern. 55 Millionen Euro teuer. Zuerst der Regieraum mit Regiepult und den Ton- und Bildmischpulten. Tausende von Schieberegler, Drehknöpfen, Monitore, Regieplänen, Teleprompter, Lautsprecher und Mikrofonen.1,5 Millionen Euro das Regiepult. Es zuckte einen in den Fingern, überall mal herumzufingern. Durch eine Glasscheibe konnten wir das Allerheiligste sehen, das ovale Pult der Nachrichtensprecher vor einer riesigen blauen Wand. Davor stehen 4 sündhaftteure Roboterkameras. Stückpreis 200000 Euros. Unser Herr Ehlers durfte sich auf den Platz von Herrn Wickert setzen und oh Wunder, hinter ihm war statt der blauen Wand, die Wetterkarte zu sehen. Das macht, wie kann es auch anders sein, ein Computer. Der filtert alles Blaue raus und spielt den jeweiligen Hintergrund ein. Die sogenannte Bluebox. Eine Minute Nachrichtensendezeit kosten 3500 Euros und 2-3 Stunden Nachrichten werden jeden Tag gesendet. 50 Korrespondenten weltweit arbeiten für die ARD. Die Tagesschau hat im Durchschnitt 10 Millionen Zuschauer. Man ist stolz darauf, dass die ARD bei Nachrichten Marktführer sind. Fix muß es bei den Nachrichten gehen. Bei der Anmoderation ist die Sendung oft noch nicht fertig und es kommt noch in letzter Minute ein wichtiger Beitrag oder Bildmaterial herein. Dann muß gesichtet und geschnitten werden. Manchmal in 3 Minuten.. Überhaupt sind die Arbeitszeiten im 3-Schichtbetrieb nicht immer familienfreundlich.

Auf die privaten Sender ist man hier beim NDR nicht gut zu sprechen. Auch hier wird auf die sogenannte Quote geschaut. Bei Pro 7 ist der Altersdurchschnitt der Zuschauer 32 Jahre und bei der ARD 59 Jahre. Vielleicht sollte die ARD die Zuschauer etwas jünger schminken ?

In einer nagelneuen komfortablen Kantine konnten wir uns an Kaffee und Wasser erfrischen und Herr Behrens bemühte sich indessen sämtliche Fragen ausführlich zu beantworten.

Heute Abend werden viele von uns die Tagesschau oder die Tagesthemen mit ganz anderen Augen ansehen und wissen, wieviel Arbeit und Mühe in so einer Sendung steckt.

Idee: Nikolaus Johann
Text: Heiner Fosseck
top