Besuch bei der Müllverwertung

Am 6.11.2002 um 10 Uhr trafen sich 15 aktive SNHH-Senioren im Informationszentrum der Müllverwertung Borsigstraße zu einer Besichtigung dieser großen Anlage. Frau Reimer gab uns zunächst einige Informationen über diese Anlage.

Die Aufgaben der MVB sind in drei Bereiche unterteilt: Thermische Abfallbehandlung, Abgasreinigung und Abfallwirtschaft

Hauptaufgabe ist die thermische Verwertung der von der Stadtreinigung Hamburg angelieferten Abfälle. Der Müll wird in einen Bunker abgekippt, Sperrmüll wird vorher in einer Schredderanlage zerkleinert, die sich direkt im Bunkerbereich befindet. Durch zwei Müllkräne von je 4,5 Tonnen Nutzlast wird der Abfall in die Aufgabetrichter der zwei Verbrennungsöfen befördert. Der für die Verbrennung benötigte Sauerstoff wird über die aus dem Müllbunker angesaugte Umgebungsluft zugeführt. Abzüglich eines geringen Eigenbedarfs wird der gesamte produzierte Dampf in das Fernwärmenetz der HEW eingespeist, ca. 54 000 Wohnungen werden dadurch mit Fernwärme versorgt. Die Reinigung der Rauchgase wird sorgfältig vorgenommen, so dass der Schadstoffausstoß sehr gering ist. Die besonders giftigen Kessel- und Filterrückstände werden in Salzstöcken eingelagert und dienen als Stützmaterial zur Verhütung von Bergschäden.

Sämtliche betrieblichen Abwässer sowie das Regenwasser von den Dachflächen werden im Regenrückhaltebecken gesammelt, gereinigt und dem Betriebswasserkreislauf wieder zugeführt.

Einige der bei der Abfallverbrennung oder Abgasreinigung anfallenden Stoffe werden auf dem Gelände zu vermarktungsfähigen Produkten aufbereitet.

Tag und Nacht rollen die Wagen der Stadtreinigung und die grünen SKP-Laster (mit den gelben Säcken) an. Sie werden gewogen, registriert und fahren dann auf eine Rampe, die bodenbeheizt ist um Glatteis zu vermeiden, zur Abkippe.

Mit Schutzhelmen versehen gingen wir auch über die Rampe zu der Abkippe, Laster fuhren an uns vorbei. Sie fuhren rückwärts an die Abkippöffnungen und entluden ihre Last in die riesige Müllgrube. Mit Schaudern schauten wir in die Tiefe. Wer dort reinfällt, der ist verloren. Dann gingen wir treppab und treppauf, eine Strecke konnte wir sogar mit dem Lift fahren, ganz hoch hinauf. Über den beiden riesigen Verbrennungsöfen ist eine kleine verglaste Kabine. Dort arbeiten zwei Männer. Sie steuern die großen Greifer, um 1. den Müll zu mischen und aufzulockern und 2. um den Müll in die beiden Fülltrichter, main und links der Kabine, zu befördern. Der Müll rutscht von da aus kontinuierlich in die beiden Verbrennungsöfen. Wir schauten von oben in den tiefen Abgrund der Müllgrube, aus der gegenüberliegenden Wand rutschte aus großen Öffnungen der Müll in die Grube. Da landet auch der
Inhalt der gelben Säcke, der wegen des hohen Brennwertes geschätzt wird.


Auf Gittertreppen entlang eines Verbrennungsofens gingen wir dann vorsichtig wieder nach unten. Wir durften dann auch durch kleine Glasluken das Höllenfeuer sehen, wo alles verbrennt, was da reinkommt, auch die gelben Säcke.

Unten sind große Förderbänder, auf denen die Schlacke abtransportiert wird. Das Metall wird herausgezogen und als Metallschrott verkauft. Die Schlacke wird zerkleinert und im Hof für einen Monat gelagert, bis sie verkauft wird z.B. für den Straßenbau.

Die Geruchs- und Staubbelästigung während des Rundgangs war minimal. Aber wir waren dann doch froh, als wir wieder an der frischen Luft waren.

Text: A.Chidiac@hansenet.de Foto: Kurt Berger