Besuch bei der Holsten Brauerei
Das reinste Vergnügen seit 1516

Besuch von 20 Mitgliedern des SNHH e. V. bei der Holstenbrauerei .

Herr Schreiber empfing unsere Gruppe im feudalen Foyer der Holstenbrauerei. Zuerst bekamen wir einen Film zu sehen, der wenig über die Bierherstellung aussagte, dafür uns aufklärte, dass junge und fröhliche Menschen in 90 Ländern der Welt nichts lieber täten, als Holsten Bier zu trinken. Alice Chidiac trank so gar mal eine Dose Holsten Bier oben auf dem Macchu Picchu in Peru.

In der Holstenbrauerei werden im Jahr 23 Millionen Hektoliter Bier und alkoholfreie Getränke produziert. Davon 8,7 Millionen hl Bier für den Export. Holsten ist stolz darauf, dass ihr Bier nur Hopfen (Würze) und Malz (Gerste), Hefe und Wasser (eigener Brunnen und Hahnewasser) enthält. Das ist das Deutsche Reinheitsgebot , dass seit 1516 existiert. Also keinen Zucker zur Erhöhung des Alkoholgehaltes und keine Kräuter und Gewürze.

Holsten ist durch die Zukäufe der letzten Zeit, wie Lübzer, Feldschlösschen, König, Bavaria und Lizenzmarken, wie Foster zur größten Bierbrauerei in Deutschland aufgestiegen.

900 Mitarbeiter arbeiten hier in der Holstenstraße. 5 davon sahen wir in der Schaltwarte. Es flimmerten 20 Monitore und von dort aus wird der ganze Produktionsprozess gesteuert .Los geht es im Sudhaus. Da wird in riesigen Edelstahltanks Gerste gemischt, vorgekeimt, geröstet, geschrotet, geschält, gequetscht und viel Wasser zugeführt. Das rauscht und zischt und gluckert und alles ist sehr laut. Menschen haben wir nicht gesehen. Es geht vom Tank zu Tank. In der Maischpfanne wird die Gerste aufgeweicht, vorgekeimt und geröstet. Denn ,damit die Stärke in der Gerste sich vergären und sich in vergärbaren Zucker verwandeln kann, muss sie vorgekeimt und anschließend geröstet werden. Durch das Rösten werden Geschmacksstoffe frei und der Keimvorgang gestoppt.

In der Würzpfanne wird der Hopfen aus der Holledau und Hefe zugeführt und das ganze eine Stunde gekocht. Dann zum Läuterbottich, denn hier wird die Biersuppe von den Schwebstoffen befreit und ab geht's durch dicke Leitungen in den Gärkeller. Hier stehen 20 Gärbehälter. In den Tanks gehen bis zu 5000 hl rein. Hier findet der Gärprozess statt, der aus der Malzsuppe Bier werden lässt.

7 Tage reift das Bier , dann wird es im Flaschenkeller abgefüllt. Vor der Flaschenreinigungsanlage rückt eine Armee von Flaschen ununterbrochen in die Maschine hinein, um ausgerichtet ,entleert, mit Hochdruck mit Lauge gespült und getrocknet zu werden. Dann flink zur Flaschensortierstation und wie auf dem Dom fährt die Flaschenparade linksherum, rechtsherum zur Flascheninspektionund weiter zur riesigen Flaschenfüllanlage. Das ist ein großes drehendes Rad mit vielen Schläuchen und Rohren und Pumpen, das 50 000 Flaschen in der Stunde füllen und mit einem Kronkorken verschließen kann. Weiter rücken die gefüllten Flaschen zur Etikettierstation und ab geht es zum Flaschenpacker und zur Bierkistenfüllanlage und zum Lager. Kaum Menschen waren zu sehen. Hocherfreut , konnten wir erleben, wie die ganze Anlage zum Stillstand kam, weil ein paar Flaschen umgekippt waren. Jetzt war ein Mann mit einem langen Haken bemüht, alles wieder ins Lot zu bringen.

Jetzt hat ein Jeder von uns sicherlich alles verstanden und kann sich selbst ans Bierbrauen machen. Zum Schluss gab es in der Bierstube ein gemütliches Beisammensein bei Brezel und Bier.

Vielen Dank lieber Nikolaus Johann für den gelungenen Tag. Du hast Dich um den SNHH und seinen Mitgliedern verdient gemacht.

Idee:Nikolaus Johann
Fotos: Peter Lührs Text: Heiner Fosseck
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