Pfingstspaziergang durch Blankenese


Bei strahlendem Sonneschein und frischer kühlender Brise trafen sich am Pfingstmontag 15 Teilnehmer auf dem Erik-Blumenfeld-Platz in Hamburg-Blankenese. Früher hieß er Blankeneser Bahnhofsplatz: Die meisten waren ja auch mit der S-Bahn gekommen.

Ursula und Heiner FosseckKurz vor 13.30 Uhr, der verabredeten Startzeit, sahen wir eine kleine Gruppe in ungewöhnlicher Kleidung nahen. Es waren Ursula und Heiner Fosseck und Frau Schade. Sie trugen die malerische Blankeneser Tracht. Die Hüte von Ursula und Frau Schade und Heiners Zylinder fielen schon von Weitem auf.

Ursula und Heiner hatten alles organisiert und uns eingeladen. Frau Schade ist eine kundige Fremdenführerin in Blankenese..

Zunächst gingen wir zum Hessepark. In Blankenese gibt es mehrere schöne Parks, die im 18. und 19. Jahrhundert von wohlhabenden Hamburgern angelegt wurden. Heute sind die meisten im Besitz der Hansestadt und der Öffentlichkeit zugänglich. Der Hessepark wurde 1926 von der Landgemeinde Blankenese den Erben des letzten Besitzers abgekauft. Vielleicht war das eine der letzten Handlungen der Gemeinde, denn 1927 wurde Blankenese der Stadt Altona angegliedert. 1937 schließlich wurde Altona zusammen mit Harburg und Wandsbek mit Hamburg vereinigt. Heiner, der in Blankenese aufgewachsen ist, konnte uns berichten, dass der Park während seiner Kindheit ganz anders ausgesehen habe. Damals, nach dem 2. Weltkrieg, waren dort viele kleine Gemüsegärten angelegt, die Blankeneser konnten dadurch den mageren Speisezettel aufbessern.

BlankeneseGleich hinter dem Hessepark konnten wir vom Garten eines Privathauses einen ersten Überblick über das an den Berghängen errichtete alte Blankenese mit der Elbe im Hintergrund gewinnen. Wir mussten feststellen, dass das Wohnen mit herrlicher Aussicht auch seine Schattenseiten haben kann: Viele Grundstücke liegen nicht an einer befahrbaren Straße, und alle Einkäufe müssen über steile Fußwege und Treppen nach Hause getragen werden. Auch große Mülltonnen , wie sonst üblich, können dort nicht aufgestellt werden, man muss vielmehr von der Stadtreinigung besonders beschriftete Müllsäcke kaufen und sie zur Müllabfuhr zur Straße tragen.

Für uns aber gab es nur Schönes zu erleben. Im nächsten Privatgarten, wo wir uns auf der Rasenfläche versammelten, bewirteten uns Ursula und Heiner mit Sekt und Saft. Es war wohl der schönste Garten am Elbhang, denn von hier aus hatte man eine Rundsicht auf die meisten Häuser, auf die Elbe, auf das am südlichen Elbufer gelegene Sperrwerk der Estemündung mit der Sietas-Werft und schließlich auch auf den Süllberg.

Pause bei Fam. SchadeNach der Erfrischungspause verabschiedeten uns die Besitzer des Gartens, und wir wanderten treppab der Elbe entgegen. Immer wieder blieben wir stehen und schauten uns mal neue, mal alte Häuser an. Grundstücke für neue Häuser sind kaum zu bekommen , denn die Blankeneser sind traditionsbewusst und bewahren das Alte. Allerdings gibt es kaum noch Fischer, das war in den früheren Jahrhunderten ein großer Teil der Bewohner. Aber die Häuser der Fischer sind noch zu sehen. Ein zweiter alter Beruf vieler Blankeneser ist aber noch häufiger vertreten: der des Seemanns und speziell des Lotsen. Nicht nur der Ehemann von Frau Schade, die uns so gut führte, ist Lotse, es sind auch seine drei Brüder.

Kaum, dass wir unten angekommen waren, ging es schon wieder bergauf. Vorbei an der Altentagesstätte, dem "Fischerhaus" , dann vorbei am Haus von Otto Waalkes und an dem mit Sicherungseinrichtungen versehenen Reemtsma-Grundstück entlang zum Bismarckstein. Dieser herausgehobene Platz bietet eine Fernsicht nach Westen bis zum Horizont.

Danach steuerten wir das vorletzte Ziel an: den Süllberg. Lange stand das heruntergekommene Gebäude leer. Jetzt ist das zum Teil neu gestaltete, zum Teil nach dem alten Vorbild wieder hergestellte Restaurant für Gäste geöffnet und eine bemerkenswerte Hamburger Attraktion.

Kaffe bei FosseckWir blieben allerdings nicht lange auf der als Kaffeegarten betriebenen Terrasse, denn Kaffee gab es woanders. Ursula war voraus geeilt, und als wir am "Haus Fosseck" in der Blankeneser Hauptstraße ankamen, waren mehrere Tische im Garten für uns gedeckt. Bei Kaffee und von Ursula gebackenem leckeren Kuchen ließen wir den Nachmittag ausklingen. Ursulas Mutter leistete uns Gesellschaft, und Herr Schade kam noch hinzu und trug zur Unterhaltung bei.

Für den Heimweg bergauf wählten einige den Blankeneser Kleinbus, die "Bergziege", andere stiegen ein weiteres Mal zu Fuß hinauf. Ursula und Heiner gebührt herzlicher Dank für diesen erlebnisreichen und unvergesslichen Nachmittag!

Idee: Heiner und Ursula Fosseck
Text: Peter Abolins top